Philip SchürleinDer Tourist-Info-Leiter hat seine Probezeit hinter sich.

Das Ziel bis 2025: Tourismus von höchster Qualität

Murnau - Philip Schürlein will erst einmal eins: mehr Betten. Denn obwohl Murnau touristisch gesehen ganz gut aufgestellt ist, ist es das, woran es am meisten fehlt. Dabei ist der Leiter der Tourist-Info in diesem Punkt schon bescheiden geworden. In der Gemeinderatssitzung hat er nun sein Konzept „Tourismus mit höchster Qualität für Murnau bis 2025“ vorgestellt.

Vor einem halben Jahr, bei Antritt seiner Stelle in Murnau, hat Philip Schürlein noch gewagt, von einem Vier-Sterne-Haus zu träumen - und vielleicht sogar von einem neuen Tagungshotel. Heute, ein halbes Jahr später und nach bestandener Probezeit, würde sich der Leiter der Kur- und Tourist-Info schon mit einem soliden, neuen Haus zufrieden geben, das nicht nur Platz für Tagungsgäste, sondern auch Wohnungen für arabische Besucher und Unterkunft für 50-köpfige Busgruppen anbietet. Denn die Ist-Situation für Murnau stellt sich wie folgt dar: Die Anzahl der angebotenen Betten ist von 2014 auf 2015 von 1360 auf 1170 gesunken. Vermutlich auch deshalb seien sowohl bei den Ankünften Rückgänge von 46 200 auf 40 600 zu verzeichnen als auch bei den Übernachtungen von 190 000 auf 172 000. „Das kann auf die Stilllegung des CVJM-Heimes in Moosrain zurückzuführen sein, das waren immerhin an die 5000 Übernachtungen pro Jahr, und auch auf die Schließung des Hotels Ludwig“, sagte Schürlein in der jüngsten Gemeinderatssitzung. „Ein weiterer Verlust an Bettenkapazitäten wäre riskant für Murnau“. Dazu komme, dass zwar die Aufenthaltsdauer der Gäste leicht von 4,1 auf 4,2 Tage gestiegen, die Anzahl der ausländischen Gäste aber beispielsweise von 16,2 auf 15,1 Prozent gesunken sei.

In der Sitzung hat Schürlein nun sein ehrgeiziges Ziel präsentiert, „Murnau bis 2025 zu dem Ort im Landkreis Garmisch-Partenkirchen mit der höchsten Qualität im Tourismus“ zu machen. Um dieses zu erreichen, hat er vier Handlungsbereiche aufgestellt, die im Wesentlichen auf die Erhöhung der Aufenthaltsdauer der Gäste, auf das Angleichen saisonaler Unterschiede, auf die Stärkung des Tagestourismus und auf Qualitätssteigerung insgesamt abzielen (siehe Kasten). Dabei müssten aber alle Beteiligten an einem Strang ziehen, also nicht nur die Tourist-Info, sondern auch die Vereine, der Gemeinderat, die Marktgemeinde, der Einzelhandel, die Gastronomie und Hotellerie, betonte er.

Im Laufe seiner Analysen hat der Tourismusexperte festgestellt, dass zum Beispiel die Gäste in Murnau zwar das Schloßmuseum, das Münter-Haus, den Staffelsee, das Moos, die Wander- und Radwege sowie die Fußgängerzone kennen, nicht aber den Rieg- und den Froschhauser See, den Kultur- und den Seidlpark, die Nordic-Walking-Wege und die vielen Angebote der heimischen Künstlerszene. Und genau darin sieht Schürlein Chancen. Der Bekanntheitsgrad Murnaus müsste erhöht und neue Zielgruppen ausfindig gemacht werden. Diese könnten Wohnmobilisten, Oldtimer-, Motorrad-, Touren- und E-Bikefahrer, Hobbykünstler auf Inspirationssuche sowie spirituelle und naturverbundene Menschen sein.

Lob für diese Visionen, aber auch kritische Anmerkungen waren im Anschluss der Präsentation aus den Reihen der Gemeinderäte zu hören. Es habe bereits 2011 ein Strategiepapier für Murnau bis zum Jahr 2020 gegeben, merkte etwa Maria Schägger (Freie Wähler) an. Und auch für Michael Manlik (ÖDP/Bürgerforum) und Elisabeth Hoechner (SPD) waren die Zielvorstellungen zu wenig konkret. „Sagen Sie uns, was Sie brauchen“, forderte Hoechner Schürlein auf. Und das tat dieser dann auch. Wenn er es sich einfach wünschen könnte, dann hätte er gern außer mehr Betten (im Hotel- und im Privatsegment), ein Vier-Sterne- und ein Tagungshotel, mehr online-buchbare Betriebe, gerne auch ein besseres Schlechtwetterangebot und definitiv einheitlichere Öffnungszeiten der Geschäfte.

(sp)

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