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Darf kein Bewirtungszelt aufstellen: Ähndl-Wirt Thilo Bischoff. 

Landschaftliches Erbe statt Event-Location

Abfuhr für den Ähndl-Wirt

Murnau - Plan gescheitert: Ähndl-Wirt Thilo Bischoff wollte vor seiner Gastwirtschaft ab und an ein Bewirtungszelt aufstellte. Der Antrag wurde mit großer Mehrheit vom Bauausschuss abgelehnt.

Dies ist keine gute Nachricht für Ähndl-Wirt Thilo Bischoff: Sein Antrag, auf dem Gelände vor seiner Gastwirtschaft bis zu sechsmal zwischen Mai und Oktober für jeweils sechs Tage ein Bewirtungszelt aufzustellen, wurde vom Bauausschuss mit nur einer Gegenstimme abgelehnt. Nur geschlossene, bis zu 120 Personen zählende Gesellschaften sollten in dem zehn auf zwölf Meter großen Zelt bewirtet werden, hieß es in dem vorliegenden Antrag. Ein Widerruf der Genehmigung würde jederzeit akzeptiert.

„Ich werde dem Antrag auf keinen Fall zustimmen, das ist dort ein landschaftliches Erbe und keine Event-Location“, unterstrich Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) seine ablehnende Haltung zu dem Vorhaben. Auch die Untere Denkmalschutzbehörde im Landratsamt Garmisch-Partenkirchen habe in einer Stellungnahme „erhebliche Bedenken“ geäußert. „Schockiert“ zeigte sich Johann Scherrer (CSU) von den Plänen, der sich neben dem historisch wertvollen Ramsachkircherl keine solche Einrichtung vorstellen kann. Auch die Zweite Bürgermeisterin Julia Stewens (Freie Wähler) konnte einem Zelt an dieser Stelle nichts abgewinnen: „Das ist einer der schönsten Plätze der Welt. Die Landschaft dort lebt davon, dass man sie sieht, und nicht im Zelt sitzt, und sie sich vorstellt.“

Veronika Jones (Grüne) brachte noch einen anderen Grund der Ablehnung ins Spiel: „Wenn dort eine geschlossene Gesellschaft feiert, haben normale Ausflügler keinen Platz. Es muss doch im Pachtvertrag festgelegt sein, was dort geht und was nicht.“ Beuting äußerte sich im gleichen Sinne: „Das würde die einheimische Bevölkerung und Erholungssuchende an 36 Tagen pro Jahr ausschließen.“ Ernst Ochs (SPD) brachte den Naturschutzgedanken ins Spiel, und Alexander Weinhart (Mehr bewegen) bezweifelte, dass in dem 120 Quadratmeter fassenden Zelt 120 Personen Platz fänden: „Da hat jeder nur einen Quadratmeter. Das kann ich mir nicht vorstellen, denn gerade im Premium-Bereich sind die Leute damit nicht zufrieden. Da ist doch ein größeres Zelt nötig.“

Allein Josef Gramer (CSU) sah die Angelegenheit etwas anders: „So leicht Nein zu sagen, das geht doch nicht“, äußerte er sich skeptisch. Als einziges Gremiumsmitglied stimmte er gegen den Beschlussvorschlag, das Ansinnen Bischoffs rundum abzulehnen. „Ich habe in der Gaststätte nur wenig Sitzplätze, die reichen im Winter nicht aus“, erklärte Wirt Bischoff, der die Gaststätte seit März 2014 betreibt, auf Tagblatt-Anfrage. „Mit dem Zelt hätte ich im Sommer zusätzliche Einnahmen erzielt, um meine Belegschaft auch in den Wintermonaten halten zu können. Doch nun muss ich im Winter einige meiner Leute ausstellen, die dann stempeln werden.“

Heino Herpen

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