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Einige freie Plätze: Rund 150 Besucher sind zur Bürgerversammlung ins Kultur- und Tagungszentrum gekommen.

Bürgerversammlung 

Ärger um neue Mauern und alte Risse 

Murnau - Baustellen über Baustellen an fast jeder Ecke in Murnau. Kein Wunder, dass dies das Hauptthema bei der Bürgerversammlung war, die im Kultur- und Tagungszentrum von Gemeindeoberhaupt Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) geleitet wurde.

Bei der anschließenden Diskussion mit den etwa 150 Besuchern zeigten sich diese jedoch recht zurückhaltend. Nicht etwa der seit Wochen umstrittene Kran auf der gesperrten Schloßbergstraße kam dabei zur Sprache, und auch nicht die aufwändige Sanierung des Strütt-Hauses: Nein, die soeben hochgezogene Betonmauer am ehemaligen Postgebäude stand im Fokus der Kritik. Angesprochen hatte das Thema der Murnauer Ekkehard Gorski, wofür er kräftigen Beifall erhielt. „Die Wirkung des historischen Gebäudes wird dadurch stark beeinträchtigt, ja zerstört. Es handelt sich um eine optische Barriere“, beanstandete er. Mit Nachdruck forderte Gorski eine erneute Überplanung des Bereichs. Beuting konterte, dass die Gestaltung vom Gemeinderat so beschlossen worden sei. Versprach aber, das Thema nächste Woche im Bauausschuss nochmals auf den Tisch zu bringen. Einen etwas schockierenden Befund hatte der Bürgermeister von der Rathaussanierung zu berichten: So war bei der Entkernung des angrenzenden Strütt-Hauses ein tiefer, inzwischen verpresster Riss in der Rathausmauer zum Vorschein gekommen. „Das Rathaus steht im Norden auf Felsen, in Richtung Schloßbergstraße ist der Boden aber instabiler“, erklärte er dazu. Deshalb hänge das gesamte Gebäude etwas nach Süden, was eine teure Ertüchtigung der Fundamente erforderlich mache. Dass die Außenmauern des Strütt-Hauses stehen bleiben mussten, hänge mit dem Ensembleschutz zusammen: „Es geht um den Erhalt der materiellen Substanz.“ Allerdings flossen infolgedessen Fördermittel in Höhe von 1,5 Millionen von Freistaat, Bund und anderen Institutionen. Die Gesamtkosten für die Rathaussanierung nebst Strütt-Haus bezifferte er auf sieben Millionen Euro. Es sei nicht Ziel der Verwaltung, nach Entfernung des Kranes Ende 2017 eine neue Verkehrsregelung einzuführen, trat er steten Gerüchten entgegen. In punkto Sanierung der Bahnhofstraße hob Beuting die vorrangigen Ziele der Gemeinde hervor: Die Fußgängerzone an das Kultur- und Tagungszentrum anzubinden und eine höhere städtebauliche Qualität zu erreichen. Dies gelte auch für den im Juni fertiggestellten Schützenplatz. Optimistisch gab er sich im Hinblick auf das Innovativ-Zentrum im James-Loeb-Haus, in dem ab Frühjahr nächsten Jahres 60 Büros mit 32 Arbeitsplätzen der Kreativ-Branche entstehen sollen. Weitere Themen waren unter anderem die Erarbeitung eines neuen Flächennutzungsplans für die Gemeinde, der Ausbau des Fernwärmenetzes im Ortszentrum, die Vorbereitung eines Gesamtverkehrskonzeptes für Murnau und die Aufnahme des Ausbaus der Bundesstraße 2 sowie der geplante Radweg nach Schwaiganger im Zuge der Hochwasserfreilegung. Als erfreulich bezeichnete er den kontinuierlichen Schuldenabbau in der Kommune innerhalb der vergangenen zehn Jahre: „Damals waren es noch elf Millionen Euro, jetzt sind es nur mehr 4,3.“ Zudem verfüge die Gemeinde über 5,3 Millionen Euro an Rücklagen. Angesichts der Herausforderungen der kommenden Jahre könne er aber nicht versprechen, dass dies so weitergehe, meinte Beuting. Der 2014 erstellte Aufgabenplan für die kommenden zehn Jahre sei auf rund 30 Millionen Euro taxiert.

Heino Herpen 

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