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Ein Entwurf: So stellt sich Riebel das Hotel im Kemmelpark vor.

Mögliches Großprojekt im Murnauer Kemmelpark

Stadthotel für über elf Millionen Euro

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Murnau - Ein Hotel im Murnauer Kemmelpark – mitten in einem Gewerbegebiet? Passt das überhaupt? Ein Münchner Investor ist davon überzeugt, dass dieses Konzept funktioniert – vor allem mit Blick auf Geschäftskunden. Über elf Millionen Euro würde er in die Hand nehmen.

Investoren sind normalerweise eine scheue Spezies – vor allem dann, wenn ein Vorhaben noch nicht in trockenen Tüchern ist. Bei der Riebel Generalunternehmer GmbH & Co. KG, die ihren Sitz in der Landeshauptstadt hat und nach eigenen Angaben zur Memminger Kutter-Gruppe gehört, ist dies anders: Sie sucht die Öffentlichkeit – und wandte sich direkt an die Tagblatt-Redaktion, um ihre Pläne genauer vorzustellen. Der Grund liegt auf der Hand: Das Unternehmen wirbt für einen Hotelbau im Murnauer Kemmelpark – und versucht, Konkurrenz-ängste unter den ansässigen Hoteliers zu zerstreuen.

Zur Erinnerung: Der Gemeinderat hat die Qual der Wahl. Drei Ideen liegen auf dem Tisch, was aus dem seit Jahren brachliegenden Filetgrundstück im Zentrum des einstigen Kasernenareals werden soll. Neben dem besagten Hotel sind ein Projekt aus dem Gesundheitsbereich sowie eine Mischung aus Gewerbe und Wohnen im Gespräch. Das Thema wird im Kommunalparlament behandelt.  Ob und wann es zur Entscheidung kommt, welche Bewerbung den Zuschlag erhält, ist unklar.

Jochen Appelmann, Leiter der Projektentwicklung bei Riebel, rückt jedenfalls das Hotelprojekt ins beste Licht. Er und seine Kollegen haben Murnau genau unter die Lupe genommen – und sind zum Ergebnis gekommen: „Der Standort ist super.“ Der schmucke Markt, die guten Verkehrsanbindungen und die schöne Landschaft – all das sei ideal, schwärmt der Bauingenieur. Riebel würde das Gebäude hochziehen und langfristig an einen Betreiber verpachten. Hierfür stünde die Bari-Gruppe bereit.

Ein Hotel in einem Gewerbegebiet sei nichts Ungewöhnliches, erläutert Appelmann. Denn sein Arbeitgeber – der Projektentwickler Riebel baute in München und Umgebung neben anderen Gewerbeobjekten auch schon Hotels – habe weniger die klassischen Urlauber im Visier, sondern vielmehr Unternehmen, die Großveranstaltungen wie etwa Tagungen oder Fortbildungen abhalten und dafür die Teilnehmer unterbringen müssen.

Appelmann ist davon überzeugt: Der Bedarf an Übernachtungskapazitäten auf diesem Gebiet sei enorm. Mögliche Kunden wären etwa die Unfallklinik, Roche in Penzberg, BMW in München oder Versicherungskonzerne. Der gesamte Ort, auch die bestehenden Hotels, würde seiner Ansicht nach von dem neuen Publikum und der Kaufkraft profitieren. „Gäste, die bisher nicht in Murnau waren, lernen Murnau kennen und kommen wieder“, sagt der Projektplaner. Und auch das Kultur- und Tagungszentrum der Gemeinde könnte seine Auslastung mit Tagungen erhöhen.

Riebel stellt sich ein modernes, dreigeschossiges Stadthotel mit 130 bis 140 Zimmern, Tagungsräumen und einer kleinen Gastronomie für die Gäste vor. Kalkuliert wird mit Gesamtkosten (inklusive Grunderwerb) in Höhe von über elf Millionen Euro. „Das ist etwas Hochwertiges, kein Billighotel“, sagt Appelmann. Seiner Ansicht nach sind die Klassifizierungen zwar überholt, aber das Ganze würde auf einen Drei-Sterne-Superior-Standard hinauslaufen. Es entstünden rund 20 Arbeitsplätze direkt in dem Betrieb, der auch vor Ort Gewerbesteuer zahlen würde. Die Befürchtung einiger Hoteliers, es könnte sich eine Billigkonkurrenz ansiedeln, hält Appelmann für unbegründet: „Wir wollen keinen Discount machen.“

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