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Gefährlich oder nicht? An dieser Rotbuche an der Kottmüllerallee scheiden sich die Geister.

Das Gehölz darf gefällt werden

Bau-Ausschuss wird zu Baum-Ausschuss

Murnau - Ist sie eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit oder nicht? Gemeint ist eine Rotbuche in einem Grundstück an der Kottmüllerallee. Der Bau-Ausschuss sagte in einer Kampfabstimmung Ja. 

Was einer in seinem Haus tut, ist meistens Privatsache. Aber schon im eigenen Garten sieht das manchmal anders aus. Wer etwa einen Baum fällen will, sollte das mit dem Bauamt absprechen, denn viele Gewächse sind aus Sicht der Allgemeinheit erhaltenswert. Besonders dann, wenn es sich um alte Exemplare handelt.

Normalerweise ist das im Bebauungsplan festgelegt, und es wird im Bauamt darüber entschieden, ob etwa ein kranker Baum gefällt werden soll. Nun aber mutierte der Bau-Ausschuss des Murnauer Marktgemeinderats zum Baum-Ausschuss. Es ging um eine schön gewachsene Rotbuche, die zwischen Kottmüllerallee und Münterhaus in einem Privatgarten steht. Da sich an einer Stelle im Geäst bei Regen das Wasser sammelt und anscheinend durch das Innere des Baumes abläuft, befürchtet der Grundstückseigentümer, die Buche könne aufgrund der Schädigung eines Tages auseinanderbrechen und entweder auf die Straße oder auf sein Haus fallen.

Das Problem: Man kann in diesen Baum nicht hineinschauen. Ein Sachverständiger sollte daher die Frage nach der Verkehrssicherheit klären. Nur aus diesem Grund könnte der Baum gefällt werden. Aber das Ergebnis war nicht so eindeutig, wie man es sich gewünscht hätte, wie Ingo Presuhn vom Bauamt erklärte.

Zumal der Gutachter zu zwei verschiedenen Ergebnissen gekommen ist: Der Baum sei leicht beschädigt und nur bedingt verkehrssicher, hieß es zunächst. Später dann wurde die Verkehrssicherheit vollends verneint. Auch der Kontrolleur der Gemeinde und eine Sachbearbeiterin der Unteren Naturschutzbehörde konnten das Gefahrenpotenzial nicht endgültig einschätzen. Unter diesen Umständen ging der Fall also ausnahmsweise in den Bau-Ausschuss.

Bei besagter Rotbuche handele es sich um einen wirklich schönen Baum, der auch optisch gut in die Verlängerung der Eichenallee passe, erklärte Presuhn. Interessant war die anschließende Diskussion, nachdem einige Fotos des betreffenden Baumes gezeigt wurden. Während es nämlich einige Mitglieder gab, die anhand der Aufnahmen bescheinigten, dass das Gehölz krank sei – Ernst Ochs (SPD) erkannte Anzeichen von Weißfäule – und beim nächsten starken Sturm auseinanderbrechen könne, hielt die Zweite Bürgermeisterin Julia Stewens (Freie Wähler) entgegen, dass diese Buche noch viele Jahre dort stehen könnte, wenn man sie nur ließe. Immerhin können Buchen bis zu 300 Jahre alt werden.

Guntram Gattner (ÖDP/Bürgerforum) gab zu bedenken, dass man unter dem Vorwand der Verkehrssicherheit in Murnau viele Bäume entfernen oder zumindest die Spazierwege bei Sturm schließen müsse. Denn die Gefahr, dass etwa ein Ast herunterfällt, sei eigentlich immer gegeben. Mit sechs zu vier Stimmen wurde schließlich entschieden, dass die Rotbuche gefällt werden darf. Veronika Jones (Bündnis 90/Die Grünen) bedauerte allerdings, dass im Gutachten keinerlei Möglichkeiten aufgezeigt wurden in der Frage, ob es Maßnahmen gebe, den Baum für die Zukunft zu sichern.

Heribert Riesenhuber

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