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Ein großer Sandkasten: die Murnauer Fußgängerzone. Heute soll gewässert werden.

Fußgängerzone

Mini-Wüste wirbelt Staub auf

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Murnau - Baufhof-Mitarbeiter haben das Pflaster der Fußgängerzone eingesandet, doch dann blieb der erwartete Regen aus. Nun gibt es Klagen über den Sand in der guten Stube Murnaus, den Kunden auch unfreiwillig in Läden und Cafés transportieren. Die Feuerwehr soll helfen.

Die Fußgängerzone gehört zu den schmucken Vorzeigeplätzen Murnaus und präsentiert sich herausgeputzt – in aller Regel. Seit Mitte März gleicht die Flaniermeile allerdings einer Mini-Sahara: mit jeder Menge Sand, ausgebracht von Bauhof-Mitarbeitern. Das wirbelt Staub auf, sorgt für Ärger.

Als „Kraut- und Rübenfeld“ bezeichnet etwa die Murnauerin Brigitte L. die Fußgängerzone. „Das tut einem in der Seele leid. Sonst macht alles immer einen so guten Eindruck und es bereitet Spaß, dort zu sitzen.“ Derzeit aber, beklagt L., wirbelten Lieferfahrzeuge und Kinder Schmutz auf. Dieser „stört nicht nur mich, sondern auch andere Gäste und Cafébetreiber“. Brigitte L., die ihren kompletten Namen nicht in den Medien lesen will, fragt: „Wie lange soll das noch so bleiben?“

Nicht bis in alle Ewigkeit: Die Sahara-Tage auf dem breiten Mittelstreifen der Zone sind gezählt. Das versichert Julia Müller vom Tiefbauamt der Gemeinde. Schon heute soll die Feuerwehr ausrücken.

Der Bauhof hatte das Material indes aus gutem Grund verteilt: „Der Markt wurde eingesandet, damit die Zwischenräume zwischen den Pflastersteinen aufgefüllt werden“, erklärt Umweltreferentin Julia Legelli. Dies geschah im Glauben, dass Regen bevorsteht, der benötigt werde, um den Sand in die Fugen zu waschen. Er hätte dem ärgsten Schmutz schnell den Garaus gemacht. Doch die Niederschläge blieben aus – und damit der Dreck in Murnaus guter Stube. Dieser dürfe auch nicht weggefegt werden, so Legelli; dann wäre alles umsonst gewesen. „Das ist einfach etwas unglücklich gelaufen.“ Denn auch wenn das Gegenteil eintrat: Eigentlich sollte die Aktion „die Aufenthaltsqualität erhöhen“. Werden die Zwischenräume im Pflaster zu groß, bestehe die Gefahr, mit Absätzen hängen zu bleiben, sagt Legelli. Kehrmaschinen tragen immer weiter Material ab; zudem hingen Zigarettenkippen und anderer Müll in den Fugen, erklärt Tiefbauamts-Mitarbeiterin Müller. „Das sieht furchtbar aus.“ Die Fußgängerzone sei „noch nie richtig flächendeckend eingesandet worden, da musste man unbedingt etwas machen“.

Doch Müller räumt unumwunden ein, dass auch jetzt an bestimmten Abschnitten Handlungsbedarf besteht, des Sandes wegen, während andere bereits einen guten Eindruck machten. Sie kündigt an, dass an den Problemstellen schon am Donnerstag das feine Material mit künstlichem Regen weggeschwemmt wird – mit Hilfe der Feuerwehr. Die bereits für Mittwoch geplante Aktion wurde mit Rücksicht auf den Wochenmarkt verschoben. Die gröberen Körner werde man nächste Woche einarbeiten, sagt Müller.

Das dürfte für Aufatmen sorgen bei allen, die sich gerne und oft im Markt aufhalten; auch bei den Geschäftsleuten, denen Kunden zuletzt unfreiwillig Schmutz in die Läden beförderten, und bei Cafébetreibern, deren Gäste im Freien im Staub sitzen mussten. In Guntram Gattners Buchhandlung wird derzeit zweimal täglich gesaugt: „Es ist sandig, aber erträglich“, findet Gattner. „Gut, dass wenigstens die Gehwege ausgespart wurden.“ Das Hauptproblem seien Lieferfahrzeuge, die „eine Riesen-Staubwolke verursachen“.

Michael Krönner-Bräu, Sohn von Cafébetreiberin Barbara Krönner, bestätigt: „Es stimmt schon, dass der Dreck brutal reingetragen wird und es jeden Tag ganz schön ausschaut.“ Doch er weiß um den Nutzen, meint, dass die Vorteile klar überwiegen: „Ich finde es gut und richtig, dass das gemacht wird, sonst geht das Pflaster ziemlich schnell kaputt.“ Zudem beißt er lieber jetzt in den sauren Apfel als zur Hauptsaison, wenn viel mehr Gäste Murnaus gute Stube bevölkern.

Neben der Fußgängerzone bekamen aktuell auch Gasserl Sand ab. Und es geht weiter: Im Herbst, kündigt Müller an, sollen nördlicher Obermarkt, Schloßbergstraße, Kirchplatz und der südliche Untermarkt bis zum Tengelmann-Center folgen.

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