Anziehungspunkt: der Wochenmarkt am Mittwoch im Murnauer Zentrum.
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Anziehungspunkt: der Wochenmarkt am Mittwoch im Murnauer Zentrum.

Debatte im Hauptausschuss

Freien-Antrag abgelehnt: Murnauer Wochenmarkt bleibt in Fußgängerzone

  • Roland Lory
    vonRoland Lory
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Im vorigen Jahr war der Murnauer Wochenmarkt für ein paar Monate auf den Forsteranger-Parkplatz umgezogen. Die Freien Wähler wollen, dass er dort dauerhaft stattfindet. Die anderen Fraktionen lehnten dies im Hauptverwaltungsausschuss jedoch ab. Auch ein zweiter Wochenmarkt stieß auf erhebliche Vorbehalte.

  • Der Hauptverwaltungsausschuss hat beschlossen, dass der Wochenmarkt in der Fußgängerzone bleibt.
  • Der Tenor lautete: Der Markt gehört ins Zentrum.
  • Auch einem zweiten Wochenmarkt erteilten die Räte eine Absage.

Murnau – Das Thema Wochenmarkt sollte eigentlich schon Anfang Dezember im Murnauer Hauptverwaltungsausschuss auf den Tisch kommen. Doch man verschob das Ganze. Am Donnerstagabend wurden nun die beiden Anträge behandelt, die zu diesem Punkt vorliegen.

Antrag der Freien Wähler

Den einen hatten die Freien Wähler eingereicht. Sie wollen, dass der Wochenmarkt dauerhaft auf dem Forsteranger-Parkplatz abgehalten wird. Dort fand er wegen der Pandemie von Mai bis Oktober statt. Freien-Gemeinderat Welf Probst legte die Gründe dar, die aus Sicht seiner Fraktion für einen Wechsel sprechen. Der Standort Forsteranger-Parkplatz sei „gut angenommen“ worden. In der Fußgängerzone sieht er mehrere Problempunkte: Es sei eng wegen der größer werdenden Fierantenfahrzeuge; diese stellten die Schaufenster zu, „das führt zu Verdruss“; die Rettungsfahrzeuge müssten durchpassen, was nicht gegeben sei. Der Forsteranger-Parkplatz „kann schnell geräumt werden“ – im Gegensatz zur Fußgängerzone – und „hat eine sehr gute Anfahrbarkeit“. Zudem „ist er gut angebunden an den Markt“. Den einzigen Nachteil sehen die Freien darin, dass dort während des Marktes nur eine begrenzte Zahl an Parkplätzen zur Verfügung steht.

Große Vorbehalte

Der Antrag stieß im Hauptverwaltungsausschuss auf Ablehnung. Tenor: Der Markt gehört in die Fußgängerzone. In diesem Sinne äußerten sich Josef Bierling, Rudolf Utzschneider, Michael Hosp (alle CSU), Phillip Zoepf (Mehr Bewegen) und Felix Burger. Der SPD-Vertreter betonte: „Da blüht nun mal das Leben.“ Und Hosp bekräftigte: „Das hat sich sehr gut etabliert.“ Der Antrag wurde mit Probsts Gegenstimme abgelehnt. Im Vorfeld hatte sich auch der Verein zur Wirtschaftsförderung für einen Verbleib im Zentrum ausgesprochen. Die Verwaltung hatte im Vorjahr nach der Verlegung viele Rückmeldungen bekommen. Es gab nach Angaben von Florian Krammer, Leiter des Ordnungsamts, keine Tendenz in die eine oder andere Richtung. Es könnte allerdings sein, dass der Wochenmarkt heuer wieder pandemiebedingt umziehen muss. Darauf wies Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) hin.

Jones für zweiten Wochenmarkt

Nicht anfreunden konnte sich das Gremium auch mit dem Vorschlag von Grünen-Fraktionssprecherin Veronika Jones, bezüglich des Wochenmarkt-Standorts eine Umfrage unter Händlern und Einzelhandelsgeschäften zu machen. In einem Aufwasch hätte man aus ihrer Sicht abfragen können, ob ein zweiter Wochenmarkt gewünscht ist und wenn ja, wo. Einen solchen hatte Jones beantragt – vor dem Kultur- und Tagungszentrum sollte er stattfinden, mit dem Fokus auf regionale Erzeugnisse. „Eine gute Plattform gerade für kleine Betriebe“ wäre das ihrer Meinung nach.

Bierling: Keine Konkurrenz aufbauen

Doch die Skepsis überwog eindeutig. „Vollkommen dagegen“ war Hosp. Denn viele Einzelhändler würden ohnehin um ihre Existenz kämpfen. Man sollte eher diese unterstützen, fand er. Auch Bierling verwies auf die Konkurrenz für Gewerbetreibende. Zudem machte er auf die Krammärkte und die Veranstaltungen des Vereins zur Wirtschaftsförderung aufmerksam. „Da brauchen wir nicht zusätzlich was aufzubauen.“ Das letzte Wort hat bei beiden Anträgen der Marktgemeinderat.

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