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Wärmespender: Zwei Heizpilze vor dem Murnauer Restaurant Da Noi.

Klimaschutz im Advent

Decken statt Heizstrahler

Murnau – Wenn die Menschen sich auf Weihnachtsmärkten zu einem Ratsch bei einer Tasse Glühwein treffen, sind auch meistens Heizstrahler nicht fern. Gerade bei den derzeitigen Minusgraden wird mancher froh drum sein. Das Murnauer Ratsmitglied Michael Manlik (ÖDP/Bürgerforum) will jetzt aus Energiespargründen erreichen, dass die Kommune solche Wärmequellen auf öffentlichem Grund nicht mehr genehmigt.

Der Umweltreferent sagt, dass er einen entsprechenden Antrag schon vor Monaten eingebracht habe. Nun stellt er ihn erneut, und zwar „angesichts der aktuellen Situation bei den am Wochenende aufgestellten Hütten und Ständen anlässlich der Adventszeit“. Verschiedene Heizstrahler seien bereits platziert. „Ein Gastronom hat bei seiner Hütte dankenswerterweise darauf verzichtet.“ Für Manlik ist der Fall klar: „Es kann nicht sein, dass ein Ort, der ansonsten viel zur Energiewende und zum Klimaschutz beiträgt und dafür viel Geld in die Hand nimmt, Heizstrahler auf seinem Grund genehmigt.“ 

Nach Angaben des Bund Naturschutz verursachten gasbetriebene Heizstrahler bei mittlerer Leistung rund zwei Kilogramm Kohlendioxid pro Stunde. „Bei maximaler Leistung gelangen 3,5 Kilogramm Kohlendioxid pro Stunde in die Atmosphäre“, sagt Manlik. 

Die mit Strom betriebenen Heizpilze seien sogar noch klimaschädlicher als die gasbetriebenen. „Der CO2-Ausstoß mit Strom ist viermal so groß als der mit Gas.“ Ineffizient seien die Geräte sowieso, da die meiste Wärme sofort nach oben entweiche. Viele Gemeinden und Städte haben nach Manliks Angaben schon vor Jahren ein Genehmigungsverbot für solche Wärmespender erlassen.

Deshalb appelliert der Umweltreferent an die Gastronomen, die solche Strahler aufgestellt haben, diese wieder abzubauen. „Geben Sie Decken aus. Glühwein und Punsch schmecken auch ohne Heizstrahler“, betont Manlik. Des Weiteren beantragt er, dass Wirtschaftsförderer Jan-Ulrich Bittlinger noch einmal mit den Wirten Kontakt aufnimmt und sie bittet auf Heizstrahler zu verzichten. Manliks Schreiben ging an Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum), den Marktgemeinderat, Bittlinger sowie an Klimaschutzmanager Patrick Fierhauser.

Ein betroffener Gastronom ist Kurt Höller, der gerade seinen Intermezzo-Weihnachtsgarten im Linus-Park abhält. Dort stünden drei stromsparende LED-Heizstrahler. Laut Höller werden sie nur punktuell abends für vielleicht zwei Stunden eingeschaltet. „Wir haben die nicht stundenlang an.“ Zudem hat Höller am Eingang zwei gasbetriebene Geräte stehen. Dies seien aber eher Leuchtstrahler mit wenig Heizwirkung.

Prinzipiell habe Manlik Recht, sagt Höller. „Der Gedanke ist nicht verkehrt.“ Er achte auch drauf, schließlich wolle er kein Geld zum Fenster rauswerfen. Ganz auf seine Heizstrahler verzichten möchte der Intermezzo-Betreiber aber nicht. Es gehe darum, „Attraktivität“ zu bieten und „Wohlfühlatmosphäre“ zu schaffen.

Roland Lory

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