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Ein Bodendenkmal vor dem Haupteingang der Münchner Universität erinnert an Christoph Probst. 

Namensfindung am Bundeswehr-Standort Garching-Hochbrück

Christoph Probst als Kasernenpatron?

Widerstandskämpfer Christoph Probst diente im Zweiten Weltkrieg als Sanitätsfeldwebel. Nun gibt es Anzeichen, dass möglicherweise eine Bundeswehr-Kaserne in Garching-Hochbrück nach dem gebürtigen Murnauer benannt wird.

Murnau – 1939 hat Christoph Probst den obligatorischen Arbeits- und Wehrdienst absolviert und beginnt in München sein Medizinstudium. Nach Kriegsbeginn kann es der gebürtige Murnauer als Soldat fortsetzen. Er gehört der Studentenkompanie der Medizinstudenten der Luftwaffe an. Diese war 1941/1942 in Straßburg, im Sommersemester 1942 in München und ab Winter 1942 in Innsbruck stationiert.

    Nachdem die Murnauer Mittelschule 2016 nach dem Widerstandskämpfer benannt wurde, könnte es sein, dass in absehbarer Zeit eine Kaserne auf den Namen des Sanitätsfeldwebels getauft wird. Dabei geht es um ein Areal in Garching-Hochbrück. Derzeit heißt es nur „Liegenschaft Hochbrück“. Beheimatet ist dort das Zentrale Institut des Sanitätsdienstes der Bundeswehr München. Es hat den Fokus auf Pharmazie und Lebensmittelchemie und gliedert sich in vier Laborabteilungen. Nach Tagblatt-Informationen stehen drei Varianten zur Wahl: Sanitätsfeldwebel-Probst-Kaserne, Fröttmaninger-Heide-Kaserne und Theodor-Blank-Kaserne. Das Institut will das offiziell nicht bestätigen. Nur so viel: „Wir sind noch in der Prüfungsphase für einen Kasernennamen“, erklärt ein Offizier. Wie aus gewöhnlich gut informierten Kreisen zu erfahren war, sind die Aussichten gut, dass die Liegenschaft nach Sanitätsfeldwebel Probst benannt wird, der als Mitglied der Widerstandsgruppe Weiße Rose im Februar 1943 von den Nationalsozialisten ermordet wurde. Angeblich steht er „ganz weit oben auf der Liste“.

    Es gibt bereits mehrere Militärareale, die nach Widerstandskämpfern benannt sind: die Stauffenberg-Kaserne etwa, die Henning-von-Tresckow-Kaserne oder auch die Feldwebel-Anton-Schmid-Kaserne. Ein möglicher Einweihungstermin für eine Sanitätsfeldwebel-Probst-Kaserne wäre der November 2019. Dann jährt sich der Geburtstag des Weiße-Rose-Mitglieds zum 100. Mal. Dessen Sohn Vincent Probst weiß nach eigenen Angaben bisher noch nichts von den genannten Überlegungen. Er müsse sich diesbezüglich erst einmal „schlau machen“ und sich mit seinen Neffen besprechen.

    Beim Werdenfelser Bündnis gegen Rechtsextremismus, das die Erinnerung an Christoph Probst hochhält, würde man eine Würdigung durch die Bundeswehr begrüßen. „Wir fänden das sehr, sehr gut“, betont Co-Sprecherin Inga Grüttner. Probsts Bedeutung im Widerstand werde erst jetzt „ganz langsam gewürdigt“, erklärt sie. Das Sanitätsinstituts-Areal nach ihm zu benennen, würde „wunderbar“ passen. Unterdessen hat das besagte Bündnis bereits den 100. Todestag im Blick. „Wir sind dabei, mit der Gemeinde, den Schulen und der Kirche Kontakt aufzunehmen“, sagt Grüttner. Das Ziel: Zusammen eine Veranstaltung auf die Beine stellen, um „diese bemerkenswerte Persönlichkeit“ zu feiern.

Roland Lory

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