Im Bilde: Prof. Dr. Steffen Wirth (in Weiß) , Chefarzt der Anästhesie, Intensiv- und Schmerzmedizin, und der Leitende Arzt der Intensivstation, Dr. Jan Perras (l.), behandeln einen Patienten.
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Im Bilde: Prof. Dr. Steffen Wirth (in Weiß) , Chefarzt der Anästhesie, Intensiv- und Schmerzmedizin, und der Leitende Arzt der Intensivstation, Dr. Jan Perras (l.), behandeln einen Patienten.

Ein Covid-Patient auf Intensivstation

Vierte Corona-Welle: Unfallklinik Murnau bleibt gerüstet - Strengere Regeln für Besucher

  • Silke Reinbold-Jandretzki
    VonSilke Reinbold-Jandretzki
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98 Corona-Patienten sind bislang in der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik Murnau behandelt worden. Am Dienstag befand sich ein Patient auf einer Intensivstation des renommierten Traumazentrums, „den wir aus einem Krankenhaus in der Umgebung übernommen haben, da dort keine intensivmedizinische Kapazität zur Verfügung stand“, erklärt Carola Krumbacher, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation.

Murnau - Generell gilt: „Die vierte Corona-Welle ist glücklicherweise noch nicht im Landkreis angekommen, was sich natürlich jederzeit ändern kann.“ In den vergangenen drei Monaten lag ein einziger Covid-Patient auf einer UKM-Intensivstation. Dieser sei „ungeimpft“ gewesen.

Die Unfallklinik Murnau verfügt über eine der größten intensivmedizinischen Einheiten im nicht universitären Bereich, ist mit 42 entsprechenden Betten samt Beatmung ausgestattet. Somit sei das Haus seit Beginn der Pandemie „bestmöglich darauf vorbereitet, Covid-19-Patienten aufzunehmen und etwaige Engpässe in der Patientenversorgung im Landkreis aufzufangen“, sagt Krumbacher.

Unfallklinik Murnau: Einziges Krankenhaus im Landkreis mit „künstlicher Lunge“

Als einzige Klinik im Landkreis verwendet das Hospital zwei ECMO-Geräte für lebenserhaltende Organersatzverfahren. Sie können für schwerstkranke Covid-19-Patienten die letzte Rettung darstellen, wenn ihre Behandlung andernorts keinen Erfolg mehr zeigt. Darum geht es: Menschen mit akutem Lungenversagen werden zunächst künstlich beatmet. Können die Lungen den zugeführten Sauerstoff nicht mehr in ausreichender Menge ins Blut abgeben, muss dieses außerhalb des Körpers mit Sauerstoff befüllt werden – per ECMO, einer künstlichen Lunge. Je nach Notwendigkeit hat das UKM die Möglichkeit, auf bis zu vier Geräte aufzustocken. „Somit müssen Corona-Patienten aus der Umgebung mit besonders schwerem Verlauf im Notfall nicht nach München oder noch weiter weg verlegt werden“, erläutert Krumbacher.

Kein Covid-Schwerpunktkrankenhaus, aber auf höchstem medizinischen Niveau

Auch wenn eine vierte Welle bisher nicht über den Landkreis geschwappt ist, gilt: „Die BG Unfallklinik ist und war zu jeder Zeit bereit, die Versorgung von Covid-19 infizierten Patienten zu unterstützen und zu übernehmen“, sagt Geschäftsführerin Sarah Heinze – „auch wenn es sich bei der Klinik nicht um ein Covid-19-Schwerpunktkrankenhaus handelt“. Sie verweist auf die „hervorragende Infrastruktur, die wir aufgrund unseres Versorgungsauftrags ,mit allen geeigneten Mitteln‘ und als Dienstleister der Gesetzlichen Unfallversicherungsträger vorhalten“. Diese ermögliche die Versorgung von Patienten „auf höchstem medizinischem Niveau“. Dazu zählt nach Angaben Heinzes „eine eigene Isolierstation sowie ausreichend Isolierbetten mit Beatmung auf den Intensivstationen, die unabhängig von den aktuellen Entwicklungen bereits seit Jahren betrieben werden“.

Patienten können täglich für eine Stunde einen Besucher empfangen

Aktuell bestehen nach Angaben von Krumbacher in der Unfallklinik „keine Einschränkungen in der Versorgung durch die Pandemie“. Jeder Patient darf zwischen 14 und 18 Uhr jeweils einen Besucher pro Tag für eine Stunde empfangen. Der Gast muss während des Aufenthalts einen medizinischen Mund-Nasen-Schutz tragen, den Mindestabstand einhalten und gängige Hygieneregeln beachten. Zudem gilt seit Ende August, als die Regelungen angesichts des Infektionsgeschehens erneut angepasst wurden: Besucher, ambulante Patienten, Begleitpersonen und Gäste müssen der 3-G-Regel entsprechen – also geimpft, genesen oder negativ getestet sein: per PCR-Test, der nicht älter als 48 Stunden ist, oder Antigentest (nicht älter als 24 Stunden). Weiter hat jeder Besucher einen Covid-19-Fragebogen für die Einlasskontrolle auszufüllen und am Haupteingang abzugeben.

Unfallklinik: Bei Veranstaltungen werden die Zügel angezogen

Für alle, die es zu Veranstaltungen in die Unfallklinik zieht, gilt ab 1. Oktober sogar die 2-G-Regel, sie müssen also geimpft oder genesen sein, um Einlass zu finden. Weitere Bedingungen könnten folgen – daraus macht Krumbacher kein Hehl: Die Dynamik des Infektionsgeschehens erfordere eine kontinuierliche Überprüfung der Maßnahmen „und deren Anpassung“.

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