Beitritt zur EWO wird befürwortet

Energiewende: Niederlage für CSU

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Landkreis - Die CSU gegen den Rest der Kreisausschuss-Welt: Die Christsozialen stellten sich gegen eine aktive Mitgliedschaft bei der Energiewende Oberland. Ein Kampf gegen Windmühlen. Neuerdings.

64 Bewerber, zwölf davon wurden zum Vorstellungsgespräch geladen, einer machte das Rennen: Am 15. Oktober beginnt Florian Diepold mit seiner Arbeit als Klimaschutzmanager des Landkreises. Nach dem Klimaschutzkonzept, das seit 2012 vorliegt, ist ein weiterer Schritt gemacht, um das Ziel der im Jahr 2007 verabschiedeten Resolution zur Energiewende zu erreichen. Demnach soll die Region bis 2040 so weit wie möglich mit erneuerbaren Energien versorgt werden. Doch für manche ist dieser Schritt noch nicht genug.

Sechs Fraktionen im Kreistag (Freie Wähler Garmisch-Partenkirchen, CSB/FLB, Bündnis 90/Die Grünen, SPD, Bayern-Partei und ÖDP) wollen den neuen Posten eng mit der Energiewende Oberland (EWO) verzahnen. Sie stellten deshalb den Antrag, die passive Mitgliedschaft in eine aktive umzuwandeln. Das sorgte im Kreisausschuss, der eine Empfehlung für den Kreistag (Sitzung am 14. Oktober) ausspricht, für eine Lagerbildung: Alle gegen die CSU-Bastion, die sich klar gegen die Pläne positionierte.

Vor allem Vize-Landrat Dr. Michael Rapp riet von dem Gesamtpaket ab und erinnerte an zahlreiche Gespräche, in denen man abgewägt hatte: Entweder die Stelle schaffen oder EWO-Beitritt. Jetzt der Sinneswandel bei vielen im Gremium. Nicht bei Rapp. „Wir sollten den Klimamanager erst einmal arbeiten lassen“, sagte der Verfechter der Schritt-für-Schritt-Methode. Zudem würden die Kosten steigen. Diese beinhaltet der Antrag auch. Der Kreis soll sich ab 2017 für fünf Jahre verpflichten, zum einen der Bürgerstiftung „Energiewende Oberland“ jährlich eine Zuwendung in Höhe von 27 500 Euro zukommen zu lassen, zum anderen dem „EWO Kompetenzzentrum Energie EKO“ 12 500 Euro pro Jahr als Anschubfinanzierung zur Verfügung zu stellen. Macht summasummarum 40 000 Euro, die der Landkreis zusätzlich investiert. Zu viel Geld, findet Thomas Schwarzenberger (CSU). Wie Rapp hielt auch Krüns Bürgermeister mit seiner Meinung nicht hinterm Berg. „Wir steigen sofort mit dem Rolls-Royce ein anstatt mit einem normalen Auto.“

Die beiden kämpften auf verlorenem Posten. Denn die Mehrheit stellte sich hinter den Antrag (8:4-Stimmen – dagegen: Rapp, Schwarzenberger, Peter Imminger, Wolfgang Bauer). Eine Lanze dafür brach Martin Wohlketzetter (SPD). „Der Klimamanager macht nur Sinn, wenn er entsprechendes Handwerkszeug an die Hand bekommt“, betonte Farchants Rathauschef. Der Tenor der Befürworter war deutlich. Um die Energiewende voranzutreiben, braucht es geeignete Strukturen, um Beschlüsse umzusetzen. Die EWO könnte Ansprechpartner für den Klimaschutzmanager sein und wäre gerade bei der Vernetzung mit anderen Landkreisen wichtig, machte Kreisbaumeister Alkmar Zenger deutlich. Denn zur Bürgerstiftung gehören bereits Bad Tölz-Wolfratshausen, Miesbach und Weilheim-Schongau, die wie Garmisch-Partenkirchen auch zur Planungsregion 17 zählen. Für Zenger wäre es von Vorteil, wenn man auch in puncto Klimaschutz gemeinsam auftreten würde und folglich der EWO beitritt. Ein Argument, das Schwarzenberger so nicht stehen lassen wollte, weil die Planungsregion und die EWO für ihn zwei verschiedene paar Schuhe sind. Erstere sei aus einem ganz anderen Gedanken heraus entstanden.

Auch in diesem Punkt stieß seine Meinung – außer bei seinen CSU-Sitznachbarn – auf wenig Gegenliebe. Die Begründungen für ein langsameres Vorgehen – niedergebügelt. Rolf Beuting (ÖDP) trug seinen Teil dazu bei. „Die anderen Landkreise haben gute Erfahrungen mit der EWO“, berichtete Murnaus Gemeindeoberhaupt. „Es wäre kein Experiment.“ Und überhaupt müsse man bei diesem Thema das Landkreisschild vergessen und regional denken.

Rubriklistenbild: © dpa

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