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Murnauerin (19) wegen Fahrerflucht vor Gericht - Zusätzliche Zeugen sollen Klarheit bringen

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Von: Alexander Kraus

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Ein Urteil hat das Gericht noch nicht gefällt.
Ein Urteil hat das Gericht noch nicht gefällt. © MM

Eine junge Murnauerin hat beim Ausparken in Murnau ein anderes Auto angefahren. Nun steht sie wegen Fahrerflucht vor Gericht.

Murnau – Es ist der Versuch gewesen, glimpflich aus der Angelegenheit rauszukommen, doch er ist vorerst gescheitert: Eine junge Frau hat beim Ausparken in Murnau ein anderes Auto angefahren. Ihr wurde vorgeworfen, sich danach unerlaubt entfernt zu haben. Bei der Gerichtsverhandlung vor dem Amtsgericht Garmisch-Partenkirchen tat sie kund, dass sie einen Zettel an der Windschutzscheibe des beschädigten Wagens hinterlassen habe. Das deckte sich jedoch nicht mit der Angabe des Nachbarn, der bei der Polizei ausgesagt hatte. Dr. Benjamin Lenhart konnte sich kein rechtes Bild verschaffen. „Wir brauchen einen neuen Termin“, sagte der Richter und setzte daraufhin den 7. Februar zur Fortsetzung an.

VW-Bus touchiert

Die 19-Jährige räumte zunächst ein, dass sie am 8. Mai vergangenen Jahres an einer Straße in Murnau gegen 20 Uhr den roten VW-Bus touchierte, als sie ihren Seat rückwärts ausparkte, um zum Essenholen zu fahren. „Ich bin ausgestiegen und habe mir den Schaden angeschaut.“ Ein zufällig vorbei- kommender Nachbar begutachtete das Malheur ebenfalls und empfahl der Angeklagten, Namen und Telefonnummer auf einen Zettel zu schreiben.

Nachdem sich der Nachbar entfernt hatte, fuhr die Studentin den Seat in die Garage. Noch im Auto habe sie einen Zettel gefunden und darauf ihre Daten geschrieben. Das DIN-A4-Blatt habe sie beim angefahrenen VW-Bus unter den Scheibenwischer gesteckt. Zum Essenholen fuhr sie anschließend mit einem anderen Auto. Der Nachbar hatte aber den Sachverhalt bei der Polizei etwas anders dargestellt, bemängelte Lenhart.

Der Halter des angeschrammten Fahrzeugs – der Schaden betrug 2800 Euro – entdeckte den langen Kratzer im Lack am nächsten Morgen gegen 9.30 Uhr. Einen Zettel fand er nicht an der Windschutzscheibe. Er erstattete daraufhin Anzeige bei der Polizei. Für die Strafzumessung ist es nun allerdings ganz entscheidend, ob die junge Frau den Zettel mit Namen und Telefonnummer wirklich hinterlassen hat oder nicht. Wenn nicht, droht ihr der Entzug der Fahrerlaubnis.

Einige Ungereimtheiten

„So machen wir das nicht“, schüttelte Lenhart den Kopf. Einige Ungereimtheiten hätten sich in der Aussage der Angeklagten aufgetan. „Das lässt sich mit der Aussage des Nachbarn nicht in Einklang bringen“, betonte der Vorsitzende, „der hat den Ablauf anders geschildert“. Rechtsanwalt Gunnar Geiger startete einen letzten Versuch. Seine Mandantin habe doch den Unfall eingeräumt. Ob das Gericht nicht die Sache zu Ende bringen wolle, forschte der Verteidiger.

Richter Lenhart blieb hart und verneinte. Zum einen bemängelte er, dass die Angeklagte nicht in Erfahrung brachte, wem das Auto gehört oder sich am nächsten Morgen darüber schlau machte. Zum anderen: „Das ist doch eine ruhige Straße. Wer soll denn da den Zettel wegnehmen?“, fragte der Vorsitzende. Um den Fall zu klären, sind zur Fortsetzung Anfang Februar der Nachbar und der Fahrer des angeschrammten VW-Busses als Zeugen vorgeladen.

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