200 Meter südlich der Grüngutdeponie liegt die Stelle, die zur Debatte steht. Im Vordergrund ist der Seefeldweg zu sehen.
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200 Meter südlich der Grüngutdeponie liegt die Stelle, die zur Debatte steht. Im Vordergrund ist der Seefeldweg zu sehen.

Stelle liegt südlich der Deponie Weindorf

Umspannwerk Murnau: Neuer Alternativ-Standort im Gespräch

  • Roland Lory
    vonRoland Lory
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Ein neuer potenzieller Standort für das Umspannwerk in Murnau rückt in den Fokus. Er liegt rund 200 Meter südlich der Grüngutdeponie Weindorf.

  • Ein neuer potenzieller Standort für das Umspannwerk in Murnau rückt in den Fokus.
  • Er liegt rund 200 Meter südlich der Grüngutdeponie Weindorf.
  • Unterdessen haben drei Fraktionen einen Eilantrag eingereicht.

Murnau – Richtig spannend könnte das nächste Treffen der Murnauer Gemeinderäte am kommenden Mittwoch, 25. November, werden. Nicht nur wegen der Haushaltsberatungen – hierbei ist noch die eine oder andere wichtige Entscheidung zu fällen. Besucher könnte auch ein anderes Thema anlocken: Es geht ein weiteres Mal um das Umspannwerk.

Austausch der Fraktionssprecher

Bei der komplexen Sache tut sich etwas. Bisher stand die Idee im Raum, das Umspannwerk auf eine Fläche östlich der Grüngutdeponie Weindorf zu verlegen. Am 12. November tauschten sich die Fraktionssprecher aus. Dabei hat Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) nach Angaben von Rathaussprecherin Annika Röttinger dargestellt, „dass er bisher nicht erkennen könne, dass es einen Willen des Gemeinderates gebe, an dieser Stelle ein Umspannwerk zu errichten.“ Die Verwaltung habe sich dann auf die Suche nach einem alternativen Standort gemacht.

Fläche ist in Privateigentum

Dieser befindet sich rund 200 Meter südlich der Grüngutdeponie. „Das Gebäude an diesem Standort stünde insgesamt nicht mehr so prominent im Gelände“, sagt der Rathauschef dazu. Er sei von der Riegseer Straße abgerückt und liege zwei Meter tiefer als der ursprüngliche. „Somit ist eine bessere Anpassung an das Gelände möglich. Der First des Gebäudes stünde nun nicht mehr in Nord-Süd-Richtung, so dass der Riegeleindruck aus der Blickrichtung von Froschhausen vermieden werden könnte.“ Die betreffende Fläche ist in Privatbesitz.

Eilantrag wird behandelt

Die Gemeinderäte werden sich am Mittwoch auch mit einem Dringlichkeitsantrag befassen, den die Fraktionssprecher Veronika Jones (Grüne), Rudolf Utzschneider (CSU) und Phillip Zoepf (Mehr Bewegen) unterschrieben haben. Darin regen sie diverse Dinge an, darunter: Rücknahme des Beschluss für ein erneutes Gutachten des Standorts Grüngutdeponie; umgehende Veröffentlichung des neuen Alternativstandorts „südlich der Deponie”; Veröffentlichung einer Skizze zur Variante „Einhausung am bestehenden Standort”; Veröffentlichung der Chronologie der bisherigen Geschehnisse; Prüfung und Erstellung einer Skizze wie bei Beibehaltung des derzeitigen Standorts die Variante „Einhausung” möglichst platzsparend umgesetzt werden kann (eine schriftliche Stellungnahme des Bayernwerks soll dazu vorgelegt werden); Aufstellung eines Phantomgerüsts, sollte der neue Alternativstandort südlich der Deponie Richtung Seefeldweg weiter verfolgt werden; Übersichtliche Auflistung der Vor- und Nachteile aller Varianten hinsichtlich Erdverkabelung, Masteneinsparungen, mögliche nutzbare Flächen für Wohnraum, Umsetzungsdauer und Kostenkalkulation.

Verzögerungstaktik?

Auch die Fraktion ÖDP/Bürgerforum meldet sich zu Wort. Per Pressemitteilung, die Ratsmitglied Anna Schlegel-Herz verschickte. „Sachlich diskutieren und eine fundierte Entscheidung finden, das ist im Sinne ihres Auftrags dem Gemeinwohl zu dienen die Pflicht aller Gemeinderäte“, heißt es darin. „Derzeit verhält es sich aber leider so, dass anstelle einer lösungsorientierten Diskussion lediglich die Aussagen von Gutachtern und Fachleuten in Frage gestellt werden.“ Es entstehe der Eindruck, dass einige Kritiker das Projekt „Verlagerung des Umspannwerks“ so lange verzögern wollen, bis die Zeitvorgabe des Bayernwerks nicht mehr eingehalten werden kann und das Vorhaben platzt. „Ist damit dem Gemeinwohl gedient“, fragt sich Schlegel-Herz. „Aussagen einiger Räte, dass die Anwohner am derzeitigen Standort das Umspannwerk ,gewohnt sind‘ und es deswegen keiner Verlagerung bedürfe, wirken überdies ausgesprochen zynisch.“ Deren Lebensumfeld ließe sich erheblich verbessern, argumentiert das ÖDP/Bürgerforum. „Durch die Verlegung des Umspannwerks an einen neuen Standort würde die Belastung durch Elektrosmog reduziert, weil die Überlandleitungen abgebaut und unterirdisch verlegt werden können.“ Bürger am Hauserberg, Längenfeldweg und an der Dr.- Schalk-Straße gewönnen an Lebensqualität.

Schlegel-Herz: Bau kann sich gut einfügen

Hinzu kommt: „Am neuen Standort sind keine Anwohner betroffen, weil es keine Wohnbebauung gibt. Wir sind überzeugt, dass ein neues Umspannwerk im Osten Murnaus mit architektonischem Geschick gut in die Landschaft eingefügt werden kann.“

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