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Kommunale Schwimmbäder sind meist Zuschussbetriebe – wie hier der Wellenberg in Oberammergau.

Debatte über Hallenbad-Bau

Angst vor einem Kostenfresser

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Murnaus - Ortspolitik steuert auf das nächste große Konfliktthema zu: einen möglichen Hallenbad-Bau. Verbindliche Zahlen gibt es zwar noch nicht, aber es steht ein Jahresdefizit von 400 000 Euro plus X im Raum. Kritiker sind alarmiert – und warnen davor, dass sich der Markt übernimmt.

Durch Murnau scheint eine Welle der Hallenbad-Euphorie zu rollen. Ein Förderverein, der sich für das Großprojekt vornehmlich für den Schulschwimmunterricht stark macht, sammelt fleißig Unterschriften und denkt schon mal laut über ein Bürgerbegehren nach (wir berichteten). Entscheidend werden dürfte eine Machbarkeitsstudie, die die Gemeinde in Auftrag gegeben hat. Dabei soll die wirtschaftliche Betrachtung im Vordergrund stehen. 

Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) gibt sich bedeckt, was diese Untersuchung angeht. Er könne noch keine Details nennen, sagt er auf Nachfrage. Voraussichtlich im ersten Quartal des nächsten Jahres soll das brisante Thema auf die Tagesordnung des Gemeinderats kommen. Sicher ist aber: Das Unternehmen Hallenbad würde auf einen Defizitbetrieb hinauslaufen. In der Debatte wurde mal ein Betrag von jährlich 400 000 Euro Miese genannt. Diese Größenordnung ist laut Beuting realistisch. „Das ist eher die untere Kante“, sagt er. Er könne den Ruf nach einer solchen Sportstätte gut nachvollziehen. „Ich finde, dass ein Hallenbad abgeht“, meint der Rathauschef. Die entscheidende Frage sei aber: Kann sich Murnau das überhaupt leisten? Für den Bürgermeister ist daher klar: „Wir brauchen eine Diskussion über die Finanzierung.“

Der Gemeinderat scheint in der Causa Hallenbad-Neubau gespalten zu sein. Eine Gegnerin ist beispielsweise Zweite Bürgermeisterin Dr. Julia Stewens (Freie Wähler): „Das ist eine schöne Idee. Aber das kann der Markt nicht tragen“, sagt sie. Angesichts der vielen Pflichtaufgaben und anstehenden Investitionen, die zu schultern seien, wäre solch ein kostspieliges Vorhaben „unverantwortlich“, sagt sie. Skeptisch ist auch Holger Poczka von der Bürgermeisterpartei ÖDP/Bürgerforum. Die Gemeinde widme sich in den nächsten Jahren wichtigen Projekten, etwa der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum, der Neugestaltung der Murnauer Bucht oder der Energiewende. Dazu brauche es Geld. Defizite eines Schwimmbad-Betriebs würden den Handlungsspielraum des Marktes einengen, meint er. Nun müsse zuerst die besagte Machbarkeitsstudie Antworten auf drängende Fragen liefern. Für Poczka steht jedoch fest: „Ein dauerdefizitäres Hallenbad mit mehr als 500 000 Euro pro Jahr Defizit wie in Oberammergau wird meine Zustimmung nicht bekommen.“

Im Passionsort kann man von solch einem Kostenfresser ein Lied singen. Der Wellenberg verschlingt jedes Jahr zwischen 500 000 und 700 000 Euro. Allerdings wird dort deutlich mehr geboten als nur ein Becken. „Das muss man sich leisten wollen“, sagt dazu trocken der Rathaus-Geschäftsführer Christian Ostler. Es verwundert nicht, dass der Oberammergauer Gemeinderat den kommunalen Betrieb vor einigen Jahren schon mal dicht machen wollte – ein Vorhaben, das per Bürgerentscheid wieder gekippt wurde.

Der Murnauer CSU-Gemeinderat Josef Bierling lässt sich davon nicht abschrecken. Für den Mitstreiter in dem Förderverein ist klar: Murnau braucht ein einfaches Sportbad – vor allem, um endlich den vielen Schülern des Ortes einen Schwimmunterricht bieten zu können. „Das ist dringend erforderlich“, sagt er. Bierling könnte sich vorstellen, dass solch eine Anlage im Zuge der Modernisierung der Turnhalle an der Mittelschule entsteht – und kalkuliert grob mit Baukosten in Höhe von 3,5 bis 4 Millionen Euro. Allerdings, räumt Bierling ein, wird es unterm Strich wohl ein Zuschussbetrieb bleiben.

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