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Ankunft in Ohlstadt: Bürgermeister Christian Scheuerer (h.r.) mit der ersten afghanischen Familie im Metzgerhaus.

Die Situation in den Gemeinden - ein Überblick

Asylunterkünfte: Lage ist angespannt

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Ohlstadt/Nordlandkreis - Die ersten elf Afghanen sind in Ohlstadt angekommen: in der Flüchtlingsunterkunft im Metzgerhaus. Doch viele Dörfer im nördlichen Landkreis haben Probleme, Gebäude für die Migranten zu finden.

Der Druck auf die Gemeinden steigt: Rund 1000 registrierte Flüchtlinge leben aktuell im Landkreis – doch bis zum Jahresende müssen nach Prognosen der Regierung von Oberbayern 2200 bis 2300 Asylbewerber zwischen Staffelsee und Karwendel untergebracht werden. Im Nord-Landkreis bereitet die Suche nach geeigneten Unterkünften vor allem den Bürgermeistern der Dörfer Kopfzerbrechen. So haben bislang Großweil, Riegsee, Seehausen, Spatzenhausen, Schwaigen und auch Uffing keine Flüchtlinge aufnehmen können - ein Überblick.

Ohlstadt gehört seit gestern zur Runde der nun 13 Kreis-Kommunen, die Flüchtlinge beherbergen: Bürgermeister Christian Scheuerer (parteifrei) hieß elf Afghanen im gemeindeeigenen Metzgerhaus willkommen – einen „großen Familienverband“: drei Frauen, drei Männer und fünf Kinder (1, 3, 5, 11, 16 Jahre). Eine weitere afghanische Familie, die sich in Schleswig-Holstein aufhält und einen in Bad Kohlgrub untergebrachten Sohn hat, soll folgen.

Diese Belegung passt in Scheuerers Augen perfekt. Überhaupt zeigt er sich „angetan und zufrieden“: Rund 50 Ehrenamtliche engagieren sich in Helferkreisen, das Metzgerhaus wurde komplett mit Spenden aus dem Dorf ausgestattet. Scheuerer glaubt, dass aktuell bei der Flüchtlings-Unterbringung „von Ohlstädter Seite Druck weg ist“ – und doch hält er die Augen nach weiteren Möglichkeiten offen. „Es gibt wahrscheinlich keine Gemeinde, die sich zurücklehnen kann“, sagt er.

Landkreis noch nicht an der Belastungsgrenze

Diese Einschätzung bestätigt Landratsamts-Sprecher Stephan Scharf. Die freien Kapazitäten in den einzelnen Orten unterscheiden sich deutlich. Da die Zahlen wohl weiter steigen, so Scharf, seien alle Orte im Kreis aufgefordert, sich „nach ihren Möglichkeiten intensiv um die Schaffung von Flüchtlingsunterkünften zu bemühen“. Dies gelte insbesondere für jene, die noch keine Asylbewerber aufgenommen haben. „Von einem Erreichen einer Belastungsgrenze möchten wir derzeit nicht sprechen“, sagt Scharf, „jedoch ist die Lage durchaus angespannt.“

Manfred Sporer (CSU-Dorfgemeinschaft) aus Großweil weiß, dass das Problem immer drängender wird. „Wir können und wollen uns nicht aus der Verantwortung stehlen“, betont der Bürgermeister und stellt klar, dass sein Ort solidarisch sein möchte jenen Kommunen gegenüber, die bereits Migranten beherbergen. Allerdings fehlt der Gemeinde ein leerstehendes, größeres öffentliches Gebäude. Eine Umfrage im Ort, Anfang Dezember gestartet, sollte die Bereitschaft von Privatleuten ausloten, Immobilien zur Verfügung zu stellen. Ein angebotenes Objekt habe sich als ungeeignet erwiesen, weiß Sporer, in einem anderen Fall überlegt der Eigentümer noch. Sollte dieser Vorstoß scheitern, will sich der Gemeinderat zeitnah weitere Gedanken machen.

Ähnlich gestaltet sich die Lage in Riegsee: Privatleute winkten ab, der Gemeinde selbst fehlt ein passendes Gebäude für Flüchtlinge. Nur als absolute Notlösung wäre der Saal im Haus des Gastes denkbar, sagt Bürgermeister Rudi Kühn.

In Spatzenhausen hat Rathaus-Chef Georg Wagner ein Gemeinde-Objekt im Kopf, in dem „wir unter Umständen ein paar Menschen unterbringen können“. Die Eignung muss noch überprüft werden. Klar ist: Spatzenhausen wolle sich im Sinne von Humanität und Solidarität beteiligen, so Wagner. Eine Info-Veranstaltung mit Verantwortlichen von Polizei und Landratsamt ist für Donnerstag, 11. Februar, geplant.

Bürgermeister Rupert Wintermeier (WGU) steht noch mit leeren Händen da: Uffing habe keine passende Immobilie in seinem Besitz, er habe nur von einem privaten Angebot gehört. Und Container, etwa am alten Sportgelände, seien „keine großartige Lösung“. Schwaigen lotet diverse Möglichkeiten der Flüchtlingsunterbringung aus, Seehausen will mit Murnau das BRK-„Seehaus“ mit Hilfesuchenden belegen.

Die Flüchtlinge im Landkreis im Überblick:

Gemeinde Zahl der Flüchtlinge
Bad Bayersoien 49
Bad Kohlgrub 101
Eschenlohe 20
Ettal 6
Garmisch-Partenkirchen 421 (plus 296 im Abrams)
Grainau 80
Krün 11
Mittenwald 81
Murnau 46
Oberau 96
Ohlstadt 11
Farchant 8
Saulgrub 28
Gesamt 958 (mit Abrams: 1254)

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