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Minister zu Besuch: Dr. Ludwig Spaenle spricht über den Heimatbegriff.

Glentleiten wird 40

Ein Ort, „wo das Leben pulst“

Großweil - Das Freilichtmuseum Glentleiten lockt jährlich rund 130000 Besucher an. Mittlerweile besteht die Einrichtung seit 40 Jahren. Beim Festakt am Freitagnachmittag war unter anderem Kultusminister Ludwig Spaenle zu Gast.

1976 starb Mao Zedong, Apple und die Biermösl Blosn wurden gegründet und der FC Bayern gewann den Europapokal der Landesmeister. Auch in der Murnauer Gegend ereignete sich damals Einschneidendes: Das Freilichtmuseum Glentleiten öffnete seine Pforten. 

Das ist mittlerweile 40 Jahre her. Zum Festakt in der Zollingerhalle konnten die Verantwortlichen am Freitag nicht nur den bayerischen Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle (CSU) begrüßen, sondern auch zahlreiche Freunde und Förderer des Museums, Vertreter anderer Museen und von Verbänden sowie zahlreiche Kommunalpolitiker. 

„Heimat bedeutet in Zeiten der Globalisierung ein Stück Sicherheit“, betonte der Minister. Und Heimat sei das, „was die Gesellschaft im Innersten zusammenhält“. Spaenle zollte dem Freilichtmuseum „großen Respekt“, dass es keine verstaubte Einrichtung sei, sondern eine, „wo das Leben pulst, wo man etwas lernen kann“. In den 1960er/1970er Jahren hatte ein Umbruch in der Landwirtschaft stattgefunden. Stichwort: Mechanisierung. Die Gründung der Glentleiten sei damals ein „Reflex auf den intensiven Modernisierungsprozeß gewesen“, unterstrich Professor Dr. Daniel Drascek von der Universität Regensburg. In der Anfangszeit waren unter den Besuchern noch viele, die den Transformationsprozeß im Agrarsektor selber miterlebt haben und ihren Enkeln davon erzählen konnten. Das ist vorbei. Die angeblich „gute alte Zeit“ – es hat sie nie gegeben. „Eine Bäuerin würde ich nicht mehr werden“, schrieb die Buchautorin Anna Wimschneider. 

Nicht nur Spaenle fand freundliche Worte für die Glentleiten. Drascek hob die „hohe Wertschätzung“ hervor, die die Einrichtung des Bezirks Oberbayern in der Museumsszene genieße. Die Glentleiten sei „eines der schönsten Freilichtmuseen Europas“. Es sei großartig, dass damals Häuser, die gefährdet waren, gesichert werden konnten. 

Dr. Astrid Pellengahr, Leiterin der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern, betonte, dass die Glentleiten und das Freilandmuseum Bad Windsheim (Franken) in der Wissenschaft Standards gesetzt hätten. Eine Herausforderung, die auf alle Museen zukomme, sei die kulturelle Teilhabe. Die Glentleiten nimmt sie an. Zum diesjährigen Saisonstart wurde das Wagnerhäusl neu eröffnet. Die Besucher finden darin eine Präsentation, die für blinde und sehbehinderte Besucher gedacht ist, die aber auch für Menschen mit intaktem Augenlicht interessant ist.

Eine andere Herausforderung ist für das Team um Direktorin Dr. Monika Kania-Schütz die geänderte Freizeitkultur. „Die Menschen haben heute sehr viele Möglichkeiten“, ihre freie Zeit zu gestalten. Es gelte, die Inhalte mit aktuellen Vermittlungsformen an die Menschen zu bringen. Drascek meinte, wesentlich sei, „die Objekte zum Leben zu erwecken und zum Sprechen zu bringen“. 

Unterstützung erhält die Glentleiten seit vielen Jahren vom Freundeskreis des Museums. Er wächst nach wie vor. Aktuell hat der Verein mehr als 3600 Mitglieder. Der Vorsitzende Werner-Hans Böhm peilt inzwischen die 4000er-Marke an. Als er vor 14 Jahren das Ruder übernahm, zählte der Verein knapp 2500 Mitstreiter.

Roland Lory

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