Eine kroatische Familie aus Murnau muss sich jetzt vor Gericht verantworten.
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Eine kroatische Familie aus Murnau muss sich jetzt vor Gericht verantworten.

In Murnau: Zuerst das Messer, dann die Drogen

  • VonMichaela Sperer
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Polizisten entdecken bei einem 17-jährigen Kroaten und später bei seiner 44-jährigen Tante Betäubungsmittel.

Murnau – Eine Aneinanderreihung von „unglücklichen“ Umständen hat eine kroatische Familie aus Murnau am Mittwoch ins Visier der Polizei gebracht: Zunächst einmal hatten die Beamten gegen 10.50 Uhr an der Reschstraße einen 17-jährigen Schüler aus Kroatien, der derzeit bei seiner in der Marktgemeinde lebenden Tante zu Besuch ist, kontrolliert. In seiner Bauchtasche fanden sie – griffbereit – ein so genanntes „Butterflymesser“, mit dem jeglicher Umgang gemäß Waffengesetz verboten ist. Zudem führte der Jugendliche, ebenfalls in der Bauchtasche, kleinere Konsumeinheiten von Marihuana und Haschisch mit sich.

Aufgrund des Verdachts von Straftaten gegen das Waffen- und Betäubungsmittelgesetz wurde die Staatsanwaltschaft informiert, die eine Sicherheitsleistung im niedrigen dreistelligen Euro-Bereich festlegte, da der Kroate in Deutschland keinen festen Wohnsitz hat.

Nach Entrichtung dieser Summe sollte der junge Mann in die Obhut seiner Tante übergeben werden, die ihn bei der Polizeidienststelle abholen wollte. Die 44-Jährige kam auch wie angekündigt, stellte ihren Pkw laut Polizei jedoch „etwas ungeschickt“ an der Dienststelle auf einem Behindertenparkplatz ab, obwohl sie unter keinerlei Beeinträchtigungen leidet. Dadurch zog sie bereits eine gewisse Aufmerksamkeit der Polizisten auf sich. Im weiteren Gespräch mit der Frau fielen den Beamten drogentypische Ausfallerscheinungen auf. Sie räumte daraufhin ein, „am Tag davor“ einen Joint geraucht zu haben. Ein vor Ort durchgeführter Test verlief positiv auf THC (Tetrahydrocannabinol). Daher bestand der Verdacht des Fahrens unter Einfluss von Betäubungsmitteln. Eine Blutentnahme wurde angeordnet. Jetzt erwartet die Tante diesbezüglich ein Bußgeldbescheid in Höhe von mindestens 500 Euro, ein Monat Fahrverbot und ein Punkt in Flensburg.

In ihrer Wohnung entdeckten die Beamten später zu allem Überfluss auch noch weitere Betäubungsmittel (Haschisch und Marihuana) im einstelligen Gramm-Bereich – fertiggedrehte Joints, Haschischpfeifen und Marihuanamühlen –, die auf ein gewisses Konsumverhalten der Tante und gegebenenfalls auch ihres Neffen hindeuteten. Die Frau erwartet deshalb noch ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachtes auf Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz.

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