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In Feier-Laune: Kunstnacht-Publikum im Griesbräu-Saal.

Murnauer Kunstnacht

Klein, aber fein

Murnau - Kleinerer Rahmen, geringeres Interesse: 2000 Besucher kamen am Sonntag zur Murnauer Kunstnacht. Diese litt wohl auch unter dem kühlen Regenwetter und geschlossenen Geschäften. Das Programm stimmte.

Klein, aber fein: Dieser Spruch trifft den Kern, was die elfte Auflage der Murnauer Kunstnacht angeht. Die Veranstaltung fand heuer im kleineren Rahmen statt. Es ging auch darum, sich auf die Wurzeln, also die Kunst, zu besinnen. So gab es weder Feuerkünstler noch Open-Air-Bühne, und auch die Geschäfte im Markt hatten ihre Türen geschlossen. Das wirkte sich negativ auf die Besucherzahlen aus: Nach Angaben von Veranstalter Rupert Reggel (Agentur Holiday Event) zog es rund 1000 zahlende Gäste und etwa ebenso viele weitere Interessierte ins Ortszentrum. 

Dort war einiges geboten. In 23 liebevoll dekorierten Schaufenstern befanden sich Aquarelle, Schwemmholzobjekte, Ölbilder, Filzstiftzeichnungen oder Experimente mit Pigmenten auf Leinwand. Zudem gab es 21 Ausstellungsräume in Restaurants, Geschäften und Ateliers. Ein besonderes Erlebnis bot der Haarsalon Engel mit einem angemieteten amerikanischen Schulbus, in dessen Inneren sich eine Bar samt Fotoausstellung befand. Richtige Feierstimmung wollte jedoch nicht aufkommen, und die Gäste waren zurückhaltend. „Das Konzept der Kunstnacht ist gut, aber die geschlossenen Geschäfte könnten ein Grund dafür sein, warum dieses Jahr weniger los ist“, mutmaßte Engel-Mitarbeiterin Verena Ram.

Spärlich besucht waren auch die Vorstellungen des Klangkünstlers Karl Michael Ranftl, der in der Christuskirche außergewöhnliche Musikstücke präsentierte. Töne von Granitharfe, Kieselkastagnetten und Quarzkristallschalen erfüllten den Raum, der durch die Lichtinstallation von Raphael Bucher auf magische Weise erleuchtet wurde. Lichtspiele unter freiem Himmel fanden im Schlosshof statt, wo die Dracula-Adaption „Nosferatu – eine Symphonie des Grauens“ von Friedrich Wilhelm Murnau auf die Fassade projiziert wurde. Weitere Unterhaltung boten elf Musiker, ein DJ und ein Zauberer. Für richtig gute Stimmung sorgte die vierköpfige Peitinger Band Rigoros im Griesbräu-Saal. Zu den eigenen und gecoverten Mundart-Songs tanzten die Gäste ausgelassen. Ebenso fröhlich, aber dafür viel beengter, ging es im Kaffeehaus Krönner zu. Das international bekannte Karen Edwards Trio unterhielt dort mit einer Mischung aus Jazz und Soul. Dynamischen Rocksound gab die regionale Gruppe Dyers Eve im Kuhaus zum Besten. So war für jeden Geschmack etwas geboten.

Insgesamt zieht Reggel eine positive Bilanz: „In Anbetracht des schlechten Wetters, der geschlossenen Geschäfte und des kleineren Rahmens war die Beteiligung in Ordnung.“ 2017 solle die Kunstnacht jedoch wieder im gewohnt großen Stil stattfinden.

Constanze Wilz

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