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Noch immer putzmunter: die Storchenkinder mit den Altvögeln auf dem Dach der Murnauer Seidl-Schule (Archivbild vom 9. Mai).

Storchenkinder überstehen Gefahren-Tage

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Murnau - Die Bedingungen spitzten sich zu, gestalteten sich lebensgefährlich – doch die drei Murnauer Storchenkinder haben die bitterkalten und nassen Pfingsttage überlebt.

Michael Schödl vom Landesbund für Vogelschutz (LBV) stattete den rund zweieinhalb Wochen alten Küken am Samstag einen Besuch ab: Ein Altstorch fütterte die drei Kleinen, die allesamt „sehr gut gefressen haben“. Am späten Dienstagnachmittag kehrte er zurück – und gab erneut Entwarnung: Alles bestens.

Den jungen Störchen kam zuletzt ihre geringe Körpergröße zugute. „Sie sind noch klein, das ist ein Vorteil“, weiß der Biologe. Der Nachwuchs braucht damit nicht so viel Nahrung und passt noch gut unter den wärmenden Körper eines Altvogels, der die Kleinen auch vor den Regengüssen schützt. „Wenn die Jungen zu groß sind, rangeln sie um die Plätze. Dem Schwächeren kann es dann passieren, dass er das Nachsehen hat“, erklärt Schödl. Die vergangenen Tage seien „auf jeden Fall eine heikle Phase“ gewesen.

Echter, storchenkindfreundlicher Sommer scheint noch nicht in Sicht – doch tendenziell sollen die Temperaturen in den nächsten Tagen wieder steigen, die Gefahr für die Kleinen sinkt. Damit ist der Weg frei für die „Beobachtungsspaziergänge“ zum Storchennest, mit denen der LBV in Zusammenarbeit mit der Tourist-Information Murnau aufwartet. Abhängig vom Brutverlauf werde es allerlei zu sehen geben, sagt Schödl. An den Montagen 23. und 30. Mai sowie 6. und 13. Juni (Treffpunkt: 16 Uhr vor dem Rathaus) wandern Interessierte mit einem LBV-Vertreter zum Nest auf der Emanuel-von-Seidl-Schule. Sie beobachten die Vögel und erfahren Details über die Bestandsentwicklung in der Region, die Lebensweise und das Verhalten der Weißstörche.

Die Teilnahme kostet sechs Euro (mit Kurkarte: fünf); Kinder und LBV-Mitglieder zahlen drei Euro. Anmeldungen sind unter Telefon 0 88 41/6 14 10 möglich.

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