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Spürt die Flüchtlingskrise: Werner Kraus, der Chef der Schleierfahnder.

Schleierfahnder im Einsatz gegen Diebe, Drogendealer und Schleuser

Nur eine Nebenroute

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Die illegale Migration stand im Mittelpunkt. Dies geht aus der kürzlich vorgelegten Jahresbilanz 2015 der Schleierfahnder hervor. Verglichen mit anderen Grenzregionen fällt das Flüchtlingsaufkommen aber eher moderat aus

Sie sind rund um die Uhr im Einsatz, um Dieben, Schleusern und Drogendealern das Handwerk zu legen: Bayerns Schleierfahnder, die zur Bekämpfung der grenzüberschreitenden Kriminalität eingesetzt werden. Eine dieser Dienststellen, die Polizeiinspektion (PI) Fahndung Weilheim, hat ihren Sitz in Murnau. Die 22 Beamten – Leiter ist Erster Polizeihauptkommissar Werner Kraus – bekamen vergangenes Jahr die Flüchtlingskrise deutlich zu spüren. Denn die illegale Migration stand im Mittelpunkt. Dies geht aus der kürzlich vorgelegten Jahresbilanz 2015 hervor.

Die PI Fahndung zählte in ihrem Zuständigkeitsbereich, dessen Schwerpunkte das Obere Isartal, Garmisch-Partenkirchen, die südliche Autobahn 95 und die Bahnstrecke Mittenwald-München sind, 620 ausländerrechtliche Verstöße – mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr. Darunter fielen vor allem unerlaubte Einreisen und Aufenthalte. Mitunter kam auch das Führen eines falschen oder gefälschten Passes hinzu.

Der Hintergrund ist bekannt: Viele Flüchtlinge nehmen die Strecke über den Brenner, um nach Deutschland zu gelangen. Laut Kraus stammten die im Einsatzgebiet seiner PI aufgegriffenen Migranten vorwiegend aus Syrien, Afghanistan und afrikanischen Staaten. Sie wurden in Aufnahme-Einrichtungen nach München gebracht oder, sofern eine Abschiebung drohte, der Bundespolizei übergeben. Meist seien die Menschen als Selbstreisende unterwegs gewesen, mit dem Zug oder Fernbus, erläutert Kraus im Tagblatt-Gespräch.

Schleuser, die im großen Stil ihrem Geschäft nachgehen, wurden nicht festgestellt. Im Vordergrund standen nach Angaben des PI-Chefs eher kleinere Aktionen, bei denen Flüchtlinge gegen Geld oder aus Gutmütigkeit im Pkw mitgenommen wurden. Insgesamt wurden elf Schleuser festgenommen.

Verglichen mit anderen Grenzregionen fiel das Flüchtlingsaufkommen eher moderat aus. Kraus hat dafür eine Erklärung: „Wir sind nur eine Nebenroute.“ Beispielsweise sei Rosenheim viel stärker betroffen. Und wie geht es seiner Einschätzung nach weiter? Der Beamte wagt keine Prognose. „Das hängt davon ab, wie Österreich und Italien damit umgehen.“ Jedenfalls sei heuer ein leichter Rückgang zu bemerken. Insgesamt bearbeiteten die Murnauer Fahnder im vergangenen Jahr 1233 Vorgänge (2014: 1115), woraus sich 406 Anzeigen (318) mit 808 Straftaten (440) ergaben. Die Aufklärungsquote lag bei 100 Prozent, was nicht verwunderlich ist, da die Delinquenten in der Regel auf frischer Tat ertappt wurden.

Aufgrund verstärkter Kontrollen wurden mehr Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz registriert. Die PI Fahndung berichtet von 71 Fällen, 2014 waren es nur 38. Meist habe es sich um kleinere Mengen Rauschgift und häufig um Marihuana gehandelt, ergänzt Kraus. Auch im Einsatzbereich Kraftfahrzeuge können die Beamten Erfolge vorweisen: So fielen bei sieben Fahrzeugen Unstimmigkeiten auf. Darunter befanden sich ein in Italien gestohlener Ferrari-Oldtimer und ein alter Porsche, dessen Fahrgestellnummer manipuliert worden war. Bei der Kontrolle eines polnischen Lieferwagens stießen die Polizisten auf gestohlene Autoteile.

Darüberhinaus waren die Murnauer beim G7-Gipfel in Elmau und als Unterstützungskräfte für andere Inspektionen gefragt. Für Kraus steht fest: Die PI werde von der Bevölkerung „als ein Teil des Sicherheitsgefüges im Werdenfelser Land erkannt und gern gesehen“.

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