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Vakantes Grundstück: Seit Jahren ringt die Murnauer Ortspolitik um eine Lösung für die große, unbebaute Fläche im Zentrum des Kemmelparks.

Drei Varianten stehen zur Auswahl

Was passiert auf der Filetfläche im Kemmelpark? Das sagen die Fraktionen

So unterschiedlich die Möglichkeiten, so unterschiedlich die Meinungen: Der Gemeinderat muss entscheiden, wie esmit der Filetfläche weitergeht. Die Optionen: Forschungszentrum, Hotel oder  Wohnen-und-Gewerbe-Lösung.

Murnau – Der Murnauer Marktgemeinderat muss demnächst eine wichtige Entscheidung treffen. Dabei geht es um die aktuell noch freie Filetfläche im Kemmelpark. Drei Optionen gibt es: ein Hotel, ein Forschungs- und Therapiezentrum sowie eine Mischnutzung aus Wohnen und Gewerbe. Das Tagblatt hat sich bei den Fraktionen umgehört.

Mehr Bewegen

Für Alexander Weinhart, Sprecher von „Mehr Bewegen“, ist der Fall klar. „Murnau braucht am dringendsten bezahlbaren Wohnraum wie auch Lösungen für örtliche und regional tätige Gewerbetreibende beziehungsweise Unternehmen, die neue Räume suchen.“ Das genossenschaftliche Konzept, das der Gemeinde vorliegt, habe „genau diese Zielsetzungen und sei der ideale Mix, den wir hier brauchen“. Die ganze Fraktion unterstütze das Vorhaben mit ganzer Kraft, betont Weinhart. „Wir hoffen, dass die Mehrheit des Gemeinderats auch so sieht.“

ÖDP/Bürgerforum

Michael Manlik, Sprecher des ÖDP/Bürgerforums, kündigt an, für die Wohnen-und-Gewerbe-Lösung zu stimmen. „Wir sind das den Bürgern schuldig“, sagt er. „Sie erwarten von uns bezahlbaren Wohnraum.“ Dies sei „unser dringendstes Problem. Das gehört zur Daseinsvorsoge, ein Innovationszentrum nicht“. Es stehe auch völlig in den Sternen, ob die Kommune damit Gewerbesteuer erhält. In der Fraktion sei die Thematik aber noch nicht abschließend geklärt, betont Manlik.

Freie Wähler

Für das Forschungszentrum plädiert hingegen Welf Probst, Sprecher der Freien Wähler. „Das ist genau das, was wir immer haben wollten für diese Fläche.“ Probst warnt davor, eines der letzten verfügbaren Gewerbegrundstücke zu opfern. Die Wohnen-und-Gewerbe-Nutzung entspreche auch nicht dem Bebauungsplan. „Damit machen wir ein Fass auf, das wir vielleicht nicht mehr zubekommen.“ Eine Änderung des Bebauungsplans sei zudem eine langwierige Sache. Doch Murnau müsse die Fläche bis 2018 verwertet haben, sonst müsse die Gemeinde an den Bund eine gewisse Summe nachzahlen. Probst fürchtet ferner, dass man eventuell Schwierigkeiten für die Betriebe im vorhandenen Gewerbehof produziere. „Wir sind verpflichtet, Schaden vom Markt Murnau abzuwenden.“ Das genossenschaftliche Projekt kann er sich dort nicht vorstellen, an anderer Stelle hingegen schon. Wie sich die Ratsmitglieder der Freien Wähler entscheiden, ist offen. „Wir müssen uns erst noch zusammensetzen“, sagt Probst.

CSU

Auch Regina Samm (CSU) kann nur für sich sprechen. Sie schließt sich Probsts Meinung an und favorisiert das Forschungszentrum. „Das ist eine große Chance für Murnau und bringt qualifizierte Arbeitsplätze.“ Die Mischnutzung mit Wohnen und Gewerbe dauere zu lang. „Da vergehen ein bis zwei Jahre“, bis das verwirklicht sei. „Es ist dafür nicht der richtige Ort.“ Die Vorstellung des Genossenschaftsprojekts in der jüngsten Ratssitzung habe ihr gut gefallen. Vielleicht könne man so etwas ja woanders in Murnau bauen.

SPD

Und die SPD? Fraktionssprecher Ernst Ochs teilt mit, dass er sich noch nicht endgültig entschieden habe. „Wir bräuchten eigentlich alle drei Sachen.“ Am Forschungszentrum, das die Neurovision Pharma GmbH mit Hauptsitz in Grünwald gerne bauen würde, gefällt Ochs, dass es hochwirksame Medikamente zur Behandlung von neurologischen Erkrankungen wie etwa Alzheimer oder Parkinson sowie Querschnittverletzungen entwickle. „Das ist für jeden von uns existenziell.“ Der SPD-Sprecher rechnet damit, dass sich Synergieeffekte mit der Unfallklinik ergäben.

Bündnis 90/Grüne

Veronika Jones, Einzelkämpferin von Bündnis 90/Die Grünen, weiß hingegen schon, wie sie abstimmen wird: nämlich pro Wohnen und Gewerbe. „Das ist das Einzige, was wirklich Sinn macht.“ Die Fläche sei ideal, biete sich geradezu dafür an. „Wir würden eine großartige Chance vertun.“ In Sachen Wohnungsbau sei es eher „fünf nach 12 als fünf vor 12“.

Roland Lory

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