Lebenslänglich wegen Polizistenmords für Reichsbürger

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Genügend Platz für Wohnungen: das Areal am alten Gemeinde-Krankenhaus. 

Wohnbau-Projekt am Murnauer James-Loeb-Haus

Verwirrendes Dankesschreiben

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Die Marktgemeinde Murnau will am James-Loeb-Haus bezahlbaren Wohnraum schaffen. Eine Wohnbau-Genossenschaft verschickte diesbezüglich schon mal Dankesschreiben an die Fraktionen – und sorgte für Irritationen.

Murnau – Es war ein für Murnaus Ortsentwicklung wegweisendes Paket an Entscheidungen, das der Gemeinderat im März geschnürt hatte. Die Rathaus-Verwaltung brachte anschließend gleich eine Sonderausgabe des Gemeindeblatts „Marktbote“ heraus, um den Bürgern davon zu berichten. Die beiden wichtigsten Beschlüsse: Im Kemmelpark wird ein medizinisches Forschungszentrum angesiedelt. Und auf dem Gelände des alten Gemeinde-Krankenhauses ist bezahlbarer Wohnraum im Erbbaurecht vorgesehen, wobei insbesondere ein genossenschaftliches Konzept berücksichtigt werden soll.

Eine Genossenschaft, die auf solche Bauprojekte spezialisiert ist, sitzt in Ohlstadt und heißt Maro. Sie hatte sich für die besagte Fläche im Kemmelpark mit einem Kombi-Modell Wohnen und Arbeiten beworben, zog allerdings den Kürzeren. Umso erstaunlicher ist es, dass sie trotzdem an Vertreter des Gemeinderats ein Dankesschreiben schickte. CSU-Fraktionssprecherin Regina Samm sprach in der jüngsten Sitzung das Thema an und las den Text vor. Das Verwirrende dabei: Die Maro Genossenschaft drückte ihre Freude über das bevorstehende Bauvorhaben auf dem Krankenhaus-Gelände aus. Das lässt Raum für Interpretationen. Samm wollte von der Verwaltung wissen, ob denn der Auftrag schon vergeben worden sei. Dies wurde verneint. Dafür, so der Tenor, müsse der Gemeinderat erst einen Beschluss fassen.

Das Ganze hatte ein Nachspiel. Der Markt wandte sich daraufhin an die Ohlstädter Organisation, um die Sache klarzustellen: „Wir haben der Maro Genossenschaft mitgeteilt, dass der Gemeinderat mit dem Beschluss vom 23.03.2017 keine Vorentscheidung für die Maro gefällt hat“, sagt Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) auf Tagblatt-Nachfrage. Nach Ansicht der Verwaltung ist für die Wohnbebauung an der James-Loeb-Straße ein Ausschreibungsverfahren notwendig. Er würde sich freuen, so Beuting weiter, wenn daran auch die Maro Genossenschaft teilnimmt – „nach der hervorragenden Bewerbung für das GE-Mitte Grundstück im Kemmelpark“.

Maro-Vorstand Martin Okrslar bleibt gelassen – und kann die Aufregung nicht verstehen. „Das war total harmlos“, sagt er. Er habe sich einfach über die Weichenstellungen des Gemeinderats gefreut und dies mitgeteilt. „Das war nur eine Geste.“ Natürlich habe die Maro Interesse an einem Genossenschaftsprojekt am alten Gemeinde-Krankenhaus. Seiner Ansicht nach sind dort günstige Kaltmieten im Bereich von 8,50 Euro pro Quadratmeter durchaus machbar – wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Dazu zählten etwa ein günstiger Erbpachtzins für den Grund und ein passendes Baurecht. Aber auch Okrslar betont: „Es gibt keine Zusage.“

Die 2012 gegründete Maro ist eine nicht gewinnorientierte Genossenschaft, die gemeinschaftliche Wohnformen im ländlichen Raum vorantreibt – eine Art Sozialunternehmen. Sie betreibt oder plant Objekte mit insgesamt rund 120 Wohneinheiten – vor allem in den Nachbarlandkreisen. Im Landkreis Garmisch-Partenkirchen ist sie noch nicht vertreten. Wer einziehen will, muss Anteile kaufen. Dafür sind die Mieten moderat und stabil. Damit die Rechnung aufgeht, ist günstiger Grund entscheidend.

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