Unbekannter rammt Schaltmast, Seehauser demoliert Kabel bei Garten-Malheur

Hunderte Haushalte ohne Strom

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Was für ein chaotischer Montag: Viele hundert Haushalte in der Region Murnau sind über Stunden ohne Strom gewesen – mit allen Konsequenzen. Voll erwischt hat es dabei unter anderem eine Tankstelle.

Murnau/Seehausen – Dabei trafen letztlich zwei Stromausfälle zusammen – und sorgten so für relativ geballte Folgen. „So etwas kommt eher selten vor“, sagt Maximilian Zängl, Pressesprecher der Bayernwerk AG. Im ersten Fall rammte ein Unbekannter am Montag gegen 7.40 Uhr am Wascherfeld in Hechendorf etwa 50 Meter nach der B2-Zufahrt an der Bedarfshaltestelle einen Schaltmast und flüchtete, ohne den Unfall zu melden; im zweiten beschädigte ein Seehauser am späten Vormittag bei privaten Arbeiten im Garten mit seinem Pickel aus Versehen ein Mittelspannungskabel.

Der Unfall in Hechendorf rief die Polizei auf den Plan. Hier liegt eine Unfallflucht vor. Offen ist nach Angaben der Inspektion Murnau, ob der Verursacher in einem Auto, Lkw oder Bus unterwegs war. Bei dem Zusammenstoß wurde jedenfalls ein Not-Aus-Schalter vom Mast gerissen – und dadurch nach Angaben der Polizei auch die Stromzufuhr zur Tankstelle MP-21 unterbrochen. Diese habe „erst in den Abendstunden wieder hergestellt werden können“, teilte die Inspektion weiter mit. Zum Unfallverursacher gebe es bislang nur wenige Hinweise, weitere werden erbeten unter Telefon 0 88 41/6 17 60. Der Schaden beläuft sich auf etwa 8000 Euro; der Verlust, den der Tankstellenbetreiber an diesem Tag erlitten hat, ließ sich noch nicht genau beziffern. 

Bayernwerk-Sprecher Zängl schätzt, dass in der Folge auch einige hundert Haushalte zeitweise ohne Strom auskommen mussten.

Etwa 1500 Haushalte in der Region waren nach Angaben Zängls von den Gartenarbeiten des Seehausers betroffen. Nachdem der Mann per Pickel das Mittelspannungskabel demoliert hatte, sei es in der Folge im Netz zu einem Kabelfehler an anderer Stelle gekommen. Diese musste zunächst eingeengt werden, bevor das Teilstück außer Betrieb genommen werden konnte und die Kunden gegen 15 Uhr auf anderen Netz-Wegen ihren Strom bekamen. Mit einem Kabelmesswagen werden Experten wahrscheinlich heute den genauen Ort lokalisieren und reparieren. Der Seehauser blieb in diesem Fall glücklicherweise unverletzt.

Zängl warnt allerdings davor, einfach unbedarft im Boden zu graben oder Gegenstände in die Erde zu rammen. „Es ist ganz wichtig, sich vorher bei Bayernwerk nach der Lage von Erdkabeln zu erkundigen“, betont er. „Das kann sonst sehr gefährlich werden.“

Rubriklistenbild: © dpa

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