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Verschneites Murnau:Ob die Gemeinde dem Landkreis-Bündnis Zugspitz Region GmbH wieder beitritt, wird sich wohl bald zeigen.

Kehrt der „verlorene Sohn“ zurück?

Zugspitz Region: ÖDP/Bürgerforum formuliert Fragenkatalog

Murnau - Die Fraktion vom ÖDP/Bürgerforum will es genau wissen: Sie hat einen längeren Fragenkatalog zur Zugspitz Region GmbH ausgearbeitet.

Es wird eine der ersten wichtigen politischen Entscheidungen des neuen Jahres in Murnau sein: Tritt die Marktgemeinde wieder der Zugspitz Region GmbH bei? Oder kehrt der „verlorene Sohn“ nicht zurück? Um leichter zu einer Entscheidung zu kommen, hat jetzt die Fraktion vom ÖDP/Bürgerforum einen umfangreichen Fragenkatalog formuliert.

In der dazugehörigen E-Mail wehrt sich Holger Poczka, bis vor Kurzem Fraktionssprecher, auch gegen Vorwürfe aus Seehausen. „Mitnichten kann man bei dieser Thematik den Kritikern der Zugspitz Region GmbH unterstellen, sie würden eine Solidargemeinschaft im Stich lassen“, wie dies zum Beispiel der Seehauser Bürgermeister Markus Hörmann (CSU) in seinem Grußwort im Seehauser Gemeindeblatt tue. 

Der Rathauschef hatte nach dem Austritt Murnaus kundgetan: „Was für den neutralen Betrachter bleibt, ist die Tatsache, dass erneut ein ,großer’ Ort aus der Solidargemeinschaft ausschert und alleine alles besser machen will. Die auf den Weg gebrachten Reformen werden somit erneut zum Stocken gebracht“, beklagte Hörmann.

Poczka hält dagegen: „Wir, die noch Fragen haben, sind an einer effizienten Wirtschaftsförderung in unserem Landkreis sehr interessiert und werden im Rahmen unserer Möglichkeiten dazu auch unseren Beitrag leisten. Solidarisch ist aber auch, wenn wir versuchen, das Richtige für den Landkreis zu tun.“ Dazu könnte laut Poczka auch gehören, den Wiedereintritt nicht zu befürworten, weil man sich eine bessere Struktur der Wirtschaftsförderung im Landkreis vorstellen könnte. „Sollte die Beantwortung der Fragen uns aber zu der Erkenntnis führen, dass die Gesellschaft geeignet ist, die Wirtschaftsförderung im Landkreis voranzubringen, dann werden wir sicherlich auch für einen Beitritt stimmen.“

Zum erwähnten Fragenkatalog: Poczka will zum Beispiel wissen, warum in der GmbH der Schwerpunkt auf den Sektoren Tourismus und Gesundheit liege, obwohl das Kreisentwicklungskonzept anderes empfehle. Christian Lackner, Tourismusmanager der Zugspitz Region, verneint. Es gehe auch viel um die Regionalentwicklung. Als Beispiel nennt er etwa die Förderung des Murnau Werdenfelser Rinds. Und den Radweg zwischen Garmisch-Partenkirchen und Murnau. Dieser sei kein Tourismusprojekt, sondern „eine reine Infrastrukturmaßnahme, die allen Bürgern zugute kommt“.

Darüber hinaus fragt Poczka, ob die Reform hin zu einem reinen Tourismusdachverband denkbar wäre. „Absolut ja“, sagt Lackner. Dies sei „erstrebenswert. Das ist allerdings ein Prozess, der zehn Jahre dauern kann.“

Ein weiterer Punkt: Poczka erkundigt sich, warum es für die Beirats- und Aufsichtsratssitzungen nicht einen öffentlichen und einen nicht-öffentlichen Teil gibt. Lackner sagt dazu: Bei GmbHs sei es seines Wissens nicht möglich, eine Sitzung öffentlich abzuhalten.

Viele weitere Fragen schließen sich an. Eine lautet: „Warum werden im Internet bei den Museen ausschließlich die im Landkreis erwähnt? Sollten nicht auch das Franz-Marc-Museum in Kochel, das Campendonk-Museum in Penzberg und das Buchheim Museum in Bernried mit einbezogen werden?“ Für den Touristen vor Ort ende die Museumslandschaft nicht an der Landkreisgrenze, betont Poczka. Lackner sieht es so: „Wir sollten uns erst einmal um die Hausaufgaben kümmern, bevor wir uns an die Kür machen.“ Erhalten haben den Fragenkatalog neben der GmbH Landrat Anton Speer (Freie Wähler), Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) sowie die Murnauer Gemeinderäte.

Murnaus Rathauschef hatte im Dezember angekündigt, das Gremium im Januar über einen Wiedereintritt entscheiden zu lassen. Beuting selbst hatte sich zuvor für eine Rückkehr in das Landkreis-Bündnis ausgesprochen. Die erneute Abstimmung kommt auf Initiative der CSU-Fraktion zustande.

Roland Lory

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