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Möglicher Standort für einen Stelzenbau: der Forsteranger-Parkplatz.

Angespannter Immobilienmarkt

Grünen-Vorschlag: Bezahlbarer Wohnraum auf Parkplätzen

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Murnau - Murnau braucht dringend bezahlbaren Wohnraum. Doch Grund ist rar und teuer. Grünen-Gemeinderätin Veronika Jones schlägt aufgeständerten Wohnungsbau auf Parkplätzen vor.

Murnaus Grünen-Gemeinderätin Veronika Jones ist bekannt dafür, gerne querzudenken – und mit entsprechenden Anträgen für Diskussionsstoff zu sorgen. Dies dürfte der Ortspolitikerin auch mit ihrer jüngsten Idee gelingen. Sie schlägt nämlich vor, Parkflächen, die der Gemeinde gehören, für einen aufgeständerten Wohnungsbau zu nutzen. Ihr Kalkül: Mit diesen Stelzenhäusern könnte man zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, unten die Abstellflächen für Autos erhalten und darüber Wohnraum schaffen, den sich auch sozial Schwache sowie die unteren und mittleren Einkommensschichten leisten können. „Man muss neue Wege gehen“, sagt Jones mit Blick auf den angespannten Immobilienmarkt. In München werde bereits an solch einem Pilotprojekt gearbeitet.

Mit dem Vorstoß rennt die Volksvertreterin offene Türen ein, zumindest bei Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum). „Ich finde das sehr prüfenswert“, sagt der Rathaus-Chef. Er habe sich auch schon mit dem Thema befasst. Allerdings müsste die Machbarkeit geklärt werden. Dabei geht es darum, ob solch ein Gebäude städtebaulich zu Murnau passt, wie es baurechtlich aussieht und ob solch ein Vorhaben überhaupt wirtschaftlich ist. Dabei dürfte die Frage eine zentrale Rolle spielen, wie viele Stockwerke möglich sind.

Der Hintergrund ist bekannt: Freie Häuser und Wohnungen sind in Murnau extrem rar und teuer – Baugrund ebenso. Das mag die Eigentümer freuen, aber für die Ortsentwicklung ist das Ganze eine ungute Entwicklung. Murnau ist auf dem besten Weg, ein zweites Grünwald zu werden. Immer wieder ist von Familien zu hören, die sich den Staffelsee-Ort nicht mehr leisten können und ins Umland ziehen müssen. Die Kommunalpolitik hat bereits reagiert: Ein Projekt für den sozialen Wohnungsbau wurde in die Wege geleitet. Im Rathaus beschäftigt sich mittlerweile eine eigene Projektgruppe mit der Sache. „Wir haben einen ganzen Köcher an Ideen“, sagt Beuting. Mehr will er aber noch nicht verraten. Immer wieder im Gespräch sind Konzepte für ein verdichtetes Bauen und neue Betreibermodelle, etwa mit Genossenschaften.

Für Jones steht fest: „Wir müssen gegensteuern.“ Der Markt brauche keine weiteren Luxus-Domizile, sondern bezahlbaren Wohnraum. Sie spricht von „mehr Wohngerechtigkeit“. Diese könnte man ihrer Meinung nach möglicherweise auf den gemeindlichen Parkflächen realisieren. „In Zeiten wie diesen bedarf es kreativer Ideen und mutiger Umsetzungen“, schreibt sie in dem besagten Antrag. Den Grund könnte man zu attraktiven Konditionen, etwa in Form einer Erbpacht-Regelung, geeigneten Wohnungsbau-Gesellschaften zur Verfügung stellen. Jones schlägt vor, dass das Bauamt prüft, inwieweit sich solche Areale eignen. Als Beispiele nennt sie Parkplätze am Forsteranger, an der Bahnhofstraße, in der Nähe des Rewe-Supermarkts, des Tengelmann-Centers und des Einkaufszentrums im Kemmelpark.

Die Idee, ein Gelände dieser Art zu überplanen, ist nicht neu. Für die Geschäftswelt ist entscheidend, dass die Parkplätze im Ortskern erhalten bleiben. „Die sind überlebenswichtig“, betont CSU-Gemeinderat Andreas Müssig, der neben dem Rathaus einen Blumenladen hat. Der Jones-Vorschlag, mit der aufgeständerten Bauweise das Parkangebot beizubehalten, sei grundsätzlich „nicht abwegig“, sagt er. Nur plädiert er für eine gewerbliche Nutzung, um im Zentrum Arbeitsplätze zu schaffen. Günstige Wohnungen sind seiner Meinung nach außerhalb besser aufgehoben. Dort sei der Grund auch günstiger.

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