Schlager-Star Werner Böhm alias Gottlieb Wendehals gestorben: Vermutung zu Todesursache

Schlager-Star Werner Böhm alias Gottlieb Wendehals gestorben: Vermutung zu Todesursache
Keine Angst mehr: Klaus und Stephanie Stöhr können nach Jahren voller Unsicherheiten endlich wieder aufatmen. Foto: kolb

Klaus Stöhr ist überglücklich: Er lebt

Murnau - Ein Weihnachten ohne Angst? Bis vor einem Jahr für Klaus Stöhr unmöglich. Doch der Murnauer lebt. 2011 hatte er die Herzen vieler bewegt. Er brauchte einen Stammzellenspender und hat 2012 einen gefunden. Stöhr ist nach seiner Transplantation wieder zuhause.

Ende 2011 hatten die Ärzte Klaus Stöhr keine großen Chancen mehr gegeben. Der Murnauer litt an einer seltenen Knochenmarkserkrankung. Und wenn sich nicht bald ein Spender finden ließ, bedeutete das den Tod. Mit Hilfe des Transplantationszentrums Großhadern und der Deutschen Knochenmarkspenderdatei wurde noch im Dezember 2011 eine groß angelegte Aktion in Garmisch-Partenkirchen gestartet, bei der an die 2000 Menschen ihr Blut abnehmen ließen, um so zu testen, ob sie als Spender für Klaus oder die ebenfalls erkrankten Ferit Feritoglou und Ingrid Liebe in Frage kommen würden. „Allein das schon war für mich derart überwältigend, dass ich es nicht beschreiben kann“, sagt Stöhr. Am 16. Januar 2012 kam die erlösende Nachricht. Für alle drei konnten Spender gefunden werden, für Stöhr gleich zwei. Ob diese bei der Aktion ausfindig gemacht wurden, kann er nicht sagen. „Ich weiß nur, dass meiner männlich ist, irgendwo aus Bayern stammt und ich ihn nach Ablauf der Frist in einem Jahr kennenlernen will.“ Denn schließlich hat ihm dieser Mensch das Leben gerettet.

Noch im Januar 2012 begannen die Voruntersuchungen - und das auf Herz und Nieren. „Da wurde alles getestet, sogar Augen, Nase, Ohren, Haut. Im Körper durften keinerlei Entzündungswerte auftauchen.“ Als feststand, dass er geeignet war, ging alles Schlag auf Schlag. Schon Anfang Februar kam er ins Klinikum Großhadern - zur Stammzellen-Transplantation. Eine unbeschreiblich schlimme Zeit begann. Zunächst die äußerst schmerzhafte Chemotherapie, um die eigenen Zellen komplett abzutöten. „Ich wusste vor lauter Schmerzen nicht mehr, wer und wo ich war“, schildert er. „Das Immunsystem wurde zerstört.“ Erst dann konnte mit der eigentlichen Transplantation begonnen werden. Über einen Schlauch am Hals wurde Stöhr drei Monate mit Medikamenten, den neuen Stammzellen und Nahrung versorgt, konnte nicht aus dem Zimmer und schon gar nicht nach draußen. „Was die erste Zeit vor lauter Schmerzen auch nicht gegangen wäre“, sagt er. Besuch von der Familie durfte er zwar bekommen, aber nur unter strengsten sterilen Sicherheitsvorkehrungen.

Dann begann das Warten. „Eigentlich zeigt sich nach zirka zwei Wochen schon, ob der Körper die neuen Zellen angenommen hat und ob sich diese vermehren“, erklärt der 48-Jährige. „Bei mir dauerte das sechs Wochen.“ Erneut eine Zeit voller Angst. Erst dann begannen sich die Leukozyten, die weißen Blutkörperchen, zu vermehren, deren Anzahl bei Gesunden zwischen 4000 und 8000 liegt. Ein Auf und Ab folgte. „Mal vermehrten sie sich auf zehn am Tag, 24 Stunden später waren keine mehr da. Erst nach rund drei Monaten waren die Werte mit 1000 Leukozyten so stabil, dass über eine Entlassung nachgedacht werden konnte.“

Ende April kam Stöhr endlich nach Hause, erschöpft, kaputt, abgemagert, aber voller Vorfreude auf sein neues Leben. Bis die Angst wiederkam. Ein paar Monate später zeigten sich die ersten Abstoßungsreaktionen, seine Mundschleimhaut begann sich zu zersetzen. Damit hat Stöhr bis heute zu kämpfen. „Bei manchen dauern solche Abstoßungsreaktionen über Jahre, bei anderen hören sie gleich wieder auf oder aber sie enden tödlich.“ Stöhr spielt damit auf den Verlust seiner Leidensgenossin Ingrid Liebe aus Oberammergau an. Liebe war ebenfalls im Februar transplantiert worden und kurz darauf gestorben. „Im Januar 2012 haben wir noch gesagt, dass wir gemeinsam aus der Klinik gehen werden.“

Seine eigenen Erfolgschancen sind nicht schlecht. Zweimal alle vierzehn Tage muss er nach München zu einer Behandlung, vergleichbar mit einer Dialyse. „Da wird Blut abgenommen, die schädlichen neuen Zellen bestrahlt, mit Medikamenten behandelt und dann in den Körper gepumpt. Dort sollen sie absterben und neue, gesunde bilden.“

Aber Stöhr ist zuversichtlich, so zuversichtlich, dass er wieder ans Arbeiten denkt. Der gelernte Fernsehtechniker, der in der Klinik einen herben Rückschlag erlitten hatte, weil ihm sein Arbeitgeber genau in dieser Zeit gekündigt hatte, möchte sich bald nach einem neuen Job umsehen. „Vielleicht etwas am Computer oder in der Gerätewartung“, sagt er. Denn obwohl es ihm gut geht, für körperlich anstrengende Arbeit wird er nicht so schnell wieder fit genug sein. (Michaela Sperer)

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