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Erhöht in der Wohnraum-Debatte den Druck: Veronika Jones, Sprecherin der Grünen in Murnau. 

Kampf gegen Immobilienkrise

Wohnbau: Grüne wollen Bürgergenossenschaft gründen

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Die angespannte Wohnraumsituation in Murnau entwickelt sich zu einem zentralen Wahlkampf-Thema. Die Grünen wollen Nägel mit Köpfen machen und kündigen die Gründung einer Bürgergenossenschaft für Wohnbau an – ohne jedoch ein Grundstück dafür zu haben.

Murnau – Der Murnauer Ortsverband der Grünen ist mit der bisherigen Wohnraumpolitik der Marktgemeinde nicht zufrieden – obwohl bereits einige Projekte auf den Weg gebracht wurden. Dazu zählt der kommunale Wohnungsbau am Längenfeldweg, der kürzlich Richtfest feierte. Das reicht der Öko-Partei nicht aus: „Bündnis 90/Die Grünen sehen nach wie vor viel zu wenig Fortschritte beim Thema bezahlbarer Wohnbau“, heißt es in einer Pressemitteilung, die Ortssprecherin und Ex-Gemeinderätin Veronika Jones verschickt hat.

Die Grünen werben für ihr Konzept eines so genannten Murnauer Einheimischenmodells. Dieses zielt darauf ab, dass gemeindliche Flächen im Rahmen eines Erbpachtmodells von Genossenschaften bebaut werden. Außerdem brachte Gemeinderat Hans Kohl den Antrag ein, dass Grund, der der Kommune gehört, nicht mehr verkauft werden soll.

Jetzt wollen die Grünen Gas geben, „um den Prozess endlich voranzubringen“, wie es in dem besagten Schreiben heißt. Sie kündigen die Gründung einer Bürgergenossenschaft für gemeinschaftliches Bauen an. Interessenten und Unterstützer können sich auf der Internetseite der Partei (www.gruene-murnau.de) schon mal in ein Formular eintragen. Und an einem Info-Stand am Samstag, 21. Dezember (11 bis 13 Uhr), in der Fußgängerzone sollen Fragen beantwortet werden.

Sobald sich genügend Menschen, die mitmachen wollen, eingetragen haben, wird es laut den Grünen Anfang 2020 eine Info-Veranstaltung über den weiteren Gründungsprozess geben. Jones rechnet mit rund sechs Monaten Vorlauf: „Sofern der Gemeinderat nun zügig beschließt, dass Grundstücke nicht mehr verkauft werden, können die Grundstücke sofort an die Bürgergenossenschaft zur Bebauung vergeben werden. Somit kann binnen weniger Monate mit den Planungen begonnen werden“, sagt die Ortspolitikerin, die als potenzielle Bürgermeisterkandidatin gehandelt wird.

Das Ganze hat einen Haken: Für das Projekt Bürgergenossenschaft steht bislang kein kommunales Grundstück zur Verfügung – ein Umstand, den Jones auf Tagblatt-Nachfrage einräumt. Auch gibt es noch keinen entsprechenden Beschluss des Gemeinderats. „Die Lage ist ganz klar: Wir können nichts versprechen“, sagt sie. Über das Risiko, dass aus der Sache möglicherweise nichts wird, würden die Interessenten aufgeklärt. Theoretisch könnte die Genossenschaft Bauland kaufen. Das wäre aber angesichts der hohen Preise, die am Immobilienmarkt herrschen, eine „große Herausforderung“, sagt Jones. Es gehe darum, den Druck zu erhöhen und den dringenden Bedarf zu verdeutlichen. „Wir müssen in die Gänge kommen“, fordert die Grünen-Sprecherin – und denkt laut über ein Bürgerbegehren als nächsten Schritt nach.

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