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Unterwegs mit der Koitaboch-Musi in Schottland: Michael Hechenrieder (v.r.) und Florian Möckl (h.l.) im Jahr 2014.

Erinnerung an toten Freund: Eine echte Herzens-Sache

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Murnau - Michael Hechenrieder bleibt unvergessen. Auch seine Kameraden von der Koitaboch-Musi halten die Erinnerung an den Seehauser Kontrabassisten, der mit 36 Jahren nach einem Auftritt starb, wach – und am Klingen: mit einem Benefiz-Musikantentreffen.

Zunächst dominierte der Schock, der Kraft raubte und sich nur langsam legte. Mittlerweile versucht Florian Möckl, die Tragödie zu verarbeiten, die sich vor seinen Augen abspielte. Und das, davon zeigt sich der Chef der Koitaboch-Musi überzeugt, werde noch eine ganze Weile in Anspruch nehmen. Michael Hechenrieder, ein wichtiges Ensemblemitglied, sein langjähriger Wegbegleiter und Freund,starb am 20. Dezember im Rahmen eines Engagements in der Sächsischen Schweiz. Er wachte in dem Zimmer, das er sich mit Möckl und Andreas Sterzer teilte, morgens einfach nicht mehr auf.

Eine Obduktion gab es nicht, aber Vermutungen, was die Todesursache angeht. Hechenrieder litt seit jeher an einem Herzklappenfehler – und das weitaus akuter, als Möckl zu dessen Lebzeiten wusste. Ärzte, sagt Möckl, rieten dringend zu einem Eingriff, dem sich Hechenrieder heuer unterziehen wollte. Es kam nicht mehr dazu. „Hechi“, wie der Seehauser genannt wurde, hatte nicht nur ein sehr großes Herz, sondern auch ein sehr krankes. Es schlug im Takt der Musik, die er so sehr liebte – und verstummte ganz plötzlich.

Die vielen Menschen, die ihn kannten, reagierten bestürzt. Etwa 1000 Trauernde, schätzt Möckl, kamen im Januar zur Beerdigung. Der Garmisch-Partenkirchner Gemeinderat (Freie Wähler) sprach bereits in seiner Grabrede den Gedanken an, ein karitatives Gedächtnis-Musikantentreffen für Hechenrieder zu veranstalten – und stieß auf riesige Resonanz. Es handelt sich um eine Herzens-Angelegenheit in zweifacher Hinsicht: Das Treffen am Ostermontag, 28. März, ab 17 Uhr im Murnauer Griesbräu erinnert an den Kontrabassisten, mit dem Möckl rund 20 Jahre zusammenspielte – und es kommt Menschen zugute, die Hechenrieders frühes Schicksal teilen. Spenden (mindestens fünf Euro sollen es pro Person sein) fließen an herzkranke Kinder am Deutschen Herzzentrum München. Möckl zeigt sich überzeugt: ein offenes Treffen, zu dem Musikanten mit Instrumenten aller Art eingeladen sind und bei dem die Menschen zusammenkommen – „das wäre in Hechis Sinn gewesen“.

Zumal es kaum einen passenderen Rahmen geben könnte: Im Griesbräu hatte die Koitaboch-Musi stets ein Heimspiel, die Gruppe trat seit langem mehrmals im Jahr dort auf. Zuletzt umrahmte die Musi im Februar einen Starkbieranstich. In dieser gewohnten Umgebung fehlten Hechenrieder und sein Kontrabass umso mehr. „Das“, sagt Möckl, „war komisch ohne ihn.“ Er macht sich nichts vor: „Wir werden in diesem Jahr noch ein paar Mal schlucken müssen in Städten, in denen wir sonst miteinander waren.“ Denn dieser Mann der leisen Töne, der fest dazugehörte und so wichtig war, wird nie mehr zurückkommen.

Eine tiefe Zäsur. Einen wirklichen Ersatz für den Kontrabassisten wollte man bisher nicht, nahm deshalb eher Blech hinzu. Auf Faschingsveranstaltungen verzichtete die Gruppe heuer. „Uns stand nicht der Sinn danach“, sagt Möckl, der froh war, dass nach der Tragödie ruhigere Monate anstanden. Und doch: An Silvester, wenige Tage später, kehrten Möckl und Sterzer mit einem anderen dritten Mann in die Sächsische Schweiz zurück. Sie wollten ihren Vertrag erfüllen und diesen nicht, wie ihnen angeboten wurde, auflösen. „Wir haben den Abend umrahmt. Auch das wäre in Hechis Sinn gewesen.“ Und es half den Kameraden, die in einer anderen Unterkunft schliefen, bei der Verarbeitung. „Ein komisches Gefühl war das, aber es war richtig. Hinterher ging es uns besser.“

Nun hält die Koitaboch-Musi die Erinnerung an Michael Hechenrieder wach – mit einer Gedenkseite im sozialen Netzwerk Facebook, mit dem Benefiz-Musikantentreffen am Ostermontag, das im Erfolgsfall zur festen Einrichtung werden könnte. Und Anfang April erscheint die neue CD, die noch mit Hechenrieder aufgenommen wurde. Nun ist sie ihm gewidmet.

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