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Probe für „Andreas Vöst“: (v.l.) Franz Fischer, Peter Keller, Matthias Plateck, Hans-Paul Böck, Michael Karrasch und Reinhold Gartenfeld.

Abfälliger Kommentar bei Stück des Freien Theaters Murnau 

Schauspieler Manske bedauert Eklat während Aufführung

Der bekannte Film-Schauspieler Wilhelm Manske ist in Murnau eine Institution. Einen Traum hat er sich 2005 erfüllt und das „Freie Theater Murnau“ mitgegründet. Inszenieren wird er dort jedoch nichts mehr. „Der Zug ist abgefahren“, sagt Manske. Im Sommer sorgte er sogar für einen Eklat.

Murnau – Ein böser Mensch ist man nicht einfach. Man wird dazu. Das betrifft nicht nur reale Personen, sondern auch Charaktere aus der Literatur. Auf der Theaterbühne müssten Entwicklung und Facetten der Figuren zu sehen sein, Zuschauer sich identifizieren und mitfühlen können, sagt der Murnauer Film- und Fernsehschauspieler Wilhelm Manske. In zahlreichen Theater-, Film- und Fernsehproduktionen hat er bereits mitgewirkt. Zum Beispiel im US-Blockbuster „Schindlers Liste“. Jahrelang war er täglich in der Erfolgsserie „Dahoam ist Dahoam“ zu sehen. Aktuell steht Manske in „Der Kontrabass“ von Patrick Süßkind auf der Bühne. Jahrelang wirkte er auch im „Freien Theater Murnau“ mit. 2005 hatte er sich einen Herzenswunsch erfüllt und die Laien-Gruppe gegründet. Sein Wissen als Profi wollte er den Hobby-Akteuren vermitteln, ihnen das Handwerkszeug der Schauspielkunst beibringen. Die Inszenierung „King John“, bei der er Regie führte, war ein Erfolg. Ebenso viele weitere Stücke, die folgten. Doch damit ist Schluss. Projekte wie diese wird es künftig nicht mehr geben. Zumindest nicht mit Manske. „Der Zug ist abgefahren“, sagt er knapp.

Seit einigen Jahren schon arbeitet Manske mit der Gruppe nicht mehr zusammen. Man sei nicht zerstritten, betont er. Manske spricht von Ressentiments, die es zwischen ihm und einigen Mitgliedern gebe. Mit vielen habe er jedoch „guten Kontakt“. Auch der Zweite Vorsitzende des Vereins Walter Hlawatsch betont, dass es keinen Streit gegeben habe. Man habe sich einfach auseinanderentwickelt. „Wir arbeiten mit verschiedenen Regisseuren“, sagt er. Etwa mit Josef Daser aus Großweil, der im Sommer das Ludwig-Thoma-Stück „Andreas Vöst“ auf die Bühne brachte. Manske war damals zu Gast. Und sorgte für einen kleinen Eklat. Mitten in der Aufführung ist er aufgestanden und gegangen. Mit einem hörbar abfälligen Kommentar. Damit sorgte er für Verwunderung. Bei den Zuschauern, die dies mitbekommen hatten, und bei den Schauspielern.

Im Nachhinein tue ihm dies leid, sagt Manske. „Ich habe mich vielleicht etwas verleiten lassen.“ Bedauern schwingt in seiner Stimme mit. Die Sache sei jedenfalls mit der Gruppe geklärt. Gegen das Stück habe er auch nichts. Es wurde „ordentlich aufgeführt“, sagt er. Einige Rollen haben ihm gut gefallen. Andere weniger. Sie waren ihm zu eindimensional. „Man wusste sofort, wer gut und wer böse ist.“

Relativ wenig tangiert hat Manskes Abgang Daser, den Regisseur des Theaterstücks. „Ich habe das gar nicht so mitbekommen“, sagt er. Auch weil er sich auf den Ablauf konzentrieren musste. Außerdem kenne er Manske persönlich gar nicht. „Wenn ihm das Stück nicht gefallen hat, ist das seine Meinung“, sagt er. Diese stehe ihm zu. Der Regisseur selbst ist zufrieden. Die Inszenierung wurde überwiegend gelobt. Unter anderem von Schauspieler Werner Rom, ebenfalls bekannt aus „Dahoam is Dahoam“ oder der Kultserie „Löwengrube“. Erst vor wenigen Tagen saß Daser mit dem Ensemble der Murnauer Theatergruppe zusammen. Dabei haben sie die Aufführungen im Sommer Revue passieren lassen. Über den Eklat wurde nicht mehr gesprochen. „Das war kein Thema“, sagt Hlawatsch.

Auch für Manske ist Gras über die Sache gewachsen. Er hat schon wieder andere Pläne, unter anderem mit dem Regisseur Samir Yacoob. Was genau, sagt er nicht.

Magdalena Kratzer

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