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Der Wildkatze auf der Spur: Im Februar/März 2015 werden Lockstöcke im Kreis verteilt – hier mit (v.l.) Markus Hildebrandt (Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten), Dr. Rudolf Nützel (Vorsitzender BN-Ortsgruppe Murnau) sowie dem Revierleiter Murnau-West, Friedrich Maier (r.), und den Helferinnen Ulrike Laubert, Ines Leitenbauer und Monika Bruchet Seifer.

Naturschutz

Wildkatze auf dem Vormarsch, aber in der Region nicht angekommen

Murnau - Einst war sie in Bayern nahezu ausgerottet worden – nun fasst die Wildkatze auch im südlichen Teil des Freistaates wieder Fuß. In der Region Murnau und im Rest des Landkreises ist sie allerdings noch nicht angekommen.

Dies ist das Ergebnis des Wildkatzenprojektes, das vom Landwirtschaftsministerium in Kooperation mit den Bayerischen Staatsforsten sowie dem Bund Naturschutz (BN) im Spätwinter 2014/2015 durchgezogen wurde. Wie berichtet, verteilten ehrenamtliche Helfer hierfür rund 100 Lockstöcke im Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Diese waren mit einer Baldrian-Tinktur versehen, was die scheuen Wildtiere dazu bringt, sich daran zu reiben. Regelmäßig wurden die Lockstöcke auf Haarproben untersucht.

Mittlerweile sind die bayernweiten Ergebnisse veröffentlicht. Dr. Rudolf Nützel, Erster Vorsitzender der BN-Ortsgruppe Murnau, findet die „Ausbeute“ für den südbayerischen Raum auf den ersten Blick „etwas enttäuschend“. Bei 1100 in Südbayern ausgebrachten Lockstöcken konnten nur 16 Wildkatzennachweise erbracht werden. Die südlichsten Belege finden sich nahe Augsburg im Kreis Unterallgäu. Im Voralpenland wurden an den Lockstöcken in den Wäldern zwischen dem Gebirgsrand und dem Bereich nördlich des Staffelsees nur Hauskatzenhaare nachgewiesen.

Trotzdem war die Aktion Nützel zufolge nicht für die Katz: „Die Ergebnisse aus ganz Bayern belegen eindeutig, dass die Wildkatze auf dem Vormarsch nach Süden ist.“ Nun sei Geduld gefragt. Nach Angaben Nützels kann sich das Wildtier in schätzungsweise ein bis zwei Jahrzehnten in vielen Wäldern Bayerns etablieren.

Hierfür benötigt es allerdings bestimmte Voraussetzungen: Meinhard Süß, Betriebsleiter des Forstbetriebes Oberammergau der Bayerischen Staatsforsten (BaySF), erläutert, dass die Wildkatze als reiner Waldbewohner auf naturnahe und störungsarme Gebiete angewiesen ist: „Dort, wo das Tier vorkommt, fühlen sich auch seltene Waldbewohner, wie Schwarzstorch, Dachs und Baummarder, wohl.“ Süß erklärt es zum obersten Ziel, die Wälder möglichst naturnah zu bewirtschaften. Dadurch sollen sich seltene Arten wie die Wildkatze „künftig dort wohlfühlen“. 

Auch private Waldbesitzer können einen Beitrag zum Artenschutz leisten. Wie Markus Hildebrandt, Abteilungsleiter der Forstverwaltung am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Weilheim (AELF), betont, könne man etwa abgestorbene Bäume an ihrem Platz belassen oder Alt- und Biotopbäume erhalten. Ferner gelte es, möglichst gemischte Wälder zu begründen: „All das kommt sowohl der Wildkatze als auch vielen anderen seltenen Tier- und Pflanzenarten zugute.“ Zudem unterstützt die Bayerische Forstverwaltung viele Maßnahmen mit konkreten Förderprogrammen. Nähere Auskünfte erhalten die Waldbesitzer bei den Förstern.

Insgesamt lief das Projekt, das viele Freiwillige im Kreis unterstützten, laut Nützel zufriedenstellend. Er lobt die „beispielhafte Zusammenarbeit – wobei Naturschützer, Jäger, Förster und Waldbesitzer versucht haben, der Wildkatze auf die Spur zu kommen“.

Constanze Wilz

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