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Vielfältig: Arbeiten der Künstlervereinigung Tusculum, des Kunstvereins Die Tür und des Malzirkels 96 können noch bis Sonntag bestaunt werden.

Murnauer Kulturwoche

Große Ausstellung im KTM: Individuell und ausdrucksstark

Murnau – Murnau ist ein Künstlerort – dieser Eindruck wird auf der Kulturwoche bestätigt. Drei Künstlervereinigungen gewähren bei einer großen Schau Einblick in ihr Schaffen. 

Allein drei Kunstvereine mit über 100 Künstlern gibt es hier. Derzeit zeigen sie – die Künstlervereinigung Tusculum, der Kunstverein Die Tür und der Malzirkel 96 – im Kultur- und Tagungszentrum eine breite Auswahl ihres Schaffens. Hinzu kommt natürlich eine Dunkelziffer: Viele Kreative stellen ihre Werke nicht aus oder verzichten darauf, sich einem Verein anzuschließen. Auch sie gehören zum Kulturleben. Und deshalb ist es schön, dass ebenso Arbeiten von Gästen zu sehen sind. Die Camerloher Musikschule zeigte zum Beispiel am ersten Wochenende der Kulturwoche Werke des Münchener Künstlers Peter Schaller, der sich mit technischen Strukturen auseinandersetzt.

Der Malzirkel 96, der in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen feiert, präsentiert im Raum Kandinsky eine Schau von hoher Qualität und großer Homogenität. In der Schule würde man vielleicht sagen: Alle haben das Klassenziel erreicht. Interessant ist es, dass man durch die Bilder einiges über das gemeinschaftliche Arbeiten im Malzirkel erfährt, da eine Auswahl der Themen gezeigt wird, an denen im vergangenen Jahr gearbeitet wurde. Breiten Raum nehmen die Arbeiten ein, die durch heimatliche Region inspiriert sind. Der Besucher findet viele Landschaftsbilder, wie sie nur hier entstanden sein können. Aber auch das Reisen ist ein Thema im Malzirkel. Da gibt es unter anderem Masken aus Venedig, und einige Bilder aus Rügen entstanden anlässlich einer gemeinsamen Malreise. Einen dritten großen Themenbereich stellt die Natur dar: Vögel, Pflanzen und Stillleben. Vielen dieser Bilder sieht man die Freude der Maler am Motiv, an der Farbe und am gemeinsamen Arbeiten an.

Freude an ihren Werken kann man auch den Mitgliedern der anderen beiden Organisationen, dem Tusculum und dem Kunstverein, nicht absprechen. Sie stellen im Raum Staffelsee und im Saal 3 aus. Aber sie zeigen einen ganz anderen Ansatz, wie man auf den ersten Blick erkennt. In diesen reich bestückten Präsentationen zeigt jeder Künstler einen individuellen Stil. Viele Ausdrucksformen moderner Malerei sind hier zu finden. Darunter rein abstrakte Bilder, aber auch solche, die vom Surrealismus angeregt wurden. Die Wiedergabe der sichtbaren Welt steht nicht im Vordergrund. Überraschende Ausdrucksformen und Bildfindungen machen den Besuch zu einem anregenden Erlebnis. Manches stahlt eine große Ernsthaftigkeit aus, vieles aber auch eine besondere Heiterkeit. Alle drei Ausstellungen zeigen eine Kunst, die hier in der Region entstanden und zuhause ist, in der man das Lebensgefühl aber auch die persönliche Auseinandersetzung damit erkennen kann. Wobei man sich ruhig auch mal ärgern darf, wenn sich ein Künstler zu wenig Mühe gegeben hat, oder wenn man als Besucher der Meinung ist: „Das könnte ich auch.“ So etwas verträgt diese Kunst.

Öffnungszeiten: Die Ausstellung der Künstlervereinigungen dauert noch bis Sonntag, 8. Mai. Die Öffnungszeiten im Kultur- und Tagungszentrum sind täglich von 15 bis 20 Uhr.

Heribert Riesenhuber

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