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Wie aus einem Science-Fiction-Film: Lichtmalerei am alten Krankenhaus.

Altes Murnauer Gemeinde-Krankenhaus

Foto-Künstler bringt "Ufo" zum Schweben

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Murnau - Künstler entdecken das alte Murnauer Gemeinde-Krankenhaus: Ein Münchner hat sich die Immobilie als Kulisse für die Foto-Technik der Lichtmalerei ausgesucht – und erstaunliche Bilder produziert. Indessen erhielt das Konzept des Innovationsquartiers eine Auszeichnung.

Das Motiv könnte auch einem Science-Fiction-oder Horror-Streifen entsprungen sein: Vor der ehrwürdigen Fassade der verwaisten Murnauer Klinik an der James-Loeb-Straße schwirrt ein bunter Kreisel durch die Luft – und erinnert an ein Ufo. Auf einem anderen Bild scheint grünlich schimmernder Nebel durch die einstige Großküche des Hauses zu schweben.

Was auf den ersten Blick etwas gruselig wirkt, ist raffiniert und mit viel Aufwand erstellte Foto-Kunst, genauer gesagt Lichtmalerei (Light Painting), ein seit Jahren anhaltender Trend. Bei dieser Spielart der Langzeitbelichtung werden Fotografien in der Regel bei Dunkelheit oder in abgedunkelten Räumen durch die Bewegung einer oder mehrerer Lichtquellen gemacht. Für das Fotoshooting in Murnau war der Münchner Martin Reindl federführend verantwortlich. Seine Gruppe nennt sich „Lichtbahner“. Ihr Motto: „Unsere Leinwand ist die Nacht.“ Den Kontakt hatte Zehra Spindler hergestellt, die in der Landeshauptstadt als „heimliche Anführerin der Kulturszene“ gehandelt wird. Sie steht dem Markt beim Großvorhaben Gemeinde-Krankenhaus, das vorerst vorübergehend ein Zentrum der Kreativbranche werden soll, als Beraterin zur Seite.

 Für Reindl, der hauptberuflich als technischer Redakteur arbeitet, ist die Lichtmalerei ein Hobby, für das er viel Zeit investiert – und keine Mühen scheut. „Es dauert recht lange, um ein gutes Bild hinzubekommen“, erklärt er. In dem Klinik-Altbau war er rund fünf Stunden: Herausgekommen sind seinen Angaben zufolge fünf bis sechs brauchbare Aufnahmen. „Man muss sehr viel rumspielen“, sagt er. Zuerst ist, bevor der Kamera-Auslöser gedrückt werden kann, Bastelarbeit angesagt. Beispielsweise ist das vermeintliche Ufo nichts weiter als eine Fahrradfelge mit Lampen auf einem Stativ, die sich schnell dreht. Bei den Effekten sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt: Ob Lichter, Nebel oder Schriftzeichen – alles ist möglich. Reindl ist immer auf der Suche nach spannenden Hintergründen. „Ein Wohnzimmer ist langweilig“, meint er. Von der besagten Murnauer Liegenschaft ist er begeistert. Der 52-Jährige will auf jeden Fall wiederkommen. Er weiß auch schon, was er sich dann vornimmt: die langen Krankenhausflure.

Die Lichtbahner-Aktion ist nicht die einzige Kunst, die in dem Gebäude zuletzt zustande kam. Eine Firma, die Plexiglas-Kästen für Schuhe – ja, das gibt es wirklich – herstellt, ließ in der einstigen Großküche Fotos machen.

Murnaus Wirtschaftsförderer Jan-Ulrich Bittlinger ist zufrieden: „Das ist ein wunderbarer Ort der Inspiration“, schwärmt er. Sein Kalkül: All diese Initiativen stärken die Marke Murnau. Mit seinem Vorhaben, das alte Krankenhaus in ein Innovationsquartier zu verwandeln und dort neue Firmen anzusiedeln (wir berichteten), kommt er offenbar gut voran. Ein großer Teil der freien Flächen sei so gut wie vergeben. Im Frühjahr soll’s losgehen. „Es ist unglaublich viel in Bewegung“, sagt Bittlinger.

In der Liegenschaft sollen außerdem – neben der Verwaltung für die Dauer des Rathaus-Umbaus – Flüchtlinge untergebracht werden. Ein Konzept, das Beachtung findet: Experten der Ideenwerkstatt „Wohnraum für alle“, eine Initiative des Deutschen Werkbunds Bayern, zeichneten es aus. Hervorgehoben werde in der Begründung „die Idee, einen leerstehenden Gebäudekomplex mit einer Nutzungsmischung aus Wohnen für Asylsuchende und Arbeitsplätzen neu zu beleben“, teilt die Marktgemeinde per Pressemitteilung mit. „Wir freuen uns sehr über diese Auszeichnung. Denn sie zeigt uns: Wir sind auf dem richtigen Weg“, sagt Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum).

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