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Antrittsbesuch im Rathaus: Städtetag-Geschäftsführer Bernd Buckenhofer (r.) überreicht die Beitrittsurkunde an Bürgermeister Rolf Beuting und dessen Stellvertreterin Dr. Julia Stewens.

Antrittsbesuch des Geschäftsführers 

Bayerischer Städtetag – ein starker Partner für Murnau

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Murnau - Dies ist zweifelsfrei ein Stück Ortsgeschichte: Murnau ist dem Bayerischen Städtetag beigetreten – als 273. Mitglied. Jetzt fand der offizielle Antrittsbesuch des Geschäftsführers des kommunalen Spitzenverbandes, Bernd Buckenhofer, im Rathaus statt.

Eigentlich schloss sich Murnau bereits am 1. Januar – nach einer Art Schnuppermitgliedschaft und dem politischen Okay des Gemeinderats – dem Bayerischen Städtetag an. Doch am Freitag wurde im Rathaus die Teilnahme offiziell besiegelt: Bernd Buckenhofer, der die Geschäfte der Interessenvertretung mit Sitz in München führt, überreichte eine Urkunde an Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) und an dessen Stellvertreterin Dr. Julia Stewens (Freie Wähler) – und hieß den Markt willkommen. Der Kleine Sitzungssaal mit der Nische für Trauungen war dafür der passende Ort.

Der vor über einem Jahrhundert gegründete Städtetag versteht sich als Anwalt der größeren Orte, die in ihrer Region eine zentrale Funktion erfüllen. Die Bandbreite reicht von Gemeinden mit knapp 3000 Einwohnern bis zur Landeshauptstadt München mit 1,5 Millionen. Das rund 12 000 Einwohner starke Murnau passt nach Einschätzung Beutings sehr gut zu diesem Bündnis. „Das lohnt sich für uns“, erklärte er im Rahmen eines Pressegesprächs. Murnau ist übrigens die dritte Landkreis-Kommune, die dabei ist – nach Garmisch-Partenkirchen und Mittenwald. Rathaus-Chef Beuting spricht von einem „starken Partner, der die Interessen des Marktes auf Landesebene vertritt“. Während der besagten Testphase habe man sehr schnell gemerkt, dass die Verwaltung von den Informationen und den Beratungsangeboten der Städtetag-Experten, darunter viele Juristen, enorm profitiere. Abgedeckt wird eine breite Palette an kommunalen Themen. Das fängt beim Planen und Bauen an und hört bei den Finanzen und beim Schulwesen auf. Beuting betont außerdem die Vernetzung der beteiligten Mitglieder. „Dieser Erfahrungsaustausch ist sehr wichtig“, sagt der ÖDP-Mann. Umsonst ist das Ganze natürlich nicht: Pro Einwohner werden 40 Cent Jahresbeitrag fällig, also im Falle Murnaus nicht ganz 5000 Euro.

Nicht zu verwechseln ist der Städtetag mit dem Gemeindetag – ein ähnlicher Zusammenschluss, dem aber auch viele kleine Orte und Dörfer angehören. Murnau ist hier ebenfalls vertreten. Und so soll es laut Beuting auch bleiben. Aber der Städtetag habe häufig einen „anderen Blickwinkel“ und biete die Perspektive der größeren Gemeinden. „Das ist unsere Kragenweite.“ Laut Buckenhofer ist solch eine Doppelmitgliedschaft „eigentlich der Regelfall“. Man verstehe sich auch nicht als Konkurrenz zum Gemeindetag, eher als Ergänzung. Murnau sei ein „großer Akteur“ hier in der Region und werde durch die Zusammenarbeit einen „Mehrwert“ erfahren. Der Städtetag sei ein „kleiner und schlagkräftiger Verband“. Buckenhofer verweist vor allem auf die Lobby-Arbeit, um die Interessen der zentralen Orte Bayerns in der Landespolitik durchzusetzen. Eine wichtige Aufgabe sei etwa die jährliche Verhandlung über den kommunalen Finanzausgleich – oder der Einsatz für eine Förderung des Breitbandausbaus. Auf der Agenda des Städtetags steht auch die Asylkrise. Laut Buckenhofer erarbeitet seine Organisation gerade ein Papier mit Vorschlägen, wie die Integration der vielen Flüchtlinge gelingen kann. Die Kommunen bräuchten hierfür unbedingt mehr Geld, fordert er. Generell müsse aber der Zustrom von Migranten deutlich reduziert werden – und zwar nachhaltig, wie der Geschäftsführer betont. Hier sei die EU gefordert, ein Aufnahme- und Verteilungskonzept zu erstellen.

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