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Sie machen gemeinsame Sache: (h.v.l.) Franz Neuner, Georg Götz, Wilhelm Müller, Michael Huber, (3. Reihe, v.l.) Wolfgang Köglmayr, Christl Maier, Thomas Schwabe, (2. Reihe, v.l.) Petra Göhmann-Schweda, Johannes Köglmayr, Klaus Neubert, (v.v.l.) Michael Gilg, Helmut Hackl, Franz Schubert, Victoria Schubert, Wolfgang Taubitz, Philip Schürlein, Wolfgang Rogge.

Festtag: 500 Jahre Reinheitsgebot

Murnau-Bier: Brauereien machen gemeinsame Sache

Murnau - Die beiden Murnauer Brauereien Griesbräu und Karg bringen für einen Festtag zum Jubiläum 500 Jahre Reinheitsgebot ein gemeinsames Bier heraus. 1000 Liter wird es geben. Das Bier kommt beim Fest in einen extra entworfenen Krug. Und geboten wird am Samstag, 11. Juni, noch viel, viel mehr.

Bayern ohne Bier – unvorstellbar. Ebenso gehört neben Hopfen, Malz und Gerste das Reinheitsgebot untrennbar dazu. Seit 500 Jahren werden die bayerischen Biere danach gebraut. Dieses Jubiläum begeht Murnau, das eine lange Brautradition besitzt, mit einem besonderen Festtag.

Um 1900 herum gab es acht Brauereien im Ober- und Untermarkt. Heute sind noch zwei aktiv: Griesbräu und Karg. Anlässlich des Fests zum Jahrestag des Reinheitsgebots haben die beiden Betriebe etwas Besonderes geplant. „Wir wollen die alten Brauereien und die Biertradition wieder auferstehen lassen“, sagt Franz Schubert, Geschäftsführer der Weißbierbrauerei Karg, bei einem Pressetermin. Dann lacht er und meint: „Das darf natürlich nicht zu trocken geschehen.“

Um den Festtag „500 Jahre Reinheitsgebot – Murnau feiert“ am Samstag, 11. Juni, zu planen, haben sich die Verantwortlichen der Murnauer Brauhäuser mit Vertretern verschiedener Ortsvereine – zum Beispiel Schützen und Schäfflern – sowie der Tourist-Info zusammengetan. Das Konzept lässt das Bierliebhaber-Herz höher schlagen: Vor allen ehemaligen Brauereien, darunter das Angerbräu, das Pantlbräu sowie die Wirtschaft Zacherl, wird es einen Ausschank geben – jeweils mit verschiedenen Sorten. Außerdem brauen Karg und Griesbräu extra ein Jubiläumsbier. Der Sud ist bereits angesetzt. Das Besondere an dem obergärigen Getränk: Sowohl vom Griesbräu als auch vom Karg stammen je zwei Zutaten. Es ist das erste Mal, dass sich die beiden Unternehmen in dieser Form zusammentun. Der Gerstensaft, von dem rund 1000 Liter gebraut werden, wird dann in einen extra für das Fest entworfenen Krug gefüllt. Diesen zieren unter anderem ein Drache sowie die Namen aller Brauhäuser, die je in Murnau ansässig waren.

Wer am Festival rund um die Fußgängerzone teilnehmen will, kann sich bereits im Vorfeld einen eigenen 0,4-Liter-Krug samt Pfandmarken (im Wert von je drei Euro) kaufen, damit durch den Ort flanieren und sich durch das Bier-Angebot probieren. „Damit wollen wir bewusst die Geschmacksvielfalt zeigen“, erzählt Griesbräu-Chef Michael Gilg. „Denn Bier ist einfach ein super Lebensmittel.“

Auch die Geschichte der Braukunst kommt bei dem Spektakel im Markt nicht zu kurz. Es werden Infotafeln aufgestellt, Karg und Griesbräu öffnen ihre Türen für Besucher, und sogar das alte Handwerk des Fässerpichens wird demonstriert. Dabei werden die traditionellen Holzfässer, in denen heute nur noch selten Bier gelagert wird, mit einer dünnen Schicht aus heißem, flüssigen Pech überzogen. „Das raucht und stinkt ordentlich“, verrät Schubert. Dazu kommt extra die Nachbarbrauerei Reutberg zu Besuch, die noch mit dieser uralten Technik arbeitet. Zusammen mit den Murnauern werden die Profis der Klosterbrauerei der Brautradition, von der vieles schon in Vergessenheit geraten ist, wieder Leben einhauchen.

Der Festtag beginnt am Samstag, 11. Juni, um 11 Uhr mit dem feierlichen Einzug des Murnauer Jugend- und Blasorchesters in den Markt und endet um 22 Uhr. Für das leibliche Wohl sowie ein abwechslungsreiches Programm durch die Vereine ist gesorgt. Die Tourist-Info bietet zudem Führungen an.

Marie Schnürer

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