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Demonstrieren Volksnähe: Verkehrsminister Alexander Dobrindt (2.v.l.) mit seinen Parteifreunden Marcel Huber (l.), Harald Kühn (mit dem Rücken zur Kamera), Alexandra Bertl und Michael Rapp (M.). Foto: Herpen

CSU-Abend lockt 100 Besucher an

Mit Dobrindt am Stammtisch

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Murnau – Es zählt zum Erfolgsrezept der CSU, das Ohr nah an den Menschen zu haben. Volksnähe zeigen – das war jetzt auch das Motto einer Veranstaltung in Murnau, die im Zeichen der nahenden Bundestagswahl im September stand.

Die Christsozialen hatten zum „Stammtisch“ in den Griesbräu-Saal geladen – ein Format, das sich offenbar bewährt hat. Im Mittelpunkt: Verkehrsminister Alexander Dobrindt, der bekanntlich der CSU-Spitzenkandidat für den Bundestagswahlkreis Weilheim ist, zu dem auch der Landkreis Garmisch-Partenkirchen gehört. Weitere vergleichbare Termine sollen folgen. 

„Es geht um alles, was uns so tagtäglich bewegt“, schickte der Peißenberger voraus. Die Botschaft des Abends war klar: Die CSU präsentierte sich als moderne Volkspartei – und Dobrindt als ihren Mann in Berlin, der dafür sorgt, dass die Interessen Bayerns und der Region auch gut vertreten werden. Dobrindt gab sich als Gastgeber und Moderator betont staatsmännisch – und schlug, abgesehen von einigen Spitzen in Richtung SPD, einen moderaten Ton an. Von dem ehemaligen Generalsekretär der Schwarzen kennt man auch eine deutlich schärfere Rhetorik.

An seinem „Stammtisch“, der in der Mitte des mit rund 100 Gästen gut gefüllten Saals stand, saßen bekannte CSU-Größen: Staatskanzlei-Chef Marcel Huber, der Landtagsabgeordnete Harald Kühn, Bezirksrätin Alexandra Bertl sowie der Kreisvorsitzende und stellvertretende Landrat Michael Rapp. Im ersten Teil plauderten die fünf Politiker über alles Mögliche, angefangen bei der Inneren Sicherheit bis hin zu den Herausforderungen der Europäischen Union, warfen sich die Stichworte zu und stellten die Positionen ihrer Partei heraus.

Spannend wurde es im zweiten Teil, als das Publikum mit Fragen an der Reihe war. Zur Sprache kam auch hier eine große Bandbreite an Themen, ob nun die Diesel-Problematik, der Milchmarkt oder die Situation des Einzelhandels. Ein Redner beschwerte sich beispielsweise, dass aus seiner Sicht das Verkehrsministerium die VW-Konzernspitze nach dem Abgasskandal zu sehr mit Samthandschuhen anpacke. Das sieht Dobrindt nicht so: Die betroffenen Fahrzeuge müssten umgerüstet werden, erklärte er. Und für Manager, die sich strafbar gemacht haben, seien die Staatsanwälte und Richter zuständig.

Aber auch lokale Anliegen kamen vor. Etwa die seit Jahren ersehnte Verlängerung der Murnauer Entlastungsstraße in Richtung Norden, wodurch eine komplette Umfahrung entstehen würde. Eine Besucherin betonte, wie wichtig diese Fahrbahn wäre, denn: „Wir leiden unter dem Verkehr. Es ist unerträglich.“ Und auch Kühn meinte: „Wir müssen alles daran setzen, dass diese Trasse verwirklicht wird.“ Schließlich seien Murnau und der nördliche Landkreis eine Wachstumsregion. Dobrindt verwies darauf, dass das Straßenbauprojekt mittlerweile in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans aufgenommen worden sei. Einen konkreten Zeitplan, wann das Ganze umgesetzt wird, konnte er jedoch nicht nennen.

Nicht zu überhören war an dem Abend, wie sehr sich „der Alexander“, wie Dobrindt von seinen Parteifreunden genannt wird, für Verkehrsprojekte hier in der Region einsetzt. Aber was passiert, wenn der nächste Bundesverkehrsminister nicht mehr Alexander Dobrindt heißt? Der CSU-Mann antwortet auf diese Tagblatt-Nachfrage diplomatisch. Er, so Dobrindt, habe die Grundlage dafür geschaffen, dass diese Vorhaben zu Ende geführt werden. Und er arbeite daran, dass die Union bei der Wahl so stark wird, um wieder die Regierung zu stellen. Er jedenfalls habe „viel Freude“ an seinem Amt.

Andreas Seiler

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