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Wird Asylunterkunft: das Metzgerhaus in Ohlstadt, das im Ortskern steht.

Asylbewerber

Ohlstadt schlägt Integrations-Kurs ein

Ohlstadt - Das Dorf bereitet sich auf die Ankunft von rund 15 Flüchtlingen vor, die für die zweite Januarhälfte erwartet werden. Für sie ist ein Helferkreis geplant. Die Polizei geht nicht davon aus, dass es zu Spannungen kommt.

Das Dorf steht parat: Ohlstadt bereitet sich auf die Ankunft der Flüchtlinge im Ort vor. Am Montag  begannen Bauhof-Mitarbeiter, Möbel von Spendern abzuholen und das Metzgerhaus damit einzurichten. Etwa 15 Asylbewerber sollen Ober- und Dachgeschoss des gemeindeeigenen Gebäudes gegenüber dem Rathaus bewohnen – „drei bis vier Familien wären unser Wunsch“, sagt Bürgermeister Christian Scheuerer (parteifrei).

Scheuerer geht davon aus, dass in der zweiten Januarhälfte die ersten Asylbewerber eintreffen werden. Ob die Flüchtlinge auf einen Schlag oder Zug um Zug das Metzgerhaus belegen werden, dessen Erdgeschoss vermietet ist, bleibt aktuell ebenso offen wie ein genauer Termin oder die Nationalitäten.

Klar ist: Ohlstadt betritt Neuland, und im Dorf gibt es wie in anderen Orten auch Ressentiments. Doch Scheuerer ist nicht bange angesichts der insgesamt sehr großen Resonanz aus der Bevölkerung: Viele spenden Möbel, wollen sich einbringen – etwa im geplanten Helferkreis Asyl, um den sich eine Info-Veranstaltung am Dienstag (12. Januar, 19 Uhr, Post-Saal) dreht. Diese richtet sich an alle, die mitarbeiten oder sich einfach nur erkundigen wollen. Scheuerer setzt auf totale Transparenz und öffnet am Dienstagabend sogar die Räume im Metzgerhaus. Zudem informieren Ehrenamtliche vom Murnau-Miteinander-Team 7, die sich in der Flüchtlingsbetreuung engagieren und teilweise in Ohlstadt wohnen, ebenso wie ein Vertreter des Landratsamts und Murnaus Polizei-Chef Joachim Loy.

Dieser hegt, was die künftigen Flüchtlinge in Ohlstadt betrifft, „überhaupt keine Bedenken“. In allen Dörfern mit Asylunterkünften im Inspektionsbereich seien Probleme ausgeblieben. „Es wurden keine Sexualstraftaten bekannt, und es gab keine signifikante Steigerung der Kriminalstatistik.“ Loy weiß lediglich von kleineren Streitereien in den Heimen und Widerstandshandlungen. „Die Bevölkerung war nicht betroffen. Und ich gehe davon aus, dass das so bleibt.“ Speziell in Orten, in denen sich Helferkreise bildeten und Flüchtlingen sinnvoll beschäftigt seien, sinke die Gefahr, dass Straftaten aus reiner Langeweile begangen werden, so Loy.

Ohlstadt, wo Ehrenamtliche unter anderem Deutschunterricht geben, bei Behördengängen und in Alltagsfragen helfen sowie für ein Kinderprogramm zuständig sein sollen, scheint also den richtigen Integrations-Kurs eingeschlagen zu haben. Scheuerer, der auf die „extrem intakte Dorfgemeinschaft“ verweist, zeigt sich „sehr positiv gestimmt“. Noch bleibt die Zahl der Flüchtlinge in der Gemeinde auch überschaubar. Aktuell steht nach Angaben des Bürgermeisters im Ort lediglich eine weitere potenzielle Asylunterkunft in der Diskussion: die Wohnung im Pfarrheim. „Darüber hinaus gibt es momentan nichts Konkretes.“

Silke Jandretzki

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