Achtung Autofahrer: DWD warnt vor Glatteis in München

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Auf der Bahnstrecke zwischen Murnau und Eschenlohe kam es zu dem Vorfall.

Er wollte nur helfen

Zoff im Zug: Asylbewerber greift couragierten Münchner an

Murnau - Die Murnauer Polizei lobt ihn für seine „Zivilcourage“: Hendrik H. (19) ist von einem betrunkenen Asylbewerber aus Somalia angegriffen und leicht verletzt worden, als er einer Zugbegleiterin in einem Streit mit mehreren jungen Männern beistehen wollte.

Er dachte „nicht weiter darüber nach“ – er handelte einfach: Hendrik H. mischte sich mit einem weiteren Fahrgast in eine Auseinandersetzung ein und half einer Zugbegleiterin, die er in einer brenzligen Situation wähnte. Letztlich trug der 19 Jahre alte Münchner bei seinem beherzten Eingreifen eine Verletzung an einem Auge davon, die er ärztlich behandeln ließ. „Die Hornhaut ist abgerieben.“ Doch H. sagt: „Ich nehme an, ich würde es wieder tun. Aber ich würde zweimal überlegen.“

Nach seinem mutigen Eingreifen am Sonntagmorgen in der Regionalbahn zwischen Murnau und Eschenlohe gilt der Auszubildende zum Einzelhandelskaufmann als eine Art Musterbeispiel für Zivilcourage. Murnaus Vize-Polizei-Chef Anton Rager lobt den Einsatz des jungen Mannes, der nicht wegschaute, sondern einschritt. Ein 18-jähriger Somalier wird beschuldigt, dem Münchner gegen 6.45 Uhr aus einer Gruppe heraus mehrmals an den Kopf geschlagen zu haben. Mit einem Finger traf der betrunkene Mann, der nach Polizeiangaben „deutlich über ein Promille“ intus hatte, den Azubi am rechten Auge. Die Murnauer Inspektion ermittelt nun wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung gegen den Asylbewerber, der in Garmisch-Partenkirchen untergebracht ist, sowie gegen einen Sudanesen (16), der in Grainau lebt, und einen weiteren, noch unbekannten jungen Mann, der ebenfalls zu den aggressiven Mitgliedern einer Gruppe – andere verhielten sich völlig friedlich – gehört haben soll. Die Afrikaner blieben auf freiem Fuß.

Noch liegen einige Details und Hintergründe im Dunkeln, nicht alle Handlungen kann die Polizei schon eindeutig Personen zuordnen. Klar ist: Der Zoff im Zug entzündete sich um nicht gelöste Fahrkarten. Zunächst, sagt Anton Schmidhuber von der Inspektion Murnau, seien einzelne Asylbewerber im örtlichen Bahnhofsgebäude durch laute Musik und Herumgeschreie aufgefallen. Das bekam H. mit, der mit seiner Oberauer Freundin und zwei weiteren Begleiterinnen in Murnau einen Faschingsball besucht hatte und mit ihnen auf den Zug in Richtung Garmisch-Partenkirchen wartete. „Ich fragte noch, ob das nicht leiser möglich sei“, so H. „Da ging es los mit Beleidigungen.“

In der Regionalbahn flammte neuer Ärger auf. Als die Zugbegleiterin die Fahrkarten der Gruppe kontrollieren wollte, zu der auch die beiden Asylbewerber gehörten, mussten diese passen. Die DB-Mitarbeiterin erklärte den Männern nach Angaben Schmidhubers, dass die Tickets vor der Fahrt zu lösen seien, sie dies bei ihr aber nachholen können. Dies, so Schmidhuber, sei „trotz mehrmaliger Aufforderung“ nicht geschehen: „Die Gruppe verhielt sich gegenüber der Zugbegleiterin zunehmend aggressiver und unverschämter.“

H. wurde aufmerksam, als die Frau laut sprach, wohl „um Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen“. Der Münchner sah, wie die Bahnbedienstete jemandem ein Ticket hinhielt, „das nicht entgegengenommen wurde“. Ein Mann habe sich in Richtung Tür bewegt, „da hat sich die Schaffnerin in den Weg gestellt und gesagt: Sie zahlen das Ticket, sonst hole ich die Polizei.“ Andere aus der Gruppe wollten offenbar die Fahrkarte lösen. H. und der Mitfahrer, ein Mann mittleren Alters, schritten ein. „Wir fragten die Frau, was passiert sei. Es ging darum, da zu sein, falls etwas sein sollte. Zwei Männer standen daraufhin ziemlich aggressiv auf.“ Es kam zum Wortgefecht, der andere couragierte Fahrgast sei geschubst worden. H. stand diesem bei – und rückte selbst in den Fokus. „Daraufhin ging der Haupttäter auf mich los.“ Dieser habe ihn mit der flachen Hand an den Kopf geschlagen beziehungsweise ihn auf diese Weise geschubst. Als einer aus der Gruppe der Männer zu schlichten versucht habe, traf H. der Finger im Auge, das anschwoll, tränte und brannte.

Der Münchner verständigte über Notruf die Polizei, der mutmaßliche Haupttäter, den Beamte später am Eschenloher Bahnhof antrafen, wurde zunächst zurückgehalten. „Gottseidank“, sagt der Münchner, „denn als er zu mir wollte, hatte ich wirklich große Angst.“ Dabei dachte er auch an das Münchner U-Bahn-Video. Drei Männer waren jüngst durch Handgreiflichkeiten, Randale und Pöbeleien aufgefallen, ein Zeuge hatte gefilmt und mit dem Streifen auf Facebook riesige Aufmerksamkeit erzeugt. H. kann verstehen, wenn jemand in einer Gefahrensituation keine Zivilcourage an den Tag legen möchte – aus Angst, selbst zur Zielscheibe, zum Opfer zu werden. „Aber Präsenz sollte man schon zeigen.“ Übrigens: Die Fahrkarten wurden nach langem Hin und Her und der Drohung mit der Polizei nachgelöst. Schmidhuber erklärt, dass die bisherigen Zeugenvernehmungen den Vorfall bestätigten (weitere Hinweise unter Telefon 0 88 41/6 17 60).

Silke Jandretzki

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