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Rückblick und Vorausschau: Rathauschef Rolf Beuting präsentiert im Kultur- und Tagungszentrum seinen Bericht.

Bürgerversammlung in Murnau

Verkehrskontrollen kein lukratives Geschäft

Der Markt Murnau macht mit der Verkehrsüberwachung nicht den großen Reibach. Dies erklärte sinngemäß Rathauschef Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) am Dienstag im Rahmen der Bürgerversammlung. Die Zahl der Knöllchen ist beträchtlich.

Murnau – Seit einiger Zeit wird auf Murnaus Straßen verstärkt geblitzt, auch bei geparkten Autos wurden die Kontrollen intensiviert. Das erledigt nicht die Polizei, sondern Mitarbeiter des Zweckverbands Kommunales Dienstleistungszentrum Oberland. Diesem trat die Marktgemeinde 2015 bei. Unumstritten war das damals nicht. So befürchteten Kritiker, dass Kunden vergrault werden.

Rathauschef Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) hat am Dienstagabend im Rahmen der Bürgerversammlung im Kultur- und Tagungszentrum (KTM) Zahlen für das Jahr 2016 präsentiert. Demnach wurden im Hinblick auf den ruhenden Verkehr rund 10 200 Verwarnungen ausgesprochen beziehungsweise Bußgeldbescheide verschickt. Beim fließenden Verkehr waren es etwa 2700. „Das sind enorm viele Knöllchen“, betonte Beuting.

Er widersprach Vermutungen, dass die Gemeinde mit der Verkehrsüberwachungen einen „Haufen Geld“ verdiene. „Für uns bleibt wenig in der Kasse hängen.“ Einnahmen von 172 000 Euro standen Ausgaben von 154 000 Euro gegenüber. Das macht unterm Strich ein Plus von rund 18 000 Euro. Beuting glaubt, dass die Kontrollen einen „disziplinierenden Effekt“ haben.

Das Thema Verkehr steht beim Bürgermeister bekanntlich ganz oben auf der Agenda. Die Fahrzeuge werden immer mehr. Das kann auch nicht verwundern, wenn man die Zahlen betrachtet, die Beuting vorlegte. 2008 gab es in Murnau 7342 Kraftfahrzeuge, voriges Jahr waren es 20 Prozent mehr, nämlich 8821 Stück. Er wolle das nicht bewerten, und auch nicht verurteilen, betonte der Rathauschef. Er könne verstehen, wenn eine Familie ein zweites Auto braucht. Dennoch: „Fast jeder Erwachsene hat ein eigenes Fahrzeug zur Verfügung.“

Dass Beuting ein Freund der Schiene ist, ist kein Geheimnis. Im KTM machte er sich für einen Halbstundentakt Richtung München stark – „damit nicht alle ins Auto steigen, sondern die Verkehrsströme gleichmäßig verteilt werden“. Zudem warb Beuting für das Fahren mit dem E-Bike. Er ist damit selbst viel im Ort unterwegs. Früher habe ihn das „ewige Auf und Ab“ in Murnau genervt. „Mit dem E-Bike ist das überhaupt kein Thema mehr.“ Damit werde Murnau „platt wie der Niederrhein“.

Um die Finanzen ging es an dem Abend natürlich auch. Die Kommune kommt laut Beuting im 15. Jahr in Folge ohne Steuererhöhungen aus. Die Schulden liegen zur Zeit bei 13,1 Millionen Euro, wobei hier auch die Gemeindewerke und die Murnauer Grundstücks-Verwaltungs GmbH einbezogen sind.

Im KTM blieben an dem Abend übrigens viele Stühle leer. Lediglich gut hundert Besucher kamen, darunter Rathausmitarbeiter und Gemeinderäte.

Roland Lory

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