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Beliebt – und häufig überfüllt: die Werdenfelsbahn, hier eine Archivaufnahme.

Zugangebot wird deutlich aufgewertet

Werdenfelsbahn: Halbstundentakt ab 2025

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Diese Nachricht wird Pendler aus dem Staffelseeraum, die jeden Tag in die Landeshauptstadt müssen, besonders freuen: Die Werdenfelsbahn soll attraktiver werden und auf der Strecke München-Murnau den seit vielen Jahren geforderten Halbstundentakt erhalten – allerdings erst ab Ende 2025.

Murnau – Der Ruf nach einem Ausbau des Zugangebots im Landkreis Garmisch-Partenkirchen ist in den vergangenen Jahren deutlich lauter geworden. Der Grund liegt auf der Hand: Die beliebte Tourismusregion zwischen Staffelsee und Zugspitze hat ein gewaltiges Verkehrsproblem. Gerade die beiden Hauptorte Garmisch-Partenkirchen und Murnau leiden unter den Autolawinen – und damit unter Staus, Abgasen und Lärm.

Erst heuer im Februar schickten mehrere betroffene Bürgermeister unter der Federführung des Murnauer Rathauschefs Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) einen Brandbrief an die Bayerische Verkehrsministerin Kerstin Schreyer (CSU) – mit dem dringenden Appell, auf der Werdenfelsstrecke eine Taktverdichtung einzuführen. Bislang fährt im Abschnitt Weilheim-Garmisch-Partenkirchen nur jede Stunde ein Regionalzug. Hinzu kommen Expressverbindungen.

„Gerade für unsere Region ist es sehr wichtig, dass der Ausbau des Schienenverkehrs stärker vorangetrieben wird. Die örtliche Verkehrsinfrastruktur kommt an ihre Grenzen“, heißt es in dem Schreiben. Und weiter: „Nach all den strukturpolitischen Entscheidungen pro Straße in unserer Region ist es nun unerlässlich, auch strukturpolitische Entscheidungen pro Bahn zu treffen.“ Denn die Verkehrsprobleme könnten nur unter Einbeziehung aller Verkehrsmittel gelöst werden.

Die Forderung fand offenbar Gehör – zumindest teilweise. Am Freitag flatterte im Murnauer Rathaus das Antwortschreiben der Ministerin ein – mit einer vielversprechenden Ankündigung. Die Bayerische Eisenbahngesellschaft mbH (BEG) plane ab Ende 2025 „ein halbstündliches Zugangebot zwischen München und Murnau“, kündigt die Spitzenpolitikerin an – allerdings „vorbehaltlich der technischen und finanziellen Umsetzbarkeit“. Die Voraussetzungen dafür sind mit täglich über 5000 Fahrgästen gegeben.

Für das Staffelseegebiet mit den Haltestellen in Murnau und Uffing wäre dies ein großer Gewinn. „Das ist extrem positiv“, beurteilt Beuting die neuen Perspektiven. Es sei erfreulich, dass die Notwendigkeit, stärker auf Züge zu setzen, nun auch in München erkannt werde. Das Murnauer Gemeinde-Oberhaupt hofft, damit mehr Menschen zum Umstieg vom Auto auf die Bahn bewegen zu können – und auf diese Weise einen Beitrag zur Verkehrsentlastung zu leisten. In Weilheim habe der Halbstundentakt zu einer Verdopplung der Zahl der Bahnfahrer geführt, argumentiert Beuting. Ziel müsse aber weiterhin der zweigleisige Ausbau der Werdenfelsstrecke sein.

Ein Wermutstropfen bleibt: Im südlichen Landkreis zwischen Murnau und Garmisch-Partenkirchen ist keine Ausweitung des Zugangebots geplant. Dort seien deutlich weniger Fahrgäste unterwegs, erklärt Schreyer, und die Gemeinden Oberau und Eschenlohe befürchteten „massive Beschränkungen des innerörtlichen Verkehrs durch insgesamt häufigere Schrankenschließzeiten im Fall von Taktverdichtungen“. Hinzu komme, „dass ein durchgehender Halbstundentakt auf der eingleisigen Strecke bis Garmisch-Partenkirchen voraussichtlich erhebliche Risiken für die Betriebsstabilität bedeuten würde.“ Dazu müsste man erst die Infrastruktur ausbauen. Dies werde derzeit im Rahmen des Projekts „Deutschland-Takt“ untersucht.

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