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Hier geht’s nicht mehr weiter: das abrupte Ende des neuen Radwegs.

Wegebau zwischen Murnau und Schwaiganger

Grüne rufen zur Radl-Demo gegen „Schildbürgerstreich“ auf

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Der Großteil des Radwegs von Schwaiganger bis Murnau ist fast fertig. Nur der rund 720 Meter lange Abschnitt entlang der Staatsstraße, die hochwassersicher gemacht werden soll, fehlt noch. Murnaus Grüne sprechen von einem „Schildbürgerstreich“ – und rufen für Samstag, 16. November, zur Fahrrad-Demo auf.

Murnau/Ohlstadt – Ideales Radlwetter sieht sicherlich anders aus: Wolken und winterliche vier Grad werden für  Samstag, 16. November, vorhergesagt. Dennoch plant der Murnauer Ortsverband der Grünen für 10.20 Uhr auf der Strecke Murnau-Schwaiganger – Treffpunkt ist bei der Deponie – eine Radl-Demo für mehr Sicherheit. „Genau jetzt muss das sein“, schreibt Sprecherin und Ex-Gemeinderätin Veronika Jones auf ihrer Facebook-Seite – und spielt damit auf eine Infrastruktur an, die etwas verwundert. Denn der neue, insgesamt rund 2,2 Kilometer lange Radweg in dem Bereich ist (noch) nicht ganz durchgängig. Bei Achrain fehlen rund 720 Meter. „Das ist wie ein Schildbürgerstreich“, ärgert sich Jones – und spricht von einer „Fehlplanung“.

Zum Hintergrund: Der Bau des Hauptteils der besagten Strecke ist Aufgabe der beiden Nachbargemeinden Ohlstadt und Murnau. Sie teilen sich auch die Kosten. Der Weg ist zwar noch nicht offiziell für den Verkehr freigegeben, aber so gut wie fertig. „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht“, resümiert Ohlstadts Bürgermeister Christian Scheuerer (parteilos). Das Bobdorf tritt bei dem Projekt als Bauherr auf. Jetzt, so der Rathauschef weiter, sei das Staatliche Bauamt Weilheim am Zug.

Die Behörde ist für die geplante Höherlegung der Staatsstraße 2062 bei Achrain zuständig – ein technisch aufwändiges Vorhaben, das voraussichtlich 7,5 Millionen Euro kosten wird. Es müssen ein Damm und Durchlässe geschaffen werde. Das Ziel: Der seit Jahren ersehnte Hochwasserschutz für die Straße, die bei Starkregen immer wieder überschwemmt wird und gesperrt werden muss. Ein Vorentwurf wurde bereits genehmigt, derzeit wird das Planfeststellungsverfahren vorbereitet, erklärt Nadine Heiß, die beim Staatlichen Bauamt für den Straßenbau im Landkreis Garmisch-Partenkirchen verantwortlich ist. 2021 soll es frühestens losgehen. Der Knackpunkt: Der Radweg kann nur zusammen mit der Fahrbahn entstehen. „Das geht nur in Kombination“, berichtet Heiß. Daher die derzeitige Lücke, die die Grünen auf die Palme bringt.

Bis dahin müssten Radfahrer die stark frequentierte Straße queren und sich dann die enge Fahrbahn mit Autos teilen, „die dich mit Tempo 100 ins Moos reindrängen“, kritisiert Jones, die ein erhebliches Sicherheitsrisiko befürchtet. „Das ist lebensgefährlich“, warnt sie. Gerade mit Kindern könne man dort nicht fahren. So bringe man jedenfalls niemanden dazu, auf den Drahtesel umzusteigen. „So geht Verkehrswende nicht“, findet die Murnauer Grünen-Politikerin.

Ihren Forderungen will sie mit der Demo am morgigen Samstag Nachdruck verleihen: Der Lückenschluss müsse schnellstmöglich erfolgen. Und es sollten ein Tempo-Limit von 50 Stundenkilometern eingeführt sowie Radschutzstreifen auf beiden Seiten angebracht werden.

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