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Streitobjekt: Der Trakt am alten Gemeinde-Krankenhaus, der noch als Rathaus-Provisorium dient. 

Tauziehen um hochwertige Büroräume im alten Murnauer Krankenhaus

Was soll aus Rathaus-Provisorium werden? 

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Was soll aus den Büroräumen im alten Murnauer Gemeinde-Krankenhaus werden, die übergangsweise die Rathaus-Verwaltung nutzt? Aus den Reihen der Ortspolitik werden Stimmen laut, die fordern, die Fläche nicht automatisch dem Innovationsquartier zuzuschlagen.

Murnau – Die meisten Murnauer dürften sich mit der Situation arrangiert haben: Für die Zeit während des aufwändigen Rathaus-Umbaus hat die Verwaltung vorübergehend den Trakt im hinteren Bereich des alten Gemeinde-Krankenhauses an der James-Loeb-Straße bezogen. Lange wird dieses Provisorium nicht mehr benötigt. Denn voraussichtlich Anfang September will Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) mit seinem Team in den sanierten und erweiterten Komplex im Herzen des Marktes zurückkehren. Möglicherweise nutzt dann noch das Bauamt die Ersatzräume, sollte das Domizil der Behörde an der Schlossbergstraße ebenfalls auf Vordermann gebracht werden. Aber früher oder später wird der Anbau an der ehemaligen Klinik leer stehen. Und dann?

Eigentlich hat sich der Gemeinderat festgelegt. In einem im März 2017 einstimmig gefassten Beschluss heißt es: „Nach dem Auszug des Rathaus-Provisoriums stehen alle bis dahin von der Verwaltung genutzten Flächen dem Innovationsquartier zur Verfügung.“ Die Marktgemeinde betreibt bekanntlich im vorderen Hauptteil des alten Gemeinde-Krankenhauses dieses Zentrum, in dem vor allem Startup-Unternehmen der Kreativbranche gefördert werden sollen. Die gewünschte Erweiterung werde man konsequent verfolgen, kündigt Wirtschaftsförderer Jan-Ulrich Bittlinger an, der das Innovationsquartier (IQ) federführend managt.

Doch unter einigen Mandatsträgern fand offenbar ein Umdenken statt. Tenor: Man sollte sich auch über eine andere gewerbliche Nutzung Gedanken machen. Immerhin handelt sich um hochwertige Büroräume mit einer Gesamtfläche von rund 600 Quadratmetern. Solche Mietobjekte sind in Murnau rar – und begehrt.

Regina Samm, Fraktionschefin der CSU, könnte sich vorstellen, dort Handwerksbetriebe oder Dienstleister unterzubringen. Der Bedarf wäre ihrer Meinung nach vorhanden. „Das ist auch Wirtschaftsförderung“, sagt die Kommunalpolitikerin. Und die Gemeinde könnte auf diese Weise mehr Mieteinnahmen erzielen. Sie habe nichts gegen das IQ, betont die Hotelbetreiberin. Aber man sollte ebenso an die heimischen Firmen denken. Der Gemeinderat sollte sich erneut mit dem Thema beschäftigen. Samm hat in der Sache bereits einen Antrag eingereicht. Dieser wurde aber ihren Angaben zufolge mit Verweis auf die besagte Beschlusslage nicht aufgegriffen.

Rückendeckung erhält die CSU-Frau von Welf Probst (Freie Wähler). „Für mich darf es keinen Automatismus geben. Das muss neu besprochen werden“, sagt er. So sieht es auch Phillip Zoepf („Mehr bewegen“). Man müsse auch an die etablierten Betriebe denken, sagt er. Das IQ sei in der jetzigen Form gut ausgelastet.

Bittlinger verweist indessen auf eine Entspannung auf dem Gewerbeimmobilien-Markt, die sich seiner Meinung nach abzeichnet und spätestens 2019 zum Tragen kommt. „Innerhalb der kommenden zwölf Monate ist wieder mit einem verstärkten Angebot an Büroflächen in Murnau zu rechnen“, erklärt er – und verweist unter anderem auf die Neubau-Aktivitäten im Kemmelpark. Auch im 120er-Gebäude würden dort nach dem Auszug der Kämmerei Flächen frei.

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