Discounter im Kemmelpark: Knapp 800 Quadratmeter Verkaufsfläche weist die Aldi-Filiale auf. Foto: roy

Mehr Verkaufsfläche: Aldi-Plan scheitert

Murnau - Der Murnauer Bauausschuss erteilt Plänen des Konzerns eine Absage, der im Kemmelpark Waren auf über 1000 Quadratmetern anbieten will.

Der Murnauer Bauausschuss spielt nicht mit bei den Plänen des Aldi-Konzerns. Die Gemeinderäte lehnten es nahezu einstimmig ab, dass der Discounter im bestehenden Laden im Kemmelpark die Verkaufsfläche deutlich erweitert.

Was auf dem ehemaligen Kasernenareal erlaubt werden soll und was nicht, beschäftigt die Gemeinderäte seit Jahren. Und die Geschäftsleute im Ortszentrum befürchten, dass die Fußgängerzone zunehmend ausblutet. Sie fühlen sich in die Mangel genommen - vom Tengelmann-Center im Süden und vom Supermarktzentrum mit Aldi und Edeka im Norden. Weitere Verkaufsflächen und Sortimente im Außenbereich sind den im Zentrum angesiedelten Ladenbetreibern ein Dorn im Auge.

Eine Erweiterung des Sortiments war bei Aldi eigentlich nicht zu befürchten. Die angebotenen Artikel sind in den Filialen in der Regel identisch. Allerdings werden schon gelegentlich neue Produkte in die Palette aufgenommen. Es lasse sich letztlich nicht kontrollieren, „ob im Sortiment etwas hinzukommt oder nicht“, gab Marktbaumeister Klaus Tworek zu bedenken.

Aldi wollte den Verkaufsraum um 253 auf dann 1024 Quadratmeter vergrößern. Der Konzern hätte, um dies zu realisieren, gerne ein Lager aufgelöst. Die Gebäudestruktur wäre nach außen hin unverändert geblieben. Aus Sicht des Marktbauamtes hätte dem Antrag zugestimmt werden können, obwohl man dafür Abweichungen vom Bebauungsplan hätte absegnen müssen. Die geplante Nachtanlieferung sah die Bauverwaltung wegen der Anwohner hingegen kritisch.

Der Ausschuss folgte dem Beschlussvorschlag der Verwaltung am Ende nicht. „Bei 800 Quadratmetern Fläche sollte Schluss sein“, fand etwa Johann Scherrer (CSU). Vizebürgermeisterin Dr. Julia Stewens (Freie Wähler) bemerkte, dass vor ein paar Jahren schon klar gewesen sei, „dass die erweitern wollen“. Allerdings sei es schon „grauslich eng“ in der Filiale. Das fand auch Veronika Jones (Grüne). „Zu Stoßzeiten ist es furchtbar, da gibt es übelstes Gedränge.“ Letzten Endes stimmte nur Jones für die Erweiterung, alle anderen, inklusive Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum), waren dagegen. (Roland Lory)

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