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Blick in den Rathaussaal: Der Marktgemeinderat befasst sich möglicherweise bald noch einmal mit der Zugspitz Region GmbH. Das Bild stammt von 2015.

Zugspitz Region GmbH wieder auf Agenda

CSU will Rücktritt vom "Muxit"

Murnau - Ein gutes Jahr ist seit dem „Muxit“ vergangen – dem Austritt der Marktgemeinde Murnau aus der Kreisentwicklungsgesellschaft (heute: Zugspitz Region GmbH). Nun bringt die CSU-Fraktion die Sache erneut auf die Agenda.

Ziel ist, dass Murnau wieder Mitglied wird. Doch die Christdemokraten wollen nicht mit der Tür ins Haus fallen. Zunächst hätte die CSU es gerne, wenn Günter Hopfensperger, Geschäftsführer der GmbH, vor dem Marktgemeinderat über die Tätigkeit der Gesellschaft berichtet. 

„Man hört sehr positive Berichte über die Arbeit der Zugspitz Region. Jetzt, wo die Sache ins Laufen kommt, ist Murnau nicht mehr dabei“, beklagt Fraktionsvorsitzende Regina Samm. Die Marktgemeinde werde in jedem Bereich ausgeschlossen. 

Anfangs habe die GmbH Riesenschwierigkeiten gehabt, räumt Samm ein. „Das lässt sich nicht von der Hand weisen.“ Doch die Situation habe sich geändert. Ein positives Beispiel ist aus Sicht der Fraktionsvorsitzenden ein neues Projekt, das die Murnau-Werdenfelser Rinderrasse vor dem Aussterben bewahren soll (wir berichteten). Die CSU halte es für wichtig, dass Murnau als zweitgrößter Ort des Landkreises in der GmbH vertreten ist. Samm will Überzeugungsarbeit leisten – und letztlich erreichen, dass die Marktgemeinde wieder mit von der Partie ist. 

Die Fraktion ÖDP/Bürgerforum stimmte 2015 geschlossen für den Austritt – und damit gegen Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum). Dem Fraktionsvorsitzenden Holger Poczka ist heute „völlig unklar“, wo Murnau ausgeschlossen sei. „In der Presse und im Internet sehe ich keine besonderen Aktivitäten, die an uns vorbeigehen.“ Auch das Fahrradwegekonzept gehe nicht ohne Murnau und deshalb auch nicht an Murnau vorbei. 

Die Schwerpunkte der Gesellschaft lagen und liegen nach Poczkas Ansicht schon immer im Bereich Tourismus/Gesundheitstourismus. „Das deckt sich allerdings nicht mit den ehemaligen Zielen einer Kreisentwicklungsgesellschaft, die vornehmlich auch deswegen gegründet wurde, für alle im Landkreis ansässigen Branchen und vor allem für wichtige Zukunftsbranchen Konzepte zu entwickeln.“ Der Tourismus sei sehr wichtig für unsere Region, aber neben dieser Branche eben auch das Handwerk, das Dienstleistungsgewerbe, die Elektrotechnik, die Mikroelektronik, die Kommunikationstechnologie, erneuerbare Energien oder die sogenannte Kreativwirtschaft. 

„Wenn die Zugspitz Region GmbH sich auf den Tourismus konzentrieren wollen würde, dann sollte man dies auch offen ansprechen“, findet Poczka. Doch dann wäre auch eine Reform der Gesellschaft und die Änderung der Satzung anzugehen. „Dabei könnte so manch uneffektiver Ballast abgeworfen werden. Natürlich müsste man dann auch über die zukünftige Finanzierung reden und darüber, wer nun die wichtige Aufgabe Entwicklung des Wirtschaftsstandortes für die anderen Branchen voranbringt.“ Nachdem die Wirtschaftsförderung nun auch als Stabsstelle im Landratsamt eingerichtet wurde, könnte man sich laut Poczka auch einer eventuell uneffektiven Doppelstruktur entledigen. 

Die CSU beantragt, dass Hopfensperger in der ersten Oktober-Sitzung im Gemeinderat spricht. Poczka hat damit kein Problem. „Das ist sicherlich interessant.“ Allerdings gebe es im Herbst einen Sitzungsmarathon mit sehr wichtigen aktuellen Themen. „Deshalb darf dieser Sachstandsbericht nicht dazu führen, dass die Fülle der aktuellen und wichtigeren Themen zu kurz kommt.“ Ein Report im ersten Quartal 2017 würde aus Poczkas Sicht auch noch zeitgerecht sein.

Roland Lory

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