Hochspannungs-Freileitungen im Nebel.
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Hochspannungs-Freileitungen im Nebel (Symbolfoto). In Murnau hat man jetzt zwei mögliche Standorte fürs Umspannwerk ad acta gelegt.

Arbeitskreis ist installiert

Umspannwerk Murnau: Suche nach neuem Standort beginnt von vorn

  • Roland Lory
    vonRoland Lory
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Die Suche nach einem neuem Standort für das Murnauer Umspannwerk beginnt von vorn. Denn zwei mögliche Stellen hat der Gemeinderat beerdigt.

  • Die Suche nach einem neuem Standort für das Murnauer Umspannwerk beginnt von vorn.
  • Zwei mögliche Stellen hat der Gemeinderat am Mittwochabend beerdigt.
  • Nun soll sich ein Arbeitskreis Gedanken machen.

Murnau – Der Andrang ist erwartungsgemäß groß am Mittwochabend im Kultur- und Tagungszentrum. 38 Besucher dürfen coronabedingt hinein. Doch es ist nicht für alle Platz. Das Thema Umspannwerk lockt die Bürger an. Viele Froschhauser und Weindorfer wollen wissen, was in der Sitzung des Marktgemeinderats besprochen wird.

Kritik zu Beginn

Drei kritische Wortmeldungen gibt es aus der Zuhörerschaft zu Beginn. Es fallen Worte wie „nicht akzeptabel“, „entsetzt“, zudem ist die Bitte um mehr Transparenz zu hören. Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) kann diejenigen, die ans Mikro gehen, beruhigen. „Wir haben alle Argumente kritisch auf die Waage gelegt. Sie werden ganz zufrieden die Sitzung verlassen.“

Projekt löste Protest aus

Die Idee, das Umspannwerk vom Zentrum zum Froschhauser Berg hinauszuverlagern, Protest aus. Bei dem Standort östlich der Grüngut-Annahmestelle handelt es sich nicht nur um einen exponierten Platz, dort war früher auch eine Deponie. Vergangene Woche kam dann ein etwaiger Alternativstandort ins Spiel, 200 Meter südöstlich der Grüngutdeponie gelegen. Am vergangenen Montag hatte sich ein großer Teil der Volksvertreter getroffen, um über das weitere Vorgehen zu beraten. Das Ergebnis präsentiert Rathauschef Beuting im Gemeinderat, der folgende Marschroute beschließt:

■   Alle ins Auge gefassten Standorte südlich der Riegseer Straße werden nicht mehr weiterverfolgt.

■  Der Beschluss, ein zweites Gutachten bezüglich der Altlasten am geplanten Standort Grüngutdeponie erstellen zu lassen, wird aufgehoben.

■  Der Marktgemeinderat bildet eine Arbeitsgruppe, die aus Mitgliedern des Gremiums und der Verwaltung besteht. Maximal zwei Fraktionsvertreter gehören dem Arbeitskreis an. Dieser arbeitet an dem Projekt Umspannwerk weiter. Die Ergebnisse werden dem Gemeinderat mitgeteilt. Dieser beschließt das weitere Vorgehen. Die Arbeitsgruppe stimmt sich darüber ab, welche Informationen an die Öffentlichkeit gehen.

Zeitdruck bleibt

„Geben Sie der Arbeitsgruppe eine Chance, dass sie arbeiten kann“, sagt Beuting und hofft, „dass wir alle gemeinsam einen guten Weg finden. Wir haben sehr wohl aufgenommen, was in den letzten Wochen gesagt wurde und an uns herangetragen wurde.“ Dennoch: „Der Zeitdruck bleibt derselbe. Da beißt die Maus keinen Faden ab.“ Das Bayernwerk, das das Umspannwerk betreibt, will, dass die Gemeinde spätestens im Januar eine Entscheidung trifft.

Probleme mit Grunddienstbarkeiten?

Warum auch der Alternativstandort, der ein Stück südöstlich der Grüngutdeponie liegt, ad acta gelegt wird, bleibt in der Sitzung im Dunkeln. Dem Vernehmen nach gibt es Schwierigkeiten mit Grunddienstbarkeiten. Felix Burger (SPD-Fraktion) sieht das „Hauptproblem“ darin, dass es „superschwierig“ geworden wäre, einen der beiden anvisierten Standorte bis Januar „durchzubringen“.

Erstes Treffen

Der erwähnte Arbeitskreis sollte am gestrigen Donnerstagabend erstmals tagen. Anna Schlegel-Herz (ÖDP/Bürgerforum) verweist auf den einstimmigen Beschluss, das Umspannwerk aus dem Zentrum hinauszuverlagern. „Wenn diejenigen, die mitgestimmt haben, das ernst meinen, müsste ihnen dran gelegen sein, dass man einen anderen Standort findet.“ Welf Probst von den Freien Wählern stellt fest: „Es wird zunehmend schwierig, so große Projekte durchzusetzen und den Ort dadurch weiterzuentwickeln.“ Probst „fände es fatal“, wenn der Markt Murnau die Verlagerung nicht hinbekäme.

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