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Immer wieder im Rampenlicht: Prof. Dr. Volker Bühren (l.) bei einer Pressekonferenz mit dem damals verletzten Skispringer Michael Uhrmann.

Über 20 Bewerbungen auf Top-Posten in Murnau

Unfallklinik: Bühren zieht sich „komplett zurück“

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Die international renommierte Unfallklinik Murnau steht vor einer Zäsur: Der Ärztliche Direktor Prof. Dr. Volker Bühren (65) hört Ende März 2018 aus Altersgründen auf. Etwa zum Jahreswechsel soll die Nachfolge entschieden sein. Über 20 Bewerbungen liegen vor. Es gilt, einen der wichtigsten Spitzen-Posten im Landkreis zu vergeben.

Murnau – Er lässt sich kein Hintertürchen offen, formuliert eindeutig: „Ich werde mich aus der Unfallklinik komplett zurückziehen“, sagt Prof. Dr. Volker Bühren. Das, findet er, sei er „meinem Nachfolger auch schuldig“.

Bühren, der Mitte September 65 Jahre alt geworden ist, hört auf: Der medizinische Kopf der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik Murnau scheidet zum 31. März 2018 als Ärztlicher Direktor aus dem Amt – „vertragsgemäß mit Erreichen der gesetzlichen Altersgrenze“. Und nach exakt 25 Jahren auf diesem entscheidenden Posten.

Bührens Abschied bedeutet für das Haus nicht weniger als eine Zeitenwende. Der Facharzt für Chirurgie, Orthopädie und Unfallchirurgie hatte die Klinik seit 1993 stetig weiterentwickelt und zum Traumazentrum ausgebaut. Sämtliche Unfallverletzungen sollten auf höchstem Niveau behandelt werden. Das Hospital bietet Spitzenmedizin und besitzt einen ausgezeichneten Ruf. Prominente und Spitzensportler wurden bei Bühren vorstellig; mancher Patient, wie der Höhlenforscher Johann Westhauser, der 2014 in der Riesendinghöhle verunglückt war, lenkte riesiges Medieninteresse auf die Unfallklinik. Eine Topposition nimmt die UKM auch als Wirtschaftsfaktor und Arbeitgeber im Landkreis ein: 2000 Beschäftigte stehen in Lohn und Brot. Bühren ist in der Unfallklinik Chef von aktuell 235 Ärzten, die pro Jahr 14 000 Patienten stationär behandeln und 13 000 Operationen, gezählt nach Narkosen, vornehmen.

Bühren, keine Frage, hinterlässt die häufig und floskelhaft zitierten großen Fußstapfen. Die Nachbesetzung, erklärt er, sei öffentlich ausgeschrieben worden. Bis 13. Oktober „sind über 20 Bewerbungen eingegangen“ – allesamt von Männern. Über die Auswahl entscheide eine Kommission des Klinikverbundes der BG-Kliniken in Berlin. Dieser gehören auch UKM-Geschäftsführerin Sarah Heinze und Bühren selbst an. Etwa zum Jahreswechsel, meint dieser, werde der Name des neuen Ärztlichen Direktors feststehen.

Auch in Garmisch-Partenkirchen gilt es eine Nachfolge-Frage zu klären. Bühren ist Chefarzt der Abteilung Unfallchirurgie und Sportorthopädie am Klinikum des Landkreises, seit dieses mit der UKM 2007 eine Kooperation eingegangen ist. Der Aufsichtsrat werde sich am 11. Dezember mit dem Thema befassen, sagt Bernward Schröter, Geschäftsführer des Klinikums Garmisch-Partenkirchen. Bühren habe erklärt, dass er auch den Posten in seinem Haus gerne zum 31. März 2018 beenden würde. Schröter will dem Aufsichtsrat nicht vorgreifen, doch er deutet an, dass es auch um die Frage geht, ob die Stelle bundesweit ausgeschrieben wird – oder ob es eine im Wortsinn naheliegende Lösung gibt. Eine Führungskraft vielleicht, die hinter Bühren herangereift ist. Schröter, ein Kenner der Branche, hält mit seiner Wertschätzung für den scheidenden Ärztlichen Direktor der Unfallklinik nicht hinter dem Berg: „Murnau wäre nicht so groß und erfolgreich, wenn nicht Professor Bühren die Geschicke geleitet hätte.“ Das Renommee des Hauses sei „mit seiner Person verbunden – das wird in Fachkreisen so gesehen“. Bühren, das stellt Schröter klar, „hat Murnau zu dem gemacht, was es ist“.

Welf Probst, dessen Vater Prof. Dr. Jürgen Probst der Vorgänger Bührens als Ärztlicher Direktor war, spricht von einem „super Haus mit super Renommee. Wir sind froh, dass wir die Klinik haben“. Diese sei für Murnau extrem wichtig und ein exzellenter Arbeitgeber für den Ort und das Oberland, findet der Gemeinderat der Freien Wähler. Bühren habe die Entwicklung großartig fortgeführt und der modernen Zeit angepasst.

Dieser wird sich im April 2018 nicht komplett ins Private zurückziehen, auch wenn die Familie in den Vordergrund rückt; der gebürtige Niedersachse hat in Murnau unter anderem zwei Enkeltöchter und wird weiter im Ort wohnen. Er freut sich darauf, Zeit zur freien Verfügung zu haben. Passt das Wetter, fährt Bühren gerne Mountainbike oder rudert auf dem Riegsee. Ansonsten zieht er sich an den Schreibtisch zurück. Mehr als 600 Buchherausgaben, -beiträge und Publikationen gehen auf sein Konto, dazu diverse medizinische Entwicklungen; er ist Berater, wissenschaftlicher Leiter zahlreicher Tagungen, hat einen Lehrauftrag bei der Paracelsus-Privatuniversität Salzburg und viele weitere Funktionen inne. Bühren plant, „noch ein paar Jahre beruflich tätig“ zu bleiben. Aber eben mit geringerer Intensität. Und außerhalb der Unfallklinik Murnau.

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