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Fachgespräch unter Bobexperten: Wolfgang Zimmerer (r.) und sein ehemaliger Kollege im Zweier-Bob, Peter Utzschneider (l.), zusammen mit Fürst Albert II. von Monaco. Das Foto entstand kürzlich bei der Bob-WM in Innsbruck.

Wiedersehen bei der Bob-WM in Innsbruck

Auf Du und Du mit dem Fürsten Albert II. von Monaco

Murnau - Wolfgang Zimmerer ist eine Boblegende: Als Zögling des Sportvereins Ohlstadt holte er 1972 Olympisches Gold. Und er kennt einen prominenten Bobsportler: Fürst Albert II. von Monaco.

Wolfgang Zimmerer ist Vollblutsportler durch und durch – und eine lebende Legende des Bobsports: Der 75-Jährige räumte in den 1970er Jahren zusammen mit seinem Kompagnon Peter Utzschneider so ziemlich alles ab, was es international zu holen gab. Der Höhepunkt des Dreamteams – Zimmerer war Pilot, Utzschneider Anschieber – war 1972 Olympisches Gold im japanischen Sapporo. Die beiden waren Zöglinge des Sportvereins Ohlstadt, der jahrelang Weltklasse-Athleten in dieser Disziplin hervorbrachte.

Die Bobwelt ist klein, hier kennt jeder jeden. Und man trifft sich regelmäßig bei den großen Events und Wettbewerben. Zu Zimmerers Bekanntenkreis – und darauf ist er richtig stolz – zählt ein Schwergewicht des europäischen Hochadels, das selbst einmal Profi-Bobfahrer war: Die Rede ist von Albert II., seit 2005 der regierende Fürst von Monaco und Oberhaupt der Familie Grimaldi. „Wir sind per Du“, berichtet Zimmerer. Dieses Privileg dürften nur wenige haben.

Vor 20 Jahren in St. Moritz kennengelernt

Der Repräsentant des reichen Zwergstaats am Mittelmeer vertrat vor der Thronbesteigung mehrmals sein Land bei den Olympischen Winterspielen – und raste selbst im Zweierbob die Eiskanäle hinunter. Interessanterweise wurde er in den 1980er Jahren auch von einem Ohlstädter trainiert: Herbert Pitka. Und der prominente Fürst, der mit der früheren südafrikanischen Schwimmerin Charlene Wittstock verheiratet ist, gehört dem Internationalen Olympischen Komitee an. „Er hängt am Bobsport“, befindet Zimmerer, der heute in Murnau lebt. In St. Moritz lernten sie sich vor rund 20 Jahren persönlich kennen. Seitdem gibt es immer wieder mal zufällige Treffen.

Kürzlich kam es erneut zu einem spontanen Wiedersehen. Zimmerer und Utzschneider waren als alte Hasen der Szene Ehrengäste bei der Bob-WM in Innsbruck – und konnten in den VIP-Bereich. Und dort war auch Albert II.. Man habe ein wenig fachgesimpelt – über den Zustand der Bahn und die Favoriten, erzählt Zimmerer. „Er spricht gut Deutsch.“ Und zur Erinnerung gab’s ein gemeinsames Foto. „In Sportlerkreisen ist er ein ganz normaler Mensch, ein legerer Typ, der keine Sonderstellung will“, meint der Olympiasieger über den Fürsten. Dessen Privatleben spiele in den Gesprächen keine Rolle, fügt Zimmerer hinzu. „Es geht nur um den Sport.“ Der Murnauer weiß, dass der Sohn der 1982 verstorbenen US-Schauspielerin Grace Kelly und seine Familie Dauergäste in den Klatschzeitschriften sind. Aber dafür interessiere er sich nicht.

Bobsport hat sich verändert

Dafür verfolgt Zimmerer, der nach seiner aktiven Zeit als Fahrer in der Nationalmannschaft auch Bundestrainer war, die Entwicklung des Bobsports umso genauer. „Da hat sich viel verändert“, resümiert er. Die Sportgeräte seien aerodynamisch ausgefeilter und schneller – und die Sportler seien von der Statur her kräftiger. „Das sind Bullenathleten“, sagt Zimmerer. Entscheidend sei der Anschub, hier zählten Kraft und Schnelligkeit. Wer beim Start auch nur den Bruchteil einer Sekunde verliere, habe eigentlich keine Chance mehr. Und, auch das fällt dem Urgestein der Ohlstädter Bobschmiede auf, die Bahnen würden heutzutage sicherer gebaut. „Früher gab es mehr Unfälle, auch tödliche“, sagt Zimmerer, der auch heute noch seinem Sportverein als Berater zur Seite steht.

Andreas Seiler

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