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So könnte eine Bebauung des Areals um das alte Gemeinde-Krankenhaus (Mitte) herum aussehen. Farbig markiert sind die möglichen Neubauten. Die meisten davon liegen westlich der ehemaligen Klinik.

Kommunalpolitik bringt zwei Großprojekte voran

Gemeinde Murnau will rund 80 bezahlbare Wohnungen schaffen

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Murnaus Ortspolitik hat sich die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum auf die Fahne geschrieben. Diesem Ziel ist sie nun ein Stück näher gekommen: Der Gemeinderat stellte bei den beiden Bauprojekten am Längenfeldweg und auf dem James-Loeb-Areal wichtige Weichen.

Murnau – Das Problem ist bekannt: Murnau ist ein teures Pflaster. Normal- und Geringverdiener können sich häufig die hohen Mieten nicht mehr leisten. Die Kommunalpolitik hat es sich daher zur zentralen Aufgabe gemacht, gegenzusteuern. Auf der Agenda stehen zwei größere Vorhaben: zum einen der kommunale Wohnungsbau am Längenfeldweg und zum anderen genossenschaftliches Wohnen auf dem Areal des ehemaligen Gemeinde-Krankenhauses. In beiden Fällen ist man in der Sitzung des Gemeinderats mit zwei Entscheidungen ein gutes Stück weitergekommen. Insgesamt sollen, so das Ziel, an den Standorten fast 80 Wohnungen entstehen.

James-Loeb-Areal: Das Kommunalparlament segnete für das James-Loeb-Areal, das dem Markt gehört, einen so genannten Rahmenplan ab. Diesen hatte das beauftragte Architekturbüro AKFU aus Germering erstellt. Dabei geht es nicht um Details, sondern um ein städtebauliches Grobkonzept und um eine Größenordnung. Die Volksvertreter entschieden sich für eine Variante, die vor allem im westlichen Teil des weiträumigen Geländes Wohnblöcke vorsieht. Die drei dort bestehenden Wohnhäuser aus den 1980er Jahren könnten demnach neu errichtet oder aufgestockt werden. Westlich und nördlich dieser Anlage schlagen die Planer vier Neubauten vor. Ein weiteres Baufenster liegt im Nordosten: Dort könnte das einstige Leichenhaus abgerissen werden, um Platz für ein zusätzliches Gebäude zu machen. Insgesamt sollen in den dreigeschossigen Bauwerken fast 50 zusätzliche Wohnungen entstehen.

Den Gemeinderäten gefielen die Ideen. „Das ist eine ganz tolle Lösung“, meinte Michael Hosp (CSU). Auch Marktbaumeister Klaus Tworek ist einverstanden: „Städtebaulich ist das an dieser Stelle vertretbar“, sagte er auf Nachfrage. Nur Welf Probst (Freie Wähler) warnte vor einer Verstädterung: „Murnau soll Murnau bleiben.“ Jetzt geht’s an die Feinheiten: Ein Bebauungsplan muss aufgestellt und ein geeignetes Modell gefunden werden. Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) schwebt, wie er in der Sitzung erklärte, ein Bewerbungsverfahren vor, an dem sich interessierte Genossenschaften beteiligen können. Dabei könne man auch bestimmte Kriterien festlegen, etwa soziale Elemente oder ein Belegungsrecht für die Marktgemeinde.

Die alte Klinik, in der sich mittlerweile ein Innovationsquartier befindet, sowie das benachbarte Dialysezentrum sind von alledem nicht betroffen. Vorerst unberührt bleiben soll auch die Wiese südlich des James-Loeb-Hauses. Dort könnte man theoretisch ebenfalls Unterkünfte aus dem Boden stampfen. Allerdings wäre dann der Blick auf das Murnauer Wahrzeichen eingeschränkt.

Längenfeldweg: Bei dem kommunalen Wohnungsbau am Längenfeldweg tritt die Marktgemeinde selbst als Bauherr auf, um in den Genuss von Zuschüssen zu kommen. Der Gemeinderat gab der Verwaltung grünes Licht, das Münchner Architekturbüro Pfletscher und Steffan, das einen entsprechenden Wettbewerb gewonnen hatte, mit den Planungsleistungen zu beauftragen. Auch in diesem Fall steht jetzt zuerst der Bebauungsplan an, der Spatenstich könnte im Frühjahr 2019 erfolgen. Entstehen sollen zwei jeweils viergeschossige Baukörper mit insgesamt 29 Wohnungen. Mehrere Redner betonten, dass es wichtig sei, dabei möglichst kostengünstig vorzugehen, um eine niedrige Kaltmiete anbieten zu können. Im Gespräch sind 8,50 Euro pro Quadratmeter.

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