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Verdiente Schützen-Funktionäre : Gauschützenmeister Bernhard Hoffmann (r.) und Vize Rudi Schedler (l.) mit (ab 2.v.l.) Christoph Ostler, Ulrich Streif und Arnulf Höser. 

Wahlen bei den Schützen im März 2018 werden zur Herausforderung

Gau Werdenfels: Freie Ämter, keine Kandidaten

Die Wahlen im Frühjahr 2018 werden für den Gau Werdenfels zu einer großen Herausforderung. Den Ämter gibt es viele zu besetzen. Doch es fehlen die Kandidaten dafür. Noch-Gauschützenmeister Bernhard Hoffmann steht unter Druck. 

Murnau – Bernhard Hoffmann geht. Das ist bekannt. Die Herbstversammlung der 28 Werdenfelser Schützenvereine in Murnau sei die letzte, die er leite. Die Bemerkung des Ersten Gauschützenmeisters fiel wie nebenbei. Wehmut klingt anders. In der Tat hat der 65-jährige Mittenwalder auch kaum Raum für derlei Gemütsbewegungen. Denn bis zur Frühjahrsversammlung im März 2018, bei der die Wahlen anstehen, ist noch viel zu tun, damit eine geregelte Übergabe an einen Nachfolger möglich ist. Der Gau-Chef steht, gelinde gesagt, unter Druck. Nicht nur er, auch andere Funktionsträger im Vorstand und Ausschuss haben angekündigt, aufhören zu wollen – ohne dass sich Interessenten für die frei werdenden Ämter aufdrängen.

Was im Moment gesichert scheint: Rudi Schedler, Schützenmeister der SG Bad Kohlgrub und Hoffmanns bisheriger Stellvertreter, steht bereit, den Chefposten zu übernehmen. Nicht mit überschwänglicher Freude, das wurde bei der Versammlung deutlich, aber Schedler stellt sich der Verantwortung. Doch schon dahinter wird es knifflig. Einen Kandidaten für Schedlers Posten als Vize gibt es noch nicht.

Schriftführer und Erster Gausportleiter haben Abschied angekündigt

Eine quasi familieninterne Regelung glückte dagegen Uli Komm, dem Rundenwettkampfleiter: Sein Sohn, Uli Komm junior, seit einiger Zeit Schützenmeister der ASG Ettal, will auch im Gauausschuss den Vater ersetzen. Düster sieht es bei zwei weiteren Ämtern aus: Schriftführer Volker Pampusch und Robert Baumgartl, Erster Gausportleiter, haben ihren Abschied angekündigt. Pistolenreferent Arnulf Höser könnte in der Sportleitung künftig zwar die erste Geige spielen – doch reißt eine solche Lösung nur eine andere Lücke auf. Wer übernimmt dann Hösers jetzige Position? Alles Personalien, über die sich Hoffmann den Kopf zerbricht.

Es braucht wenig Phantasie, um zu sagen: Die Suche dürfte zäh verlaufen. Nicht umsonst hielt Hoffmann den Vertretern der Vereine eine Vision vor Augen, die wohl niemandem im Gau gefallen würde. Er nahm das Wort „Insolvenz“ in den Mund. Was er darunter versteht: Falls die Werdenfelser Schützen nicht aus eigener Kraft ihre Ämter besetzen, könnte der Bayerische Sportschützenbund als übergeordneter Verband auf den Plan treten und eine Auflösung des Gaus vorantreiben. „Dann wird das Isartal dem Gau Bad Tölz zugeschlagen, Loisachtal und Murnau dem Gau Weilheim, die Ammertaler können nach Schongau fahren.“ Hoffmann zählte die Vereine mit den höchsten Mitgliederzahlen auf – kein einziger davon sei aktuell mit einem Mitglied im Vorstand vertreten. Er sieht sie aufgerufen, sich aktiv an der Schließung der Lücken zu beteiligen. Und nicht jeder müssen bereits ein Amt ausfüllen. „Schaut Euch in euren Vereinen um, Ihr müsst doch auch noch andere gute Leute haben, die in Frage kommen“, appelliert Hoffmann.

Hoffmann betreut weiterhin den Bereich Ehrungen

Fast könnte man meinen, er wolle mit gutem Beispiel vorangehen. Den Bereich Ehrungen möchte der Isartaler auch über März 2018 hinaus betreuen. Sicher nicht ungern. Verdiente Kollegen wie Christoph Ostler, Schützenmeister der SG Edelweiß Garmisch seit 2011, Ulrich Streif, Zweiter Schützenmeister der SG Ohlstadt, und Arnulf Höser, seit 1989 Beisitzer der FSG Oberammergau und seit 2008 Zweiter Gausportleiter, auszuzeichnen, machte Hoffmann sichtlich Spaß.

Freude bereiten ihm auch die erfolgreichen Sportler, besonders im Nachwuchsbereich. Er würdigte alle, die „sich um die Jugend kümmern“. Aber auch eine andere Altersgruppe lag dem Gau-Chef am Herzen: die Ü60. Von den knapp 3300 Mitgliedern im Gau stelle diese Gruppe mit 1055 fast exakt ein Drittel. Man dürfe sie nicht aus den Augen verlieren. Das Auflageschießen sei ein probates Mittel, auch älteren Schützen auf breiter Basis den Sport weiter zu ermöglichen, „stillgelegte Freihandschützen“ so vielleicht wieder zu „reaktivieren“. Auch das Schießen mit dem Hilfsmittel der Auflage stelle Ansprüche an Können und Leistungswillen.

Richard Staab

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