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Neuzugang: Miriam Seidel mit (v.l.) Geschäftsleiter Josef Neuner, Wirtschaftsförderer Jan-Ulrich Bittlinger und Bürgermeister Rolf Beuting. 

Neuzugang im Ressort Wirtschaftsförderung

Probst kritisiert  Personalaufstockung

Die Wirtschaftsförderung des Marktes Murnau wird personell verstärkt. Miriam Seidel unterstützt ab Ende des Monats Jan-Ulrich Bittlinger. Welf Probst, Sprecher der Freien Wähler, kritisiert, dass aufgestockt wird.

Murnau – Der Neuzugang heißt Miriam Seidel. Die gebürtige Münchnerin hat in den vergangenen zehn Jahren als Teamleiterin im Projektmanagement im Bereich Messe- und Veranstaltungsbau für die internationale Luft- und Raumfahrtindustrie gearbeitet. Nach der Geburt ihres zweiten Kindes orientiert sie sich nun beruflich neu. Sie verstärkt das Ressort Wirtschaftsförderung des Marktes Murnau. Ab Ende Januar unterstützt Seidel in Teilzeit die Arbeit von Jan-Ulrich Bittlinger. Er betreut seit Mitte 2015 als Wirtschaftsförderer die örtlichen Betriebe.

„Die Gemeinde bietet ein spannendes und vielfältiges Aufgabengebiet an“, erklärt Seidel, die mit einem Murnauer liiert ist und seit sechs Jahren in der Marktgemeinde wohnt, in einer Pressemitteilung. „Da musste ich nicht zweimal überlegen.“ Und die Flexibilität der Arbeitszeiten sei natürlich mit Familie ein großer Vorteil. „Mit Frau Seidel haben wir als Markt Murnau erneut eine hochqualifizierte Mitarbeiterin für uns gewinnen können“, betont Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum).

Seit dem vergangenen Jahr ist die Personalausstattung der Wirtschaftsförderung Thema im Gemeinderat. Zwei Anträge aus den Reihen der Gemeinderatsfraktionen unterstützten gemäß der besagten Pressemitteilung eine personelle Verstärkung.

Doch nicht alle Volksvertreter sind erfreut über den Zuwachs. Welf Probst, Sprecher der Freien Wähler, betont: „Ich verstehe nicht, wieso wir mehr Personal brauchen.“ Bittlinger sei als Wirtschaftsförderer eingestellt. „Aber er ist tatsächlich nur als Hausverwalter des Innovationsquartiers tätig.“ Um die traditionellen Murnauer Betriebe kümmere er sich nicht. „Das wäre aber seine Aufgabe“, poltert Probst, der diese Kritik schon öfters geäußert hat. Sein Fazit: „Wir haben eine Stelle geschaffen, die uns ein Wahnsinnsgeld kostet. Da muss man jetzt nicht noch mehr draufsatteln.“ 

Bittlinger lässt dies alles nicht unwidersprochen. „Natürlich ist es schade, dass Herr Probst nicht stolz darauf ist, dass die Wirtschaftsförderung erfolgreich Maßnahmen zur Ansiedlung neuer Branchen und Schaffung neuer Arbeitsplätze umgesetzt hat. Sie sorgen dafür, dass unsere Kinder und Jugendliche die Region nicht verlassen müssen.“ Bittlinger bedauert zudem, dass Probst den Wert einer Wirtschaftsförderung ausschließlich an der Anzahl der besuchten Betriebe festmache. „Und es ist schade, dass er nicht berücksichtigt, dass die Wirtschaftsförderung in der Regel innerhalb von 24 Stunden bei einem Unternehmen ist, das ein Problem hat.“ Das positive Feedback der Murnauer Firmen zur Arbeit der Wirtschaftsförderung sei eine große Unterstützung und Motivation den Weg, den der Gemeinderat mehrheitlich beschlossen habe, unbeirrt fortzusetzen.

Rathauschef Beuting hatte die Volksvertreter bereits im Dezember informiert, dass eine unbesetzte Personalstelle in Teilzeit der Wirtschaftsförderung zugeordnet wird. „Die Verwaltungsorganisation sowie die Personalauswahl fiel gemäß Geschäftsordnung in die Zuständigkeit des Bürgermeisters“, heißt es in der besagten Pressemitteilung. 

„Wir haben in den letzten drei Jahren mit der Wirtschaftsförderung einen gewaltigen Grundstock gelegt“, fasst Beuting zusammen. Darauf aufzubauen, gehe nur mit einer verbesserten Personalausstattung.

Roland Lory

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