Kommunen drängen ins Energiegeschäft

17er Oberlandenergie: Gewinn bleibt in der Region

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Murnau – Die erst im vergangenen Jahr gegründete 17er Oberlandenergie ist auf dem besten Weg, ein großer Energie-Dienstleister in der Region zu werden. Das kommunale Unternehmen mit Hauptsitz in Murnau will vor allem bei der Elektromobilität eine Vorreiterrolle einnehmen.

Dies wurde jetzt auf der Gesellschafterversammlung deutlich, die in der Staffelsee-Gemeinde im Gasthaus Zum Murnauer stattfand. Die 17er Oberlandenergie – der Name spielt auf die Planungsregion 17 an, eine von insgesamt 18 im Freistaat – ist ein Bündnis der Gemeindewerke Murnau sowie der Stadtwerke Bad Tölz, Geretsried, Penzberg und Wolfratshausen. Dem Ganzen können sich Kommunen als Gesellschafter anschließen, inzwischen sind es 28 aus den Landkreisen Garmisch-Partenkirchen, Weilheim-Schongau und Bad Tölz-Wolfratshausen. Das Kerngeschäft ist der Vertrieb von Strom und Gas.

Die Entwicklung ist beachtlich: Die Gesellschaft zählt mittlerweile rund 10 800 Kunden und schreibt schwarze Zahlen. Geschäftsführer Christian Eichberger, der auch Vertriebsleiter bei den Bad Tölzer Stadtwerken ist, rechnet heuer mit einem Jahresumsatz von etwa zehn Millionen Euro – und einem Gewinn von 120 000 bis 130 000 Euro. Das Besondere: Der Ertrag fließt nicht in die Kassen eines Großkonzerns, sondern wird an die beteiligten Kommunen ausgeschüttet und für nachhaltige Projekte in den Orten eingesetzt. „Das Geld bleibt in der Region. Was wir erwirtschaften, wird in den Kommunen wieder investiert“, betont Eichberger. Der Betrieb befindet sich auf Wachstumskurs, weitere Gemeinden aus der Planungsregion 17 sind willkommen.

Die 17er Oberlandenergie will nicht nur Strom- und Gas-Händler sein, sondern versteht sich als Dienstleister mit einer breiten Palette an Angeboten. Beispielsweise wird neuerdings die Organisation und Betreuung so genannter Mieterstrommodelle übernommen. In einem großen Neubau in der Penzberger Innenstadt startet solch ein Projekt. Das Prinzip: In einem Mehrfamilienhaus wird Strom mit einem Blockheizkraftwerk oder einer Photovoltaik-Anlage produziert und von den Bewohnern genutzt. In der Regel ist dies günstiger, als den Strom aus dem Netz über die herkömmlichen Tarife zu beziehen.

 Großes Zukunftsthema ist die Elektromobilität. Eichberger ist davon überzeugt, dass sich auf diesem Gebiet in den nächsten Jahren einiges tun wird – und deutlich mehr E-Autos als bisher auf den Straßen zu sehen sein werden. „Es findet ein Umdenken statt“, meint er. Spätestens wenn US-Hightech-Riesen wie Tesla, Apple und Google bezahlbare Fahrzeuge auf den Markt werfen, könnte es sehr schnell gehen. Die Pläne der 17er Oberlandenergie sind ehrgeizig: Am 25. Oktober will sie in Murnau auf ihrer ersten „Zukunftskonferenz“ eine neue Internet-Plattform präsentieren, die in der Region eine Art Wegweiser in Sachen Elektromobilität sein soll. Das fängt bei der Suche nach Ladestationen an und hört bei der Auflistung von Verleihstationen von E-Bikes auf. Das Ganze nennt sich „Mobile Region Oberland“, kurz „MORE“. Vorangebracht werden soll außerdem ein Carsharing-Modell mit E-Autos. Erste Pilotprojekte laufen in Bad Tölz und Ohlstadt. Dabei können Verwaltungen und Privatpersonen eine Art All-Inclusive-Paket buchen, das nicht nur den Wagen – in den genannten Fällen ist es ein BMW i3 – beinhaltet, sondern unter anderem auch die Wartung.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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